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Studie

18.11.2011

Augsburg: Erhöhter Kokain-Wert in Restaurants und Clubs gemessen

Auch in Augsburg wurden im Rahmen einer Studie Kokain-Spuren untersucht.

In Augsburg gibt es eine relativ hohe Konzentration an Kokain-Spuren in Restaurants und Clubs. Das hat eine Untersuchung ergeben.

Wie hoch ist der Kokain-Konsum in den bayerischen Städten? Genau das hat das Nürnberger Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) im Auftrag des Radiosenders Antenne Bayern untersucht. Dabei wurde auch die Stadt Augsburg unter die Lupe genommen.

Anhand der Konzentration des Kokain-Abbaustoffes Benzoylecgonin, das über das Abwasser in die Flüsse gelangt, können die Forscher die konsumierte Menge an Drogen berechnen. Während in München erhebliche Mengen an Kokain in der Isar gefunden worden waren, ist der Lech sauber. Das sagte der Leiter des Instituts, Fritz Sörgel, gegenüber unserer Zeitung.

Kokain-Spuren in Kirchen und am Bahnhof

Doch nur weil im Lech nichts gefunden wurde, bedeutet das nicht, dass in Augsburg kein Kokain konsumiert wird. Mit einer sogenannten Wischtechnik haben die Mitarbeiter des Nürnberger Instituts zusätzlich Proben an bestimmten Orten genommen. Am Hauptbahnhof etwa, in Kirchen, auf öffentlichen Toiletten, in Bars und in Restaurants.

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Wie IBMP-Leiter Sörgel sagt, seien fast überall Kokainspuren zu finden. Sogar in den Kirchen. In einer Kirche in Augsburg sei der Wert sogar höher gewesen als in den anderen Gotteshäusern. Was jetzt aber nicht bedeuten muss, dass dort die Droge konsumiert wurde. In dem Fall könne es auch sein, dass ein Kirchenbesucher Kokainspuren mit seinen Schuhen hineingetragen habe. Denn laut Sörgel sei die Substanz inzwischen so verbreitet, dass sie fast überall zu finden ist. Jeder kann also jederzeit in Kokain-Spuren treten. Das liege an der feinen Substanz der Droge. Kokain fliege leicht und habe eine intensive Bindungskraft an Oberflächen, so Sörgel.

Bei jedem einzelnen Kokain-Konsum könne man davon ausgehen, dass circa zehn Prozent der Droge daneben gehen und sich verbreiten. Die gemessenen Werte spielen sich dann im Nanogramm-Bereich ab. "Kokain wird überall hingetragen", sagt Sörgel. Wie auch etwa auf die Bundestagstoiletten im Berliner Reichstag. Im  Jahr 2000 hatten dort gefundene Kokainspuren für Aufregung gesorgt.

Kokain: Erhöhte Werte in Restaurants und Bars

Relativ unbedeutend waren dann auch die gefundenen Kokain-Spuren am Augsburger Bahnhof und auf öffentlichen Toiletten. Während am Münchner Hauptbahnhof die Touchscreens stark kontaminiert waren, war der Fund in Augsburg eher mittelmäßig, so Sörgel. Aufmerksam wurde er jedoch bei den Ergebnissen von Wischproben in Restaurants und Clubs in Augsburg. Hier sei die Konzentration von Kokainspuren wesentlich höher gewesen als an anderen Orten. "Wenn wir einen hohen Wert haben, ist das durchaus ein Hinweis, dass in dieser Gegend zeitnah größere Mengen Kokain hingekommen waren, so Instituts-Leiter Fritz Sörgel.

Wird auf Toiletten der Augsburger Restaurants und Clubs also oft Kokain durch die Nasenlöcher gezogen? Wie der Augsburger Polizeisprecher Siegfried Hartmann sagt, gebe es keinen Grund zur Aufregung. Diesbezüglich gebe es überhaupt nichts Auffälliges. Hartmann weist ebenfalls darauf hin, dass im Nanogrammbereich fast überall Kokainspuren gefunden würden. "Innerhalb der EU ist ja auch fast jeder Geldschein kontaminiert."

Dennoch, für Fritz Sörgel, sind die gefundenen Kokainspuren in Augsburger Clubs und Restaurants schon relativ hoch. Hier reihe sich Augsburg auf den zweiten Platz hinter der Landeshauptstadt München ein. Auf Platz drei folge dann Nürnberg.

Für den Menschen sei der Kontakt mit Kokain-Spuren zwar völlig ungefährlich, so Sörgel. Dennoch gehe sein Institut der Frage nach, was es künftig bedeuten könnte, wenn sich Kokain weiter in der Umwelt verbreitet.

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