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Augsburg
30.08.2021

Wahlkreis Augsburg-Stadt: Diese Kandidaten wollen 2021 in den Bundestag

Aus dem Wahlkreis Augsburg-Stadt treten diesmal 16 Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl an. Einige von ihnen haben gute Chancen, ins Parlament einzuziehen.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Zur Bundestagswahl 2021 treten im Wahlkreis 252 insgesamt 16 Kandidatinnen und Kandidaten für die Städte Augsburg und Königsbrunn an. Ein Überblick.

Die Bundestagswahl 2021 findet am Sonntag, 26. September, statt. Für den Wahlkreis 252 Augsburg-Stadt, zu dem auch die Stadt Königsbrunn gehört, treten diesmal insgesamt 16 Kandidatinnen und Kandidaten an. Hier finden Sie alle Direktkandidaten im Kurz-Überblick.

Direktkandidaten im Wahlkreis 252 Augsburg-Stadt: Volker Ullrich (CSU)

Volker Ullrich ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2017 holte Ullrich mit 34,8 Prozent der Stimmen das Direktmandat im Wahlkreis Augsburg-Stadt. Lesen Sie hier das ausführliche Porträt.

Volker Ullrich tritt erneut für die CSU an.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen)

Claudia Roth ist seit 2013 Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Bei der letzten Bundestagswahl (2017) zog sie über die Landesliste ihrer Partei in den Bundestag ein. Roth erhielt in Augsburg mit 13,9 Prozent der Erststimmen die drittmeisten aller Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 252. Lesen Sie hier das ausführliche Porträt.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) werden bei der Bundestagswal 2021 gute Chancen ausgerechnet.
Foto: Maurizio Gambarini, dpa

Ulrike Bahr (SPD)

Sozialdemokratin Ulrike Bahr ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. Bei der Bundestagswahl 2017 erhielt sie im Wahlkreis Augsburg-Stadt mit 19,3 Prozent die zweitmeisten Erststimmen. Lesen Sie hier das ausführliche Porträt.

Ulrike Bahr, Bundestagskandidatin der SPD.
Foto: Silvio Wyszengrad

Alexander Meyer (FDP)

Für die FDP tritt der Augsburger Rechtsanwalt Alexander Meyer bei der Bundestagswahl als Direktkandidat im Wahlkreis 252 an. Der 51-Jährige hat gegen das städtische Böllerverbot auf Privatgrund an Silvester geklagt - und gewonnen. Was ihn abseits der Corona-Regeln noch bewegt, lesen Sie hier in einem ausführlichen Porträt.

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Alexander Meyer tritt als Direktkandidat für die FDP bei der Bundestagskandidat 2021 an.
Foto: Silvio Wyszengrad

Raimond Scheirich (AfD)

Der studierte Geologe und Umweltingenieur Raimond Scheirich ist stellvertretender AfD-Vorsitzender in Augsburg und seit Mai 2020 Mitglied des Stadtrats. Wie der 31-Jährige die Sonderrolle der Partei bewertet und welche Schwerpunktthemen er setzt, lesen Sie hier in einem ausführlichen Porträt.

Raimond Scheirich ist Bundestagsdirektkandidat für die AfD im Wahlkreis Augsburg-Stadt.
Foto: Afd

Frederik Hintermayr (Die Linke)

Der 29-jährige Frederik Hintermayr ist gelernter Krankenpfleger. Die Gesundheitspolitik liegt dem Direktkandidaten der Linkspartei besonders am Herzen. Hintermayr steht für seine Partei auf Listenplatz 8 und hat somit realistische Chancen auf einen Einzug in den Bundestag. Hier lesen Sie das ausführliche Porträt.

Frederik Hintermayr ist Direktkandidat für Die Linke.
Foto: Silvio Wyszengrad

Alexander Mai (ÖDP)

Mit seinen 25 Jahren ist Alexander Mai als Bundestagskandidat vergleichsweise jung - doch Berührungspunkte mit der Politik gab es in den vergangenen Jahren viele. Er engagiert sich bei Fridays for Future (FFF). "Bei der ersten Kundgebung kam ich als Demonstrant. Aber schon bei der zweiten und dritten Demo habe ich bei der Organisation mitgeholfen", berichtet er. Seit Anfang 2019 ist er Teil der Bewegung und ist auch im Klimacamp aktiv. Klimagerechtigkeit ist sein Ziel, das er bei vielen Gelegenheiten vertritt - etwa auch als Mitinitiator des Fahrradbegehrens als Vertreter der FFF-Bewegung. Aus Interesse hat er schon viele Sitzungen des Stadtrates, des Bau- und Umweltschutzausschusses besucht. Als die ÖDP fragte, ob er vorstellten könnte, als ihr Bundestagskandidat anzutreten, sagte er Ja.

Alexander Mai ist 25. Für die ÖDP will der Klimacamper in den Bundestag.
Foto: Miriam Zissler

Mai ist parteilos - an der ÖDP schätzt er, dass die Partei keine Konzernspenden entgegennimmt, sich für Klimagerechtigkeit und Mobilitätswende einsetzt. Schon früh interessierte sich der gebürtige Augsburger für Politik. Als Kind von russischen Einwanderern wuchs er in einfachen Verhältnissen im Wolframviertel auf. "Vereinsleben oder Ferienprogramm gab es für mich nicht. Dennoch hatte ich eine angenehme Kindheit", sagt er. Er studiert Mathematik an der Universität Augsburg, ab dem Wintersemester im Masterstudiengang. In seiner Freizeit ist er seit elf Jahren in der Parkour-Augsburg Gruppe aktiv, die sich mit der Kunst der effizienten Fortbewegung beschäftigt. Derzeit steht Mai öfter - an den Infoständen der ÖDP. (ziss)

Bernhard Müller (Freie Wähler)

Fragt man Bernhard Müller, stimmt die Mischung der Berufe im Bundestag nicht: Viele Parlamentarier hätten keine Erfahrung als Unternehmer in der freien Wirtschaft, sagt er. Für ihn ein wichtiger Grund, als Kandidat der Freien Wähler zur Bundestagswahl anzutreten.

Freie-Wähler-Kandidat Bernhard Müller.
Foto: Freie Wähler Augsburg

Die aktuelle Zusammensetzung des Parlaments benennt der Augsburger als ein zentrales Problem. "Wir haben leider zu viele Berufspolitiker im Parlament, deren Geschäftsmodell die eigene politische Karriere ist. Kaum ein Unternehmer, so wie ich selbst, ist im Bundestag vertreten." Das bedeute, dass diejenigen, die Arbeitsplätze schaffen und im echten Leben Verantwortung tragen, im Bundestag deutlich unterrepräsentiert seien.

Mit seiner Kandidatur will Müller dem etwas entgegensetzten. Der 57-Jährige ist selbstständiger Fahrlehrer. Er ist in Augsburg geboren, aufgewachsen, verheiratet und wohnt bis heute im Stadtteil Haunstetten. Müller ist überzeugt davon, dass gerade Kandidaten, die tagtäglich mit Menschen in Verbindung stehen, nicht nur ihr Ohr an der Basis haben, sondern auch im Bundestag eine gewichtige Stimme haben sollten. Insbesondere sei es ihm ein Anliegen, in der Verkehrspolitik zukunftsfähige und zugleich wirtschaftspolitisch sinnvolle Akzente zu setzen. Weitere wichtige Themen sind für ihn Umwelt und Klima, Wirtschaft und Innovation sowie Soziales und Gesellschaft. (eva)

Nelly Rüttiger (Volt)

Bei Wahlen hat Nelly Rüttiger früher ihre Kreuzchen bei unterschiedlichen Parteien gemacht, aber "nie daran gedacht, in einer von ihnen Mitglied zu werden". Wegen Volt, mit der die 32-jährige promovierte Biowissenschaftlerin erstmals bei der jüngsten Europawahl in Berührung gekommen war, hat sie ihr Verhalten geändert: Rüttiger ist nicht nur Mitglied in der in mehreren europäischen Ländern vertretenen Partei, sondern tritt bei der Bundestagswahl auch als Direktkandidatin für den Wahlkreis Augsburg an.

Nelly Rüttiger ist bei der Bundestagswahl 2021 die Augsburger Direktkandidatin der Partei Volt.
Foto: Photoresque Gmbh

"Wir klammern uns nicht an Ideologien, uns kommt es auf Lösungen an", sagt die verheiratete Politikerin, die der Liebe wegen seit einigen Jahren in Augsburg lebt. Ein wichtiges Ziel von Volt sei es, die Institutionen der EU zu reformieren und Entscheidungen des Europäischen Parlaments für die Bürgerinnen und Bürger transparenter zu machen. Auch der europäische Zusammenhalt ist für Nelly Rüttiger ausbaufähig. "Die Folgen des geteilten Europas, des Eisernen Vorhangs sind noch immer zu spüren", meint sie.

Dass ihre Chancen, im Herbst in den Bundestag einzuziehen, eher klein sind, bremst den Elan der Direktkandidatin nicht. Sie sehe ihr Engagement als "langfristige Investition. Die Leute müssen uns erst mal kennenlernen." Erste Erfolge gebe es bereits, etwa im Europaparlament, wo Volt mit Damian Boeselager einen deutschen Abgeordneten stellt. In Augsburg gibt es seit März 2020 auch einen Referenten der Partei: Kultur- und Sportreferent Jürgen Enninger ist Volt-Mitglied. (bau)

Emil Bauer (MLPD)

Erfahrung als Bundestagskandidat hat Emil Bauer gesammelt: Zum dritten Mal kandidiert der 68-Jährige nun bereits für den Bundestag. Der Rentner ist Direktkandidat der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschland (MLPD). Von Jugend an habe er sich für Politik interessiert: "Ich war früh aktiv und organisiert, um für den echten Sozialismus einzutreten." An der Grundhaltung habe sich bis heute nichts geändert, sagt der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Kindern: "Das Profitsystem löst nicht die Probleme der Menschheit."

Emil Bauer ist Direktkandidat der MLPD.
Foto: Bauer

In einem kapitalistischen System werde es keine soziale Gerechtigkeit geben. "Während in der Krise die Reichen immer reicher wurden, die Konzerne satte Dividenden ausschütten, wurden die Armen immer ärmer", sagt Bauer. Die Umweltkrise nehme immer dramatischere Formen an. Die MLPD fordere eine Politik für Arbeiter statt Milliardäre. Zudem müssten Rentenalter und Arbeitszeiten runter. Bauer ist gelernter Bauingenieur. Als Lehrer unterrichtete er zuletzt an einer Technikschule. Gewerkschaftlich ist der MLPD-Vertreter seit vielen Jahren engagiert. In Augsburg kennt man Bauer als Teilnehmer an den Montagsdemonstrationen. Jeden ersten Montag im Monat tritt er für die sozialen Belange ein. Von den anderen Parteien hält Bauer eher wenig, er betont: "Echter Protest ist links." Auf der Landesliste steht er auf Platz drei. (möh)

Anton Steinböck (Bayernpartei)

"Die Bayernpartei steht für Selbstbestimmung, Föderalismus und die Eigenstaatlichkeit Bayerns. Wir wollen unsere bayerische Heimat fördern, unsere Demokratie und die ihr zugrunde liegenden Prinzipien stärken; wir fordern einen subsidiären Staat, der sich an den Interessen der Bürger orientiert", so formuliert es die Bayernpartei. Anton Steinböck ist ihr Direktkandidat. Dass der 77-Jährige einmal ein glühender Fan des bayerischen Lebens sein würde, war nicht unbedingt zu erwarten.

Anton Steinböck ist Direktkandidat der Bayernpartei.
Foto: Steinböck

Steinböck ist gebürtiger Hamburger. Es gab daher in jungen Jahren die Idee, zur See zu fahren, doch dann kam es anders. Über den Umweg Saarland folgte der Ortswechsel nach Augsburg. Als Fahrlehrer hatte Steinböck hier eine Anstellung gefunden, heute leitet er eine Fahrschule. Politisch ist Steinböck schon viele Jahre aktiv. Er saß früher für die Republikaner im Stadtrat. Er verließ die Partei und machte danach erst einmal Pause. "Parteien entwickeln sich, Personen entwickeln sich", sagt Steinböck im Rückblick.

Zur Bayernpartei stieß er vor einigen Jahren. Dass er jetzt für den Bundestag kandiere liege daran, "dass mich die Partei gefragt hat und ich es gerne mache". Den Wahlkampf habe er überwiegend über Facebook bestritten, sagt er. Nun hängen aber auch Plakate. "Ich sehe mich als Angebot einer Alternative", sagt der zweifache Vater und sechsfache Großvater. (möh)

Anna Xenia Weingart (V-Partei³)

Anna-Xenia Weingart lebt seit einigen Jahren vegan und freut sich über "jeden Menschen, der ebenfalls diesen Weg gehen will". Missionieren wolle sie Andersdenkende jedoch nicht, versichert die Vorsitzende des Stadtverbands der V-Partei³, die im Augsburger Wahlkreis zur Direktkandidatin für die Bundestagswahl gekürt wurde.

Anna-Xenia Weingart ist die Augsburger Direktkandidatin der V-Partei³.
Foto: Dennis Williamson

Die 27-jährige Kunstpädagogin und angehende Kunsthistorikerin stammt ursprünglich aus dem Allgäu und lebt seit dem Studium in Augsburg. Dort hegt sie in ihrer Freizeit nicht nur ihre Pflanzen und ist für die V-Partei³ im Einsatz, sondern engagiert sich auch im Klimacamp. Dass sie in einem verpackungsfreien Laden arbeitet, passt ebenfalls zu ihrer Lebenseinstellung. Der V-Partei³ gehe es neben der veganen Lebensweise um Themen wie Klima- und Umweltschutz, Tierrechte, Nachhaltigkeit und das 1,5-Grad-Ziel bei der globalen Erderwärmung, nennt Weingart weitere politische Ziele. Ein Anliegen ist ihr zudem, dass mehr Geld in soziale Projekte gesteckt wird. Aus diesem Grund habe sie auch das (mittlerweile gestoppte) Bürgerbegehren "Theater - Kostenexplosion stoppen" unterstützt.

Die junge Direktkandidatin, die in einer Partnerschaft lebt, blickt optimistisch in Richtung Bundestagswahl. Die Menschen nähmen die kleineren Parteien und Gruppierungen stärker wahr. "Das merkt auch die V-Partei, die neue Mitglieder verzeichnen kann." (bau)

Roland Kurschat (Die Partei)

Wenn Roland Kurschat in den Bundestag gewählt wird, dann hat das aus seiner Sicht positive finanzielle Effekte für die Augsburger. Denn sein monatliches Gehalt, das er als Bundestagsabgeordneter mit 10.000 Euro angibt, würde er nicht selbst behalten. „Ich würde davon einen Mitarbeiter bezahlen, damit ich nicht alles selbst machen muss, und den Rest an die Augsburgerinnen und Augsburger spenden“, sagt er. Stiftungen, Vereine oder Privatpersonen könnten sich dann um die Gelder bewerben. Roland Kurschat ist 35 Jahre alt, ledig und seit zehn Jahren Mitglied der Satirepartei Die Partei, die 2004 von Redakteuren des Satiremagazins Titanic gegründet wurde.

Roland Kurschat kandidiert als Direktkandidat der Partei Die Partei im Wahlkreis Augsburg-Stadt bei der Bundestagswahl 2021.
Foto: Tobias Koller

Das Wahlversprechen von Roland Kurschat lautet: „Ich verspreche, dass ich die Wahlversprechen aller anderer Parteien breche, damit sie es nicht selbst tun müssen.“ Aber es gibt auch konkrete, ernsthaftere Themen, für die er sich einsetzen will. Dazu gehören der Kampf gegen Rechtsextremismus sowie gegen soziale Ungerechtigkeit. Seit jeher habe er sich gerne für andere eingesetzt, sei als Schülersprecher und als Betriebsrat im Einsatz gewesen. Seine Eltern hätten ihn politikinteressiert erzogen. Was ihm besonders unter den Nägeln brennt, sind die sich weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich sowie steigende Miet- und Wohnungspreise. Bei letzterem Thema würde er die Städte stärker in die Pflicht nehmen. (nist)

Klaus Jaeger (Die Basis)

Klaus Jaeger ist 69 Jahre alt, verwitwet, Rentner und nebenbei Dozent für Elektrotechnik. In seinem Berufsleben als Vorgesetzter, erzählt der ehemalige Leistungssportler, habe er stets versucht, die Themen Gleichberechtigung und Mitbestimmung zu leben. Der Mensch stand für ihn stets im Mittelpunkt. Dies wolle er nun auch politisch umsetzen. Denn aus Sicht Jaegers hat sich die Gesellschaft in eine Richtung entwickelt, in der der Mensch primär eine Funktion erfüllt und selbst viel zu kurz kommt.

Klaus Jäger ist der Direktkandidat der Partei Die Basis für die Bundestagswahl 2021
Foto: Klaus Jäger

Jaegers Partei Die Basis, die sich während der Corona-Pandemie Mitte 2020 gegründet hat - den Kreisverband Augsburg gibt es seit November 2020 -, steht genau für dieses Ziel. Es geht um Basisdemokratie: "Wir wollen die Menschen stärker in Entscheidungen einbinden und ihnen mehr Verantwortung geben", so Klaus Jaeger. Aufgrund dieser Philosophie hat Die Basis ein Rahmen-, aber kein festes Parteiprogramm. Sie stützt sie ihr Tun auf ein Viersäulenprinzip: Freiheit in Denken und Handeln, Machtbegrenzung, wo die Freiheit anderer beschnitten wird, Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber und Schwarmintelligenz, um Lösungen gemeinsam zu erarbeiten. Als Mitglied im Bundestag hofft Jaeger, darauf hinwirken zu können, dass Lösungen künftig stärker von "unten nach oben" entwickelt werden und keine Frage von "entweder oder", sondern von "sowohl als auch" sind. (nist)

Alexandra Kolb (Aktion Bürger für Gerechtigkeit)

Alexandra Kolb hat eine Vision: Ein Leben in Frieden und Freiheit durch selbstbestimmte Menschen. Dafür möchte die 55-Jährige nun selbst eintreten, als Bundestagskandidatin der Partei "Aktion Bürger für Gerechtigkeit" (ABG). Dass die gelernte Juristin als Neuling in die Politik gehen will, hat eine Vorgeschichte.

Alexandra Kolb ist Kandidatin der Aktion Bürger für Gerechtigkeit, ABG
Foto: Alexandra Kolb

Kolb ist gebürtige Allgäuerin aus Markt Rettenbach und wohnt mit ihrer Familie in Augsburg-Göggingen. Beruflich ist sie Rechtsanwältin. Lange habe sie etablierte Parteien gewählt, sagt sie, dort fühle sie sich als Bürgerin aber nicht mehr richtig vertreten. Ein Grund, warum sie jetzt für die ABG antritt. Diese wurde Anfang dieses Jahres als Bundespartei zugelassen. Die ABG tritt für eine Politik des Friedens, der sozialen Gerechtigkeit und des Fortschritts ein. Ein wichtiges Ziel ist mehr direkte Demokratie, etwa durch bundesweite Volksentscheide nach Schweizer Vorbild.

Kolb setzt sich für einen Stopp aller Corona-Maßnahmen ein und will deren Folgen kritisch hinterfragen. Auch eine Überprüfung der Klimapolitik hält sie für dringend geboten. Diese werde dem Staat und einer kleinen Gruppe enorme Profite bescheren, auf Kosten der Steuerzahler. Die Bevölkerung habe zudem ein Recht auf eine sachliche, objektive und auf wissenschaftlichen Daten basierende Aufklärung, auch im politischen Entscheidungsfindungsprozess. (eva)

Ediz Sirin (parteilos)

Das größte Problem sei, sagt Ediz Sirin, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wirklich zählen bei den Politikern. "Sie interessieren sich nicht mehr für das, was wir wollen." Der 21-Jährige, der als parteiloser Kandidat für die Bundestagswahl antritt, will das ändern. Und so ist er im Wahlkampf als Einzelkämpfer viel unterwegs, um mit den Menschen in seiner Heimatstadt Augsburg über ihre Sorgen und Belange zu sprechen.

Ediz Sirin tritt als parteiloser Direktkandidat zur Bundestagswahl an.
Foto: Sirin

Ein Thema, das ihn bewegt, ist die zunehmende Armut. "Ich sehe so viele Menschen hier, die Flaschen sammeln müssen. Da blutet mir das Herz." Auch die Tatsache, dass so viele, vor allem junge Menschen politikverdrossen seien, stört ihn. Sirin, der in München Luft- und Raumfahrttechnik studiert, will mit gutem Beispiel vorangehen und andere junge Menschen dazu motivieren, sich einzubringen.

Sirin wurde in Augsburg geboren, er hat türkische Wurzeln. Gerade auch in seiner türkischen Community will er Überzeugungsarbeit leisten. "Die Demokratie ist etwas so Wertvolles", sagt er. Eben weil er an sie glaubt, will er sich selbst einbringen. Klappt es nicht mit dem Einzug in den Bundestag, kann Sirin, der in Oberhausen wohnt, sich auch vorstellen, für den Landtag zu kandidieren. Auf jeden Fall will der junge Mann, der einmal zwei Jahre lang SPD-Mitglied war, keiner Partei mehr beitreten. "Ich möchte jenseits von Partei- oder Fraktionszwang agieren und entscheiden können." (nip)

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