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24.01.2009

"Aufforderung zum zivilen Ungehorsam"

Ungewöhnlich ruhig ist es im Kinosaal des Thalia. Die Zuschauer sehen gespannt auf die Leinwand. Störendes Geflüster, wie man es in vielen anderen Filmen hört, ist nicht zu vernehmen. Die Verfilmung des Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944, "Operation Walküre", fesselt die Zuschauer. Allerdings sind nur etwa 30 an diesem Donnerstagabend gekommen.

Durchbrochen wird die Stille nur hin und wieder von vereinzelten Lachern. Beispielsweise als Stauffenberg seinen rechten Arm, an dem die Hand wegen einer Kriegsverletzung fehlt, auf Befehl eines Vorgesetzten zum Gruß ausstreckt. Solche Szenen offenbaren die Absurdität starrer Rituale und Regeln, die ein wesentlicher Bestandteil von Diktaturen sind.

Der Film lebt inhaltlich im Wesentlichen von zwei Elementen. Zum einen vom Kampf der militärischen Widerstandskämpfer mit sich selbst, schließlich haben sie einen Treueschwur auf den Führer abgelegt, und zum anderen von der Durchführung des Attentats.

"Ich fühle mich ziemlich erschlagen", bekennt Renate Jenkes danach. "Der Film ist für sie "eine Aufforderung zum zivilen Ungehorsam". Geschichtlich gut aufgearbeitet findet sie die amerikanische Produktion. "Besser als der Zweiteiler von Guido Knopp, der gerade im ZDF lief."

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Überrascht war der Kinobesucher Konrad Schleifer, dass Graf von Stauffenberg und seine Helfer nach dem Attentat noch so viele Anweisungen an andere Dienststellen durchgeben konnten und beispielsweise zahlreiche SS-Mitglieder verhaften ließen. "Ich dachte bislang, die Mitglieder der Gruppe wurden nach dem missglückten Attentat schnell verhaftet."

Den damals Siebenjährigen bewegte auch, wie sich die Menschen hinter Befehlen versteckten. "Viele Entscheidungsträger haben sich in alle Richtungen absichern wollen, statt Courage zu beweisen und hinterher wollte keiner dabei gewesen sein." Er stellte sich zudem die Frage, ob das Vorhaben Stauffenbergs gelungen wäre, hätte General Friedrich Olbricht die "Operation Walküre" sofort ausgelöst statt zu zögern und auf die Bestätigung für Hitlers Tod zu warten.

Besser als erwartet

Besser als erwartet fand Andreas Wagner den Film. "Er war nicht so hollywoodlastig wie befürchtet und das Thema wurde verständlich dargestellt." Die schauspielerische Leistung von Tom Cruise, der Stauffenberg spielt, findet er "okay, aber nicht überragend".

Der Enkel von Graf von Stauffenberg, Philipp von Schulthess, kommt am Montag, 26. Januar, nach Augsburg. Nach der 17.30-Uhr-Vorstellung im CineStar am Hauptbahnhof spricht er über seine Familie und die Dreharbeiten. Der Schauspieler ist auch in dem Film zu sehen. In den Kinos (siehe Infokasten) ist man mit dem Start zufrieden. "Die Besucherzahlen sind in Ordnung, aber nicht sensationell", hieß es vom CinemaxX. Ähnlich ist es im CineStar.

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