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Augsburg

23.12.2016

Augsburg plant Pfandsystem für Kaffee-Becher

Luca Aubele bietet im "Kitzenmarkt" auch Mehrwegbecher für den Kaffe zum Mitnehmen an.
Bild: Silvio Wyszengrad

Auch in Augsburg bieten inzwischen mehrere Betriebe an, Kaffee in einen mitgebrachten Becher zu füllen. Bei der Stadt gibt es Pläne für ein Pfandsystem.

Auf dem Weg zur Arbeit noch schnell in den Bäcker und einen Kaffee bestellen. „To go“ natürlich, zum Mitnehmen, denn es muss schnell gehen. Den Pappbecher in der Hand geht es weiter und als man zehn Minuten später den Bahnhof erreicht, wandert dieser geleert auch sogleich in den Müll. So ergeht es pro Tag 7,6 Millionen Kaffeebechern in Deutschland, schätzt die Deutsche Umwelthilfe. Im Jahr sind das 2,8 Milliarden Einwegbecher.

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Ein Pfandsystem soll kommen

Die Stadt will sich nun des Themas annehmen. „Wir wollen die Einführung eines Pfandsystems bei Bechern vorantreiben“, sagt Umweltreferent Reiner Erben (Grüne). Beim Abfallwirtschaftsbetrieb laufen Überlegungen, wie man an dieser Stelle Müll vermeiden kann. „So wie jetzt soll es nicht mehr weitergehen.“ Die Uni Augsburg hat ein Konzept zur Müllvermeidung ausgearbeitet – das betrifft Pappbecher ebenso wie die Frage, welche Materialien am besten verwendet werden. Klar sei, dass Gastronomiebetriebe auf freiwilliger Basis mitmachen sollen.

In Freiburg gibt es ein Mehrweg-Bechersystem – Kunden zahlen einen Euro Pfand für den spülmaschinenfesten Becher und können ihn dann in den teilnehmenden Cafés und Backshops in der Freiburger Innenstadt abgeben.

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Den Becher selbst mitbringen

Bis es soweit ist, empfiehlt Norbert Stamm, Leiter des städtischen Büros für Nachhaltigkeit, selbst einen Versuch mit einem mitgebrachten Becher in ihrem Lieblings-Kaffeeausschank zu unternehmen. „Es müsste eigentlich überall funktionieren“, glaubt er.

Bereits am Laufen ist das Projekt „Coffee to go again“ der Münchner Studentin Julia Post. Dabei ermöglichen die teilnehmenden Betriebe ihren Kunden, Kaffee in einen mitgebrachten Mehrwegbecher ausgeschenkt zu bekommen. Insgesamt acht Cafés sind in Augsburg momentan Teil des Projekts, so auch Urban fu:d am Hauptbahnhof. „Bei uns erhalten die Kunden zehn Prozent Rabatt, wenn sie ihren eigenen Mehrwegbecher für den Kaffee oder eine Dose für den Salat mitbringen“, sagt Geschäftsführerin Sarah Deichmann. Wer noch keinen eigenen Becher hat, kann sich diesen vor Ort kaufen. „Wir haben auch bereits darüber nachgedacht, Weckgläser zum Mitnehmen von Suppen anzubieten, die man leihen und an einem anderen Tag zurückbringen kann“, erzählt sie von zukünftigen Plänen.

Die erste Füllung gratis

Auch im Kitzenmarkt in der Nähe des Theodor-Heuss-Platzes gibt es den Kaffee 20 Cent günstiger, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. „Wer bei uns seinen Mehrwegbecher kauft, erhält sogar die erste Füllung gratis“, so Geschäftsführerin Luca Aubele. Seit der Eröffnung ihres Ladens vor einem halben Jahr ist sie Mitglied bei „Coffee to go again“ und stellt fest, dass immer mehr Kunden auf den Einwegbecher verzichten.

Auch außerhalb des Projekts „Coffee to go again“ steigt der Wunsch, die Müllproduktion durch Einwegbecher zu reduzieren. So bieten seit Mitte November auch alle McCafé-Filialen ihren Kunden die Möglichkeit an, einen eigenen Kaffeebecher mitzubringen. „Das Heißgetränk wird dann aus hygienischen Gründen in einem Stahlkännchen zubereitet und in den Becher umgefüllt“, erklärt Unternehmenssprecher Peter Lemm.

Wer sich morgens seine Frühstücksbreze und den Kaffee bei der Bäckerei Wolf besorgt, kann auch hier einen eigenen Becher mitbringen, ebenso ist das bei Heyzel Coffee, der Schwarzen Kiste oder bei Henry’s Coffee World möglich.

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