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Augsburg
20.10.2016

Beim Plärrer: Zwei Autospuren für die Radler

In der der Langenmantelstraße sollen zwei Autospuren wegfallen - zu Gunsten der Radler.
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In der der Langenmantelstraße sollen zwei Autospuren wegfallen - zu Gunsten der Radler.
Foto: Michael Hochgemuth

Nach der Kritik an der langsamen Umsetzung der Fahrradstadt will die Stadt Gas geben. In der Langenmantelstraße sollen Autofahrer künftig weniger Platz haben.

Autofahrer sollen auf der Langenmantelstraße beim Plärrer künftig nur noch auf zwei statt auf vier Spuren unterwegs sein. Das Baureferat plant, dort im Rahmen des Projekts „Fahrradstadt 2020“ Radfahrstreifen auf der Fahrbahn zu markieren. Momentan besteht dort eine Lücke im Radverkehrsnetz. „Vereinzelt kommt es dort aktuell zu kritischen Situationen und Unfällen“, so Baureferent Gerd Merkle (CSU), der das Vorhaben heute im Bauausschuss des Stadtrates verabschieden lassen will. Zuletzt war die Stadt mit ihrem Vorstoß, in der Deutschenbaurstraße (Pfersee) Schutzstreifen für Radler einzurichten, gescheitert, weil CSU und SPD Beratungsbedarf sahen. Auch dieser Punkt steht erneut auf der Tagesordnung. Dem Vernehmen nach zeichnet sich nun eine Mehrheit für den Radstreifen ab.

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20.10.2016

»„Vereinzelt kommt es dort aktuell zu kritischen Situationen und Unfällen“, so Baureferent Gerd Merkle (CSU), der das Vorhaben heute im Bauausschuss des Stadtrates verabschieden lassen will.«

Mir fällt dabei spontan diese Stelle ein, an der man mitten im Längsverkehr auf ein mal senkrecht auf die Fahrbahn raus gejagt wird, obwohl einem die Benutzung selbiger die 200 m vorher verboten wird. Knaller!

»Man könne aber nicht so einfach ignorieren, dass es nun einmal einen Bedarf an Parkplätzen auf der Straße und Menschen gebe, die aufs Auto angewiesen sind, so SPD-Stadtrat Stefan Quarg.«

Der soll mal auf seine Verwaltung hören, die sinngemäß sagt, in den Seitenstraßen ist so viel Platz, dass das mühelos aufgefangen werden kann. Zur nächsten Bushaltestelle muss ich auch einige hundert Meter laufen. Da kann ich doch wohl von einem Autofahrer verlangen, dass er die 150 m bis zur nächsten Straßenecke läuft, um sein heiliges Blechle wiederzufinden. An der geplanten Stelle hat es schlicht keinen Parkplatzbedarf, der nicht schon gedeckt ist.

»Als die Stadt vor Kurzem einen Empfang für die Teilnehmer des Stadtradelns gab, hoben Aktivisten im Publikum Schilder mit Forderungen nach einer schnellen Umsetzung hoch.«

Halb richtig. Es waren Vorschläge drauf, die man schnell und kostengünstig umsetzen könnte, wenn man denn wollte. Z. B. dass Polizei und Ordnungsamt endlich mal nicht an Falschparkern auf Radwegen einfach vorbei gehen, sondern Knöllchen ausstellen oder gleich abschleppen. Ein teuer angelegter Radweg, der dann als Parkstreifen missbraucht wird, ist irgendwie nutzlos. Da fährt dann auch niemand gerne und schon gar nicht sicher.

»Um Staus an den Ampelkreuzungen zu vermeiden, soll der Radweg in diesen Bereichen auf dem Gehweg geführt werden.«

Nur zum Verständnis: In Deutschland setzt sich langsam aber zaghaft die Erkenntnis durch, dass Radverkehr insbesondere im Kreuzungsbereich besser nicht auf dem Hochbord geführt werden sollte, weil das gefährlicher Bockmist ist. Und wir machen es jetzt erst recht, weil sonst der Autoverkehr sich staut? Also erst mal, am Stau sind die schön selbst schuld. Die sind nicht im Stau, die sind der Stau. Und die Sicherheit des Radverkehrs mal wieder dafür zu opfern ist gelinde gesagt einer Fahrradstadt nicht würdig.

»Auch in der Altstadt, am Obstmarkt und in der Fuggerstraße sind Standorte geplant. Insgesamt wird Platz für 64 Räder geschaffen.«

Die, nebenbei bemerkt, nicht mal im Ansatz so viel Platz verbrauchen, wie 32 Autostellplätze...

»Eine Benutzungspflicht wäre aufgrund der geringen Breite dort nicht mehr haltbar.«

Und schon wieder nur abgeschrieben. Wenn es nur um die BP ginge, hätte man das Schild auch einfach abnehmen können, und der Käs wäre gegessen gewesen.

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20.10.2016

»„Vereinzelt kommt es dort aktuell zu kritischen Situationen und Unfällen“, so Baureferent Gerd Merkle (CSU), der das Vorhaben heute im Bauausschuss des Stadtrates verabschieden lassen will.«

Mir fällt dabei spontan diese Stelle ein, an der man mitten im Längsverkehr auf ein mal senkrecht auf die Fahrbahn raus gejagt wird, obwohl einem die Benutzung selbiger die 200 m vorher verboten wird. Knaller!

»Man könne aber nicht so einfach ignorieren, dass es nun einmal einen Bedarf an Parkplätzen auf der Straße und Menschen gebe, die aufs Auto angewiesen sind, so SPD-Stadtrat Stefan Quarg.«

Der soll mal auf seine Verwaltung hören, die sinngemäß sagt, in den Seitenstraßen ist so viel Platz, dass das mühelos aufgefangen werden kann. Zur nächsten Bushaltestelle muss ich auch einige hundert Meter laufen. Da kann ich doch wohl von einem Autofahrer verlangen, dass er die 150 m bis zur nächsten Straßenecke läuft, um sein heiliges Blechle wiederzufinden. An der geplanten Stelle hat es schlicht keinen Parkplatzbedarf, der nicht schon gedeckt ist.

»Als die Stadt vor Kurzem einen Empfang für die Teilnehmer des Stadtradelns gab, hoben Aktivisten im Publikum Schilder mit Forderungen nach einer schnellen Umsetzung hoch.«

Halb richtig. Es waren Vorschläge drauf, die man schnell und kostengünstig umsetzen könnte, wenn man denn wollte. Z. B. dass Polizei und Ordnungsamt endlich mal nicht an Falschparkern auf Radwegen einfach vorbei gehen, sondern Knöllchen ausstellen oder gleich abschleppen. Ein teuer angelegter Radweg, der dann als Parkstreifen missbraucht wird, ist irgendwie nutzlos. Da fährt dann auch niemand gerne und schon gar nicht sicher.

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20.10.2016

alle autos raus aus der Stadt ?? ich möchte mal die Grühnen Hören wenn dann ein Geschäft nach den anderem in der Innenstadt Pleite geht und sie kein geld mehr zum ausgeben haben !! denn die Augsburger geschäfte leben zu 70% von der Kundschaft aus dem Umland !! aber radffahrwege sind auch sehr wichtig !!! es kommt meiner meinung nach nur auf ein gutes miteinander an !!!!! eine Fahrspur muß in Deutschland mindestens 3 meter breit sein !! also wären es dann 6 meter nur für die Radfahrer !!! wer kommt für die erhaltung der Luxius Fahradstrecke auf ??? wird dann eine Faradsteuer eingeführt ??oder wird wo anders gespahr ?? zum beispiel an der Ausstatung von Schulen ?? in augsburg wohnen auch viele alte Leute , was es auch zu bedenken gibt !!! denn wenn noch mehr kleine Geschäfte und was so alles dran hängt schließt wo gehen sie dann in ihrer nähe zum einkaufen !!!!

na ja vieleicht kommt dann der Herr Kamm oder die Frau Roht vorbei und gehen für sie zum einkaufen

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20.10.2016

Also mal ein paar Klarstellungen...

Erstens: Niemand spricht hier von einer autofreien Stadt. Wäre auch gar nicht umsetzbar und ist auch nicht das Ziel.

Zweitens: In anderen Ländern und Städten ist man in der Hinsicht schon viel weiter. Dort hat man erkannt, dass Radfahrer auch Kunden sind, die keineswegs weniger Geld in den Laden tragen. Im Gegenteil, die müssen nicht 300 € jeden Monat nur in den Tank, die Versicherung oder die Werkstatt stecken. Ist ja nicht so, als wenn diese Menschen auf ihrem gesparten Geld sitzen würden. Wo tragen die das wohl hin?

Drittens: Jeder Radfahrer in Deutschland zahlt auf fast alles was er finanziell mit macht, Steuern. Das geht bei den Einkünften schon los (Lohnsteuer, Kapitalertragssteuer, Erbschaftssteuer und was es sonst noch so gibt) und beim Ausgeben wieder genau dasselbe, Märchensteuer, Alkoholsteuer, usw.. Und nachdem Steuern in DE keineswegs zweckgebunden sind (wofür wäre sonst die Alkoholsteuer da? Ausschließlich die Prävention von Alkoholismus wird davon sicher nicht finanziert), zahlt auch jeder Fußgänger jeden Meter Straße mit. Und weder Radfahrer noch Fußgänger brauchen diesen Qualitätsstandard, der Autofahrern entgegen gebracht wird und keiner von beiden belastet und zerstört diese Infrastruktur durch Benutzung so intensiv, wie der KFZ-Verkehr. Und wo wir gerade dabei sind, der Straßenunterhalt wird vorrangig durch KFZ teuer, eben weil die Achslast den größten Einfluss neben Winterschäden auf die Belagsqualität hat. Dafür komme ich als jemand der den gerne sein Rad nutzt genau so auf, wie jemand, der nur mit seinem PKW rum gurkt.

Viertens: auch die alten Leute freuen sich sicher wie Bolle, wenn man ihnen zukünftig sagt: »Von dem bisschen Rente musst du dir zukünftig auch ein Auto erhalten, weil alles andere ist nicht wichtig. Dein Pech, wenn du dir kein Auto mehr leisten oder keines mehr fahren kannst.«

Fünftens, Verdrängung der Geschäfte: Ja, wer hat das eigentlich zu verantworten, dass inzwischen jeder Laden auf die grüne Wiese zieht oder gezogen ist? Doch wohl genau jene Stadtplanungspolitik, die noch vor 40 Jahren großflächig Gewerbegebiete ausgewiesen hat, in die man schön mit seinem Auto fahren sollte, die heute genau so großflächig die Nahversorgung platt machen, weil Aldi, Lidl & Co. eben eine andere Marktmacht haben, als Tante Emmas Laden an der Ecke. Wer autogerecht plant, plant nicht gerade im Sinne der Nahversorgung und damit auch ganz sicher nicht im Sinne von Oma Druse, die kein Auto mehr fahren aber auch nicht die 2 km ins Gewerbegebiet laufen kann. Nicht Frau Roth soll für uns Einkaufen, sondern unsere Stadträte Nahversorgung ermöglichen. Dazu gehört dann aber nicht, dass z. B. in Stadtbergen auch wieder ein riesiger Einkaufs-Park errichtet wird. Man hat leider die letzten 30 Jahre nichts gelernt. Auf dem Land, da merken sies langsam, wohin das alles führt. Und das liegt in keinster Weise an Radverkehrsförderung, sondern am genauen Gegenteil, an autogerechter Stadtplanung.

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