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  3. Augsburg: Drei Augsburger wollen mit ihrer Geschäftsidee durchstarten

Augsburg
08.01.2016

Drei Augsburger wollen mit ihrer Geschäftsidee durchstarten

Larah Sophie Neidlinger verkauft im Internet Chai Latte. Standardmäßig wird das indische Wohlfühlgetränk meist mit Vanillegeschmack angeboten. Bei chailove.de gibt es ihn aber auch in zahlreichen anderen Geschmacksrichtungen.
3 Bilder
Larah Sophie Neidlinger verkauft im Internet Chai Latte. Standardmäßig wird das indische Wohlfühlgetränk meist mit Vanillegeschmack angeboten. Bei chailove.de gibt es ihn aber auch in zahlreichen anderen Geschmacksrichtungen.

Gourmet-Äpfel, Chai Latte und ein Lieferdienst: In Augsburg versuchen junge Existenzgründer, mit neuen Ideen die Menschen zu begeistern. Das Internet macht es möglich

Von der Garage aus den ganzen Weltmarkt erobern: ein Traum für viele Unternehmensgründer. Das Internet macht’s möglich. Nur wenige schaffen den Durchbruch, doch am Anfang eines erfolgreichen Start-ups steht immer eine gute Idee. Der englische Begriff beschreibt eine kürzlich gegründete Firma, die sich in der ersten Phase des Lebenszyklus befindet. Drei Beispiele aus Augsburg:

Chailove.de Wenn die Eltern von Arbeitslosigkeit bedroht sind, ist das auch für die Kinder sehr belastend. Larah Sophie Neidlinger bangt seit Monaten mit ihren Eltern. Die arbeiten bei Also, der früheren Weltbild-Logistik. Sie waren zwar von der vergangenen Entlassungswelle nicht betroffen, dennoch ist ihre Zukunft ungewiss. Die 19-Jährige hat daraus folgenden Schluss gezogen: „Ich sehe, dass trotz jahrzehntelanger Arbeit alles unsicher ist. Daher nehme ich die Arbeit selbst in die Hand.“ Neidlinger gründete ein Unternehmen und verkauft nun seit vier Monaten im Internet Tee. Aber keine Beutel, die in heißes Wasser getaucht werden, sondern Chai.

Das Getränk aus Indien ist inzwischen in vielen Cafés auf der Karte neben Cappuccino und Latte macchiato zu finden. Neidlinger hat sich für ihren Internetauftritt chailove.de aber etwas besonderes einfallen lassen: Einen Konfigurator, mit dem verschiedene Geschmacksrichtungen zusammengestellt werden können. Das Pulver wird in einer Dose für 14,70 Euro nach Hause geschickt und lässt sich in Milch auflösen. Eine Packung Chailove reicht für etwa 14 Tassen.

Ungewöhnliche Kreationen

Die Grundmischung enthält schwarzen Tee und verschiedene Gewürze – unter anderem Sternanis, Zimt und Kardamom. Standardmäßig wird Chai Latte meist mit Vanillegeschmack verkauft. Neidlinger bietet aber im Internet auch ganz ungewöhnliche Kreationen wie Zitrone-Käsekuchen und Orange-Passionsfrucht an, die sich miteinander kombinieren lassen. Die Nachfrage nimmt stetig zu, wie die 19-Jährige sagt. Ende vergangenen Jahres beschloss sie, mit der Fachoberschule aufzuhören und sich ganz auf ihr Geschäft zu konzentrieren. Zudem werden ihre Mischungen inzwischen in Cafés in Augsburg und in Österreich angeboten.

lGourmet-Apfel Susanne Rössling nimmt sich für jeden Arbeitsschritt Zeit. Erst Karamell, dann weiße oder dunkle Schokolade, dann Nüsse, Kokosraspel oder etwas ganz anderes? Jeder Apfel, den die 33-Jährige mit diesen Zutaten in ihrem kleinen Laden am Hunoldsgraben ummantelt, wird zu einem besonderen Leckerbissen. „Auf die Idee bin ich in einem Amerika-Urlaub gekommen. Dort sind diese Äpfel sehr bekannt und werden überall angeboten“, sagt sie. Die Marktlücke war entdeckt, die Idee aus dem Urlaub nach Augsburg gebracht: Los ging es mit der Umsetzung. „Das hat einige Zeit in Anspruch genommen. Schließlich musste der richtige Apfel dafür gefunden, am Rezept vom selbst gemachten Karamell gefeilt werden“, sagt Rössling. Die Wahl fiel auf den Granny Smith Apfel, da sein säuerlicher Geschmack einen guten Kontrast zu dem süßen Überzug bildet.

Unbekannte Leckerei

Seit einigen Monaten bietet sie den Apfel in verschiedenen Variationen neben Kaffee und anderen Getränken in ihrem Geschäft „Gourmet-Apfel“ an. So froh sie war, eine Marktlücke entdeckt zu haben, so mühsam gestaltet sich nun die Markteinführung. „In Deutschland ist diese Leckerei einfach noch total unbekannt. Viele denken, das sei so etwas wie ein Kirmesapfel. Dabei ist es etwas ganz anderes.“ Und hat auch seinen Preis: Rund sieben Euro kostet das Stück, das aufgeschnitten verzehrt wird. Meist als Nachspeise für die ganze Familie oder zum Naschen für die Kaffeerunde. „Einen ganzen allein schafft man gar nicht“, sagt sie.

Durch Verkostungen auf der Straße oder im Laden, der Teilnahme am Streetfood-Markt oder auch an anderen Messen soll ihr Produkt bekannter werden. Daneben bietet sie ihre Äpfel im Internet zum Verkauf an. Einmal in der Woche produziert sie ihre Ware. 30 bis 50 sind es außerhalb der Saison. Vor Weihnachten waren es schon 100. „Einige Unternehmen haben sie als Firmengeschenk geordert. Es gab aber auch schon Hochzeiten, wo sie als Braut und Bräutigam dekoriert für die Hochzeitsgesellschaft da waren.“

Boxbote Lieferdienste mit Pizza, Pasta und Sushi gibt es wie Sand am Meer. Seit ein paar Monaten hat sich in Augsburg ein neuer Lieferdienst dazugesellt: der Boxbote. Mit den übrigen Diensten hat er nichts gemein, denn er liefert nicht die Speisen eines einzelnen Restaurants oder eines Anbieters aus, sondern bringt die Gerichte von verschiedenen Lokalen zum hungrigen Kunden. Und das vornehmlich mit dem Rad. Auf die Idee dazu kamen vier Freunde: Ray, Hans, David und Stefan, die allesamt ihren Nachnamen lieber nicht in der Zeitung lesen wollen, da sie in ihren Festanstellungen anderen Berufen nachgehen. Ihre Freizeit ist dagegen inzwischen knapp bemessen.

Der Service floriert

Denn ihr Service floriert. Rund 600 Bestellungen haben sie in den vergangenen zehn Wochen abends von A nach B gefahren. Tendenz: steigend. So fahren sie unter anderem Ratskeller, Enchilada, Aposto, Sangam oder Damn Burger an, packen die bestellte Ware aufs Rad und bringen sie zum Kunden. „Auf die Idee, irgendwas im logistischen Bereich zu machen, sind wir auch in Amerika gekommen. Da kann alles bestellt und nach Hause geliefert werden“, sagt Ray. Als sie sich dann wieder einmal eines Abends in der Wohnung eines Freundes versammelten und nicht mehr wussten, was sie essen sollen, war die Idee geboren. Ein Dienst, schnell über die Homepage und durch eine Whats-App, SMS oder Anruf erreichbar, der die lokale Gastronomie mit den Augsburgern verbindet, die nicht mehr vor die Tür wollen. Je nach Entfernung kostet die Lieferung 2,90 bis 4,90 Euro. Die teilnehmenden Restaurants zahlen eine Provision. Die Nachfrage ist so groß, dass sich die Geschäftspartner nun ein Büro in der Innenstadt angemietet haben. Sie wollen ihren Dienst weiter ausbauen und denken schon einen Schritt weiter. Ray: „Wenn es weiterhin so gut läuft, dann könnte dieser Dienst natürlich auch im Mittagsgeschäft oder in anderen Städten klappen.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

09.01.2016

Die Äpfel sind der Hammer wir haben sie schon zu Hochzeiten verschenken und die kommen immer gut an

08.01.2016

Ich finde es super, dass es auch aus Augsburg so kreative Ideen und engagierte junge Leute gibt gibt.

Den Chai von Chailove habe ich mir sogar schon gekauft. Der schmeckt echt mega lecker. :)

Weiter so!