Wenn zwei Referenten über Monate hinweg ausfallen, dann erleichtert dies nicht die Arbeit der Stadtregierung. „Das ist eine schwere Last“, bewertet OB Kurt Gribl den Ausfall von Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann und Ordnungsreferent Walter Böhm. Vor den Medien hat Gribl gestern unterstrichen, dass nun aber bald Klarheit herrschen werde. Die Entscheidungen könnten „kurzfristig“ fallen. Dies deutet darauf hin, dass Bubmann und Böhm ihre Tätigkeit beenden.
Die amtsärztlichen Untersuchungen von Bubmann und Böhm sind abgeschlossen. Was fehle, so Gribl, sei die klare Aussage des Amtsarztes, „ob die Referenten kurzfristig an den Arbeitsplatz zurückkehren“. Sollte dies nicht der Fall sein, wovon Gribl mittlerweile selbst ausgeht, dann müssten Entscheidungen getroffen werden. Spätestens bis Mitte des Jahres soll klar sein, wie es weitergeht. Das könnte bedeuten, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die neuen Chefs gewählt und im Amt sein sollen.
Alles läuft auf Eva Weber und Volker Ullrich zu
In Absprache mit der CSU-Stadtratsfraktion seien bereits die Weichen gestellt, wie die Nachfolge ablaufen soll, so Gribl. Es soll bei beiden Referaten bleiben. Weder Wirtschafts- noch Ordnungsreferat sollen in einem zeitlich aufwendigen Verfahren ausgeschrieben werden. Eine schnelle Lösung ist angesagt. Und die Überlegungen gehen noch einen Schritt weiter. „Es ist denkbar und vernünftig, dass die Amtszeit der beiden Referenten auf drei Jahre beschränkt wird“, sagte Gribl.
Normalerweise sind die Verträge auf sechs Jahre datiert, ein dreijähriger Vertrag würde zum Ende der Legislaturperiode der jetzigen Stadtregierung enden.
Kurt Gribl zieht HalbzeitbilanzDie Aussagen von Gribl sind nicht anders auszulegen, als dass alles auf die Kandidaten Eva Weber und Volker Ullrich zuläuft. Weber, Referatsleiterin im Wirtschaftsreferat, soll Bubmann beerben. CSU-Stadtrat Ullrich würde das Ordnungsreferat übernehmen, sollte er bei der geheimen Wahl im Stadtrat die Mehrheit erhalten. Gribl, der sich bislang nie öffentlich zu möglichen Nachfolgern geäußert hatte, bestätigte, dass in der CSU über die Kandidaten Weber und Ullrich gesprochen worden sei.
Die Aussagen von Gribl zur Referentenfrage waren gestern ein zentrales Thema seiner bisherigen Regierungstätigkeit. Als Veranstaltungsort hatte er die neue Werkhalle von Premium Aerotec gewählt, um auf einen Punkt seiner Arbeit hinzuweisen: „Die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen ist mit das Wichtigste.“