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Augsburg
28.08.2016

Kleingartenanlage soll größer werden

Die Kleingartenanlage Reinhold Wolff hat derzeit 48 Parzellen. Jetzt soll sie doppelt so groß werden.
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Die Kleingartenanlage Reinhold Wolff hat derzeit 48 Parzellen. Jetzt soll sie doppelt so groß werden.
Foto: Peter Fastl

Schrebergärten sind in Augsburg beliebt. Die SPD fordert, die Anlage „Reinhold Wolff“ in Göggingen zügig auszubauen. Warum die Parzellen kleiner werden sollen.

 Kleingärten sind in Augsburg beliebt. Viele Menschen, die in einer Mietwohnung leben, genießen die Stunden in der Natur, wo sie Gemüse anpflanzen oder sich einfach an ihren hübschen Gärten erfreuen.

Die Jüngste Schrebergartenanlage ist „Reinhold Wolff“ in Nachbarschaft des Neubaugebietes Friedrich-Ebert-Straße in Göggingen. In zwei Bauabschnitten sind dort in den vergangenen Jahren 48 Kleingärten entstanden. Rund 350000 Euro hat die Stadt investiert. Neben den Gärten gibt es auch einen Parkplatz und eine Gemeinschaftstoilette. Doch angesichts der vielen Neubürger in dem Gebiet platzt die Anlage bereits wieder aus allen Nähten. Deshalb fordert die Augsburger SPD-Fraktion im Stadtrat jetzt, den dritten und vierten Bauabschnitt der Anlage so schnell wie möglich zu bauen.

„In den letzten Jahren ist das Interesse an Kleingärten noch mal enorm gestiegen“, weiß SPD-Stadtrat Dieter Benkard, selbst überzeugter Gartler und seit Jahrzehnten im Stadtverband der Kleingärtner Augsburg aktiv. Aus diesem Grund versucht er, den Belangen der Kleingärtner bei der Stadt den seiner Meinung nach richtigen Stellenwert einzuräumen.

Umsetzung läuft schleppend

1100 Augsburger stehen auf der Warteliste für einen städtischen Kleingarten. Nach Ansicht der SPD läuft jedoch die Umsetzung des Kleingartenentwicklungsplans zu schleppend. Eine Ausweisung von Grundstücken für neue Kleingartenanlagen habe in den vergangenen Jahren ebenso wenig stattgefunden wie die Ausweitung vorhandener Gärten.

Für Dieter Benkard ist „Reinhard Wolff“ eine Vorzeigeanlage. „Ich kenne alle Kleingartenanlagen in der Stadt, aber diese ist außerordentlich sauber und gepflegt.“ Hier prägen kunterbunte Lauben das Bild, die Gärten sind offen und einladend. Benkard hofft, das notwendige Geld für die Erweiterung 2017 vom Stadtrat zu bekommen. „Bei einem Gespräch mit dem Grünamt und dem Stadtverband der Kleingärtner wurde mir seitens des Amtes versichert, dass 2017 die ersten Mittel im Haushalt bereitgestellt werden sollen“, so der Stadtrat. 2018 könnte gebaut werden. Der vierte Bauabschnitt soll dann im Jahr darauf in Angriff genommen werden.

„Allerdings müssten sich die künftigen Gartenbesitzer darauf einstellen, dass ihre Parzellen kleiner werden“, glaubt Benkard. Die Verwaltung mache sich angesichts der großen Nachfrage Gedanken, die Kleingartenparzellen von 300 Quadratmetern auf 250 Quadratmeter zu verkleinern. „Bestehende Gärten sind davon natürlich nicht betroffen“, versichert Benkard. In Gesprächen habe der Stadtverband signalisiert, mit diesem Vorschlag leben zu können.

Für junge Familien ideal

Auch für die SPD-Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich sind die Kleingärten ein wichtiges Anliegen. „Wir brauchen nicht nur Wohnungen, die Menschen müssen sich auch erholen können“, sagt sie. Gerade für junge Familien, wie sie ins Neubaugebiet gezogen sind, seien Schrebergärten ideal, so die Stadträtin. Die Erweiterung von Reinhold Wolff ist nicht das einzige Kleingartenprojekt, das derzeit in Planung ist. Im Osten der Stadt, an der Stadtteilgrenze zwischen Lechhausen und Hochzoll soll südlich des neuen Ostfriedhofs in der künftigen Kleingartenanlage Ost bis zu 50 Parzellen entstehen. Auch dieses Vorhaben, zu dem Sanitäranlagen, Geräteraum und Stellplätze gehören, soll in zwei Bauabschnitten verwirklicht werden. Eine Besonderheit: In direkter nachbarschaft zu der Kolonie sind interkulturelle Gärten geplant, in denen Bürger nur einzelne Beete bewirtschaften. Ähnliche Überlegungen gibt es in Haunstetten. Bei der Kleingartenanlage „Brunnenbach“ soll zusätzliches Grabeland ausgewiesen werden, auf dem Augsburger aktiv werden könnten, denen eine eigene Parzelle zu viel ist, die aber trotzdem eigenes Gemüse anbauen wollen“, berichtet Heinrich. Dazu soll eine Streuobstwiese für die Bürger kommen. „Viele ältere Menschen würden gerne noch etwas anbauen, da wäre diese Form des geschlossenen ,Urban Gardening‘ ideal“, glaubt sie.

3 bis 4 Jahre Wartezeit

Nach den Worten von Dieter Köppert, stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbands der Kleingärtner, wartet man derzeit durchschnittlich drei bis vier Jahre auf einen Schrebergarten. Gärten, so weiß der Funktionär, werden vor allem aus Alters- beziehungswiese Gesundheitsgründen und durch Tod frei.

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