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Bürgerumfrage

19.08.2013

Augsburg: Die glücklichsten Radler leben in Bergheim

Die Innenstadt, hier der Kennedy-Platz am Theater, bekommt von Radfahrern die schlechtesten Noten, Bergheim und die Firnhaberau die besten.
Bild: Foto: Stefan Puchner

Die schlechtesten Noten bekommt das Wegenetz in der Innenstadt. Ein Millionenprojekt soll das verbessern

Die Bergheimer sind jedoch ein Ausreißer. Insgesamt hat sich das Radwegenetz bei der Umfrage des Amtes für Statistik und Stadtforschung und der Uni Augsburg als Schwachstelle herausgestellt: „Die größte Unzufriedenheit bei den abgefragten Angeboten und Einrichtungen der Stadt herrscht bei Radwegenetz“, schreiben die Statistiker. 32 Prozent der knapp 3300 Befragten waren „unzufrieden“, 14 Prozent sogar „sehr unzufrieden“ mit den Angeboten für Radfahrer.

Das deckt sich unter anderem mit dem Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, ADFC, wo Augsburg auf Platz 32 von 38 gekommen war. Besonders unzufrieden waren Augsburger, die regelmäßig mit dem Rad in der Stadt unterwegs sind.

Für die gesamte Stadt ergibt sich aus den Antworten eine Note von 2,5 für das Radwegenetz. Der Blick auf die Grafik, für die wir aus den Werten für die Stadtviertel einen Durchschnitt für die Stadtteile errechnet haben, zeigt: Am Stadtrand sind die Werte besser, im Zentrum gehen sie in den Keller. Pfersee ist eine Ausnahme. Das Gefälle zeigt sich auch beim Blick auf einzelne Viertel: In der Firnhaberau sind die Bewohner relativ zufrieden, was ihren Stadtteil anbelangt (2,1) – für die Gesamtstadt fällt ihre Bewertung schlechter aus. Im Georgs- und Kreuzviertel ist es umgekehrt.

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Im Tiefbauamt der Stadt ist das Ergebnis der Umfrage genau gelesen worden. Amtsleiter Josef Weber radelt selbst viel. Das Gefälle Stadtrand – Innenstadt ist für ihn wenig überraschend: „Im Zentrum fehlt der Raum und wir müssen viele Konflikte unter einen Hut bringen.“ Radfahrer, Autos, Lieferverkehr, Busse, Straßenbahnen und Fußgänger buhlen um den begrenzten Raum. Außerdem ist nicht immer klar, was sich Radler wünschen. Während manche abgegrenzte Radwege mit Randstein bevorzugen, wollen andere lieber auf der Straße mitfahren.

Mehr Radfahrer als Busnutzer

Die Stadt hat sich laut Weber in Absprache mit dem ADFC für Radfahrstreifen auf der Fahrbahn entschieden. Sie entstehen gerade auf der Nordseite der Karlstraße, nächstes Jahr soll die andere Hälfte der Grottenau folgen. Langfristig soll den Radlern das Projekt „Fahrradstadt 2020“ helfen. Es ist beschlossen, aktuell sucht die Stadt ein Planungsbüro. In den nächsten Jahren sollen mehrere Millionen Euro in den Radverkehr fließen – von Wegen bis hin zu Abstellmöglichkeiten und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Bürgerumfrage hat wie ähnliche Erhebungen gezeigt, dass es kein Minderheitenprogramm ist: 19,5 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit dem Rad zur Arbeit oder Ausbildung fahren. Bus und Straßenbahn liegen mit 18,4 Prozent dahinter. Nummer eins ist das Auto mit 47,6 Prozent. Betrachtet man nur die Pendler innerhalb der Stadt, ändert sich das Bild: 565 Augsburger nannten das Auto, immerhin 350 aber das Rad. Die Befragung war allerdings im Sommer.

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