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Augsburg

03.02.2021

Augsburg nimmt fünf Flüchtlinge aus dem Lager Moria auf

Das Flüchtlingslager Moria wurde bei Bränden fast vollständig zerstört. Augsburg nimmt nun - neben vielen weiteren Städten - Flüchtlinge aus dem Lager auf.
Foto: Socrates Baltagiannis, dpa (Symbolfoto)

Augsburg werden vom Freistaat weniger Geflüchtete aus griechischen Flüchtlingslagern zugeteilt als gedacht. Fünf kommen nun in die Stadt.

Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos vergangenen September hatte sich Deutschland bereit erklärt, über 1500 der rund 13.000 unter prekären Umständen in Notunterkünften lebenden Menschen unterzubringen. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) hatte an Land und Bund signalisiert, dass die Stadt Augsburg Flüchtlinge aufnehmen würde. Zunächst hieß es, dass auf Augsburg 20 Geflüchtete entfallen werden. Nun soll Augsburg insgesamt fünf Flüchtlinge aus griechischen Flüchtlingslagern aufnehmen.

Absichtserklärung der Stadt Augsburg sorgte für Diskussionen

Die Absichtserklärung von Eva Weber hatte im September für Diskussionen gesorgt: Im sozialen Netzwerk Facebook gab es neben Zustimmung auch eine Vielzahl von ablehnenden Kommentaren, mitunter mit roher Wortwahl. Dabei hatte die Stadt bereits im Frühsommer ihre Bereitschaft signalisiert, Flüchtlinge aufzunehmen. Auf Initiative von Grünen, ÖDP und Polit-WG beschloss der Stadtrat Ende Mai, dass die Stadt angesichts der desolaten humanitären Situation auf Lesbos 25 Flüchtlinge im Kinder- und Jugendalter von dort aufnehmen will. Alle Parteien hatten sich damals diesen Vorhaben angeschlossen mit Ausnahme der AfD.

Zwei Geflüchtete kamen kurz vor Weihnachten nach Augsburg

Kurz vor Weihnachten kamen schließlich die ersten beiden Personen, die innerhalb dieses deutschen Kontingents in die Bundesrepublik ausreisen durften, in Augsburg an: Nach Informationen der Stadt handelt es sich dabei um eine junge alleinerziehende Mutter, 22 Jahre, aus dem Kongo samt ihrem neun Monate alten Kind. Sie hatten ihre Quarantäne in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Friedland verbracht und waren dann nach Augsburg gekommen. Die Aufnahme der beiden Geflüchteten erfolgte über das Bundesprogramm "Neustart im Team - NesT". Ehrenamtliche Mentoren sind begleitend tätig.

Im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos und dessen Umgebung sind mehrere Brände ausgebrochen. Medienberichten zufolge stehen auch Wohncontainer in Flammen, weshalb die Behörden das Lager evakuierten.
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Das Flüchtlingslager Moria wurde bei Bränden fast vollständig zerstört
Foto: Panagiotis Balaskas/AP/dpa

Das bayerische Staatsministerium teilte zuletzt mit, dass nach der Brandkatastrophe 100 Geflüchtete vom Freistaat aufgenommen und fünf davon auf das Angebot der Stadt hin nach Augsburg kommen werden. "Das ist zwar nicht die von der Stadt Augsburg ad hoc angebotene Personenzahl von 20, aber es ist ein erster wichtiger Schritt. Soweit uns bekannt ist, wurde die Aufnahmebereitschaft von Kommunen in einem solchen humanitären Programm zum ersten Mal berücksichtigt – daran waren wir als Friedensstadt Augsburg maßgeblich beteiligt", erklärt Eva Weber. Drei weitere Moria-Geflüchtete, die der Freistaat der Stadt Augsburg zuweisen wird, will die Stadt direkt unterbringen. Gespräche würden bereits stattfinden, heißt es in einer Mitteilung. Ein Datum für die Einreise stehe aber noch nicht fest.

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Brand in Moria: Wie Augsburg Flüchtlinge von Lesbos aufnehmen will

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