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Kurt F. Viermetz

06.12.2016

Augsburg nimmt Abschied von Ehrenbürger Viermetz

Der Gottesdienst im Dom wurde von den Augsburger Domsingknaben mitgestaltet.
Bild: Fred Schöllhorn

Kurt F. Viermetz war in den großen Metropolen zu Hause, seine Heimatstadt hat er aber nie vergessen. Nun hat sich Augsburg von seinem verstorbenen Ehrenbürger verabschiedet.

Ein Weltbürger wurde am Nikolaustag in Augsburg verabschiedet. Einer, der die längste Zeit seines Lebens in den großen Finanzmetropolen der Welt lebte, wie in Frankfurt, Paris, London, New York, seine Heimatstadt aber nie vergaß. Mit bewegenden Ansprachen wurde Kurt F. Viermetz gewürdigt, der am 25. November im Alter von 77 Jahren verstorben war.

Sein Sohn Maximilian Viermetz sprach bei der Trauerfeier im Goldenen Saal von einem Sinnbild, das sein Vater immer gerne verwendet habe. „Er hat die Familie als Pyramide gesehen. Er war die Basis. Meine Mutter und ich kamen darüber und an der Spitze war der Hund. Er war die Basis, auf der alles aufgebaut war“, erinnerte er sich vor zahlreichen Gästen aus Politik, Bankenwesen und Gesellschaft.

Er habe seinen „lieben Vater“ verloren, betonte er, und berichtete über die gemeinsame Zeit der Familie, die sie in viele Städte geführt hatte. „Diese Lehr- und Wanderjahre machten ihn zu einem Weltbürger. Er war ein Lehrer und Lenker, ein Menschensammler“, sagte Michael Stürmer, Chefkorrespondent der Welt-Gruppe.

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Kurt F. Viermetz machte als Banker international Karriere

Nach seiner Lehre bei der Deutschen Bank in Augsburg machte Kurt F. Viermetz als Banker international Karriere. 1965 nahm er eine Stellung als Devisenhändler bei der US-amerikanischen Bank J. P. Morgan in Frankfurt an. „35 Jahre war er in unserem Unternehmen beschäftigt. Die Bank war sein Leben. Sie hat ihn geprägt und er hat die Bank geprägt“, sagte Walter Gubert, Vice Chairman von J. P. Morgan Chase.

Viermetz sei ein Ehrenmann gewesen, ein Mann dessen Wort galt, wenn er es einmal gegeben hatte. „Ich weiß, dass in den vergangenen Jahren der Ruf des Berufsstandes in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Kurt konnte sich der Kritik nicht entziehen und darunter hat er nicht unerheblich gelitten, aber er war das falsche Ziel für Verurteilungen“, betonte Guber. Seine Stärken hätten aus absoluter Integrität, Loyalität und Pflichtbewusstsein bestanden.

Anton Losinger Caroline  und Maximilian Viermetz, Hannelore Viermetz und Theo Waigel (von links).
10 Bilder
Trauerfeier für Augsburgs Ehrenbürger Viermetz
Bild: Fred Schöllhorn

Der Ehrenbürger hat in Augsburg viel bewegt

Oberbürgermeister Kurt Gribl sprach von einem großen Vorbild, einem Stifter und Mäzen, dem das Wohl der Allgemeinheit eine Pflicht war, einem dem neben der Kunst auch die Wissenschaft am Herzen lag und der von 2002 bis 2007 Hochschulratsvorsitzender der Universität Augsburg war. Viermetz unterstützte die Sanierung des Schaezler-Palais und des Mozarthauses, erwarb für das Maximilianmuseum kostbare Silberschätze und finanzierte 1998 auch die Überdachung des Innenhofs, dem „Viermetzhof“.

Gribl erinnerte sich an die Trauung von Hannelore und Kurt Viermetz vor drei Jahren. Sie hat mit ihm die schweren Jahre seiner Krebserkrankung durchgestanden. „Dank deines Einsatzes hast du sie ihm erträglich gemacht. Ich habe bewundert, wie er seine letzten Jahr gelebt hat. Nie ein Murren, nie ein Klagen. Er blieb ein Vorbild“, sagte der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel, der auch im Gremium der „Kurt und Felicitas Viermetz Stiftung“ sitzt. Gemeinsam mit seiner ersten Frau Felicitas, die 2007 starb, hatte sie der Augsburger Ehrenbürger 2003 gegründet: Seither wurden über 700 Projekte in Augsburg und Schwaben mit einem Volumen von über acht Millionen Euro gefördert.

Seine soziale Ader kam auch der Diözese Augsburg zugute. „Es gibt kaum einen Dachstuhl unserer herrlichen Kirchen, der nicht durch die Unterstützung seiner Stiftung saniert worden war“, sagte Weihbischof Anton Losinger. Am Morgen hatte ein bewegender Gottesdienst im Hohen Dom stattgefunden. Diakon Christian Wild von St. Moritz las aus dem Evangelium nach Johannes den Text: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass ihr seid, wo ich bin.…“.

Derselbe Text wurde am Sterbebett von Kurt F. Viermetz am Klinikum Rechts der Isar in München verlesen. Musikalisch wurde der Trauergottesdienst von dem Bläserensemble der Dommusik und den Domsingknaben umrahmt, die er ebenfalls förderte. „Ich werde sein stets reges Interesse an meiner musikalischen Arbeit und seine über Jahre gewachsene freundschaftliche Verbundenheit schmerzlich vermissen. Die Domsingknaben und ich trauern um eine großartige Persönlichkeit. Wir sind Kurt F. Viermetz zu größtem Dank verpflichtet“, schrieb Domkapellmeister Reinhard Kammler im Programm des Gottesdienstes. Kurt F. Viermetz wurde auf dem Hermanfriedhof beigesetzt.

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