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Zigaretten

09.07.2010

Augsburg: Schmugglerbande vor Gericht

Zigarettenschmuggel ist sehr beliebt. Bild: dpa

Im großen Stil schmuggelte eine organisierte Bande Zigaretten aus Rumänien nach Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat jetzt Anklage erhoben.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Anklage gegen eine rumänisch-deutsche Zigarettenschmugglerbande erhoben.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, haben ein 38-jähriger und ein 49-jähriger Rumäne sowie dessen deutsche Ehefrau zusammen mit weiteren Bandenmitgliedern im Zeitraum zwischen September 2007 und Oktober 2009 knapp sieben Millionen Zigaretten geschmuggelt.

Zunächst transportierten sie die Zigaretten aus der Ukraine und aus Serbien nach Rumänien. Von dort hat die Bande mit Hilfe von Tarnladungen auf Lkw allein im Jahr 2009 in 22 Fällen über 7.500 Stangen Zigaretten ohne Zollanmeldung in die Bundesrepublik Deutschland eingeschleust.

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In Deutschland haben die Schmuggler die Ware zunächst in einer Lagerhalle in Ingolstadt untergebracht, ehe sie die Hauptabnehmer im Raum Augsburg bekamen. Die Fahrten aus Rumänien sollen nach Angaben der Behörden stets mit Pkw begleitet worden sein, um die Lastwagenfahrer vor möglichen Polizei- und Zollkontrollen warnen zu können.

Mehr als eine Million Euro Schaden

Weiter sagte die Staatsanwaltschaft, dass der 38-Jährige einer der Hauptorganisatoren der Bande gewesen sein soll. Er soll aus diesem Grund auch verantwortlich für die Einfuhr der Zigaretten nach Deutschland gewesen sein. Seine beiden Mitangeklagten sollen als Zwischenhändler im Augsburger Raum die Sammlung der Zigarettenbestellungen und die Verteilung der geschmuggelten Ware organisiert haben.

Allein durch die nicht abgegebene Tabaksteuer hatte die Schmugglerbande einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht haben, so die Staatsanwaltschaft.

Internationaler Fahndungserfolg

Gut ein Jahr internationale Ermittlungszusammenarbeit ging der Zerschlagung der Schmugglerbande voraus. So arbeiteten das Zollfahndungsamt München, die Staatsanwaltschaft Augsburg und die rumänischen Polizeibehörden eng zusammen, bevor im Oktober 2009 genügend belastetes Material gesammelt war, um die drei Angeklagten in einer Durchsuchungs- und Festnahmeaktion zusammen mit weiteren Bandenmitgliedern zu verhaften.

Anfang 2010 gelang den Behörden nochmals ein Schlag gegen drei weitere Bandenmitglieder, was das Ende der Schmugglergemeinschaft bedeutete.

Auf die Angeklagten wartet wegen banden- und gewerbsmäßiger Steuerhinterziehung bzw. Hehlerei ein gesetzlicher Strafrahmen von einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Zwei Jahre Haft für LKW-Fahrer

Gegen sechs weitere Bandenmitgliedern und zwei Großabnehmer erhob die Staatsanwaltschaft Augsburg inzwischen Anklage. Ein 34-jähriger rumänischer Lkw-Fahrer, der laut Staatsanwaltschaft an acht Fahrten beteiligt war, wurde bereits zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. AZ

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