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Augsburg

15.10.2013

"Augsburg ist ein Juwel" - mit städtebaulichen Schwächen

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Ein Experte lobte die neuen breiten Gehwege in der Maximilianstraße, die hier im Hintergrund sichtbar sind. Er sagte: „Sie verleihen dieser überdimensionierten Straße mehr Symmetrie.“
Bild: Annette Zoepf

Experten diskutieren bei „Quo vadis Augsburger Stadtgestalt?“ über eine städtebauliche Aufwertung der Innenstadt. Kritik an fehlenden Grünflächen.

Alt ist in. Jedenfalls übt die Augsburger Innenstadt laut Bezirksheimatpfleger Peter Fassl eine große Anziehungskraft auf das Umland aus, urbanes Wohnen in historischem Ambiente liegt im Trend. Neu ist das nicht. 1521 war der Stolz der Augsburger auf ihre Stadt sogar so groß, dass sie ihren ersten Stadtplan in Auftrag gaben – eine Investition, die sich unter den europäischen Metropolen seinerzeit nur Venedig erlaubt hatte.

Behutsamer Wiederaufbau nach dem Krieg

Eine attraktive Stadt wirkt identitätsstiftend und belebt das soziale Klima. Das Symposium „Quo vadis Augsburger Stadtgestalt?“ widmete sich dem in Stein gemeißelten Erbe Augsburgs und dessen Auftrag an neue Architektur. Der ehemalige Augsburger CSU-Bundestagsabgeordnete Christian Ruck hatte eine Expertenrunde in den Pfarrsaal von St. Ulrich geladen, um kurz vor seinem Weggang nach Kamerun die städtebauliche Diskussion noch einmal kompetent auf die Tagesordnung zu setzen.

Referent Peter Fassl kritisierte die Radikalität, mit der in den letzten drei Jahrzehnten Grünflächen als wichtiges Wohlfühlkriterium in der Innenstadt reduziert worden seien. Zum Umgang der Stadt mit ihrem römischen Erbe erklärte er spöttisch: „Augsburg ist die einzige ehemalige römische Provinzhauptstadt in Deutschland, der man diese Vergangenheit nicht ansieht, weil sie sie nicht zeigt."

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Augsburg ist ein Juwel. Das glaubt Christoph Mäckler. Der Star-Architekt, der die berühmte Frankfurter Skyline kürzlich um einen weiteren Turm, den Tower 185, erweiterte, beglückwünschte die Augsburger zu dem behutsamen Wiederaufbau nach dem Krieg.

Anders als die Stadt Dortmund, an deren Universität Mäckler lehrt, könne sich Augsburg städtebaulich – trotz einiger Schmuddelecken wie dem Leonhardsberg und dem Obstmarkt – auf hohem Niveau weiter entwickeln. „Das Vorgehen der Städtebauer hat sich an der Geschichte des Ortes orientiert“, erklärte er. Das muss Architektur leisten.

Mäckler ist in Augsburg nicht unbekannt. Schon 2010 beschäftigte er sich in einer Werkstatt mit den Bebauungsplänen zur „Kaisermeile“. Kernstück seiner Empfehlungen damals wie heute ist die Wiedererrichtung des Tanzhauses, das einst mitten auf der Maximilianstraße beim Moritzplatz stand, sowie des Salzstadels in der Mitte des Ulrichsplatzes. „Bauen Sie die Häuser modern, auf ihren historischen Fundamenten“, riet er dem Fachpublikum des Symposiums. „Und sorgen Sie für eine kulturelle Nutzung. Attraktivität bekommen Sie nicht allein mit schöner Architektur, sondern mit bürgerschaftlichem Leben in der Stadt!“ Salzstadel und Tanzhaus sollen den Platzcharakter der überdimensionierten Maxstraße wieder herstellen, Orte der Begegnung schaffen und die Bürger zum Bleiben einladen. Von den neuen breiten Gehsteigen der Maxstraße zeigte er sich schon mal begeistert: „Sie verleihen dieser überdimensionierten Straße mehr Symmetrie. Das Auge findet jetzt Halt“, lobte er.

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