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Augsburg

16.01.2016

Augsburg rechnet mit 6000 Asylbewerbern

Flüchtlinge in einer Unterkunft in Lechhausen.
Bild: Anne Wall

Augsburg rechnet Ende des Jahres mit 6000 Asylbewerbern. Stadt und Regierung von Schwaben bereiten weitere Unterkünfte vor. Was sonst noch geplant ist.

Vor einem Jahr lebten rund 1000 Asylbewerber in Augsburg, jetzt sind es fast 3500, Ende des Jahres könnten es 6000 sein. Von dieser Zahl geht Sozialreferent Stefan Kiefer aus. Ein Großteil wird auf die Erstaufnahmeunterkünfte der Regierung von Schwaben entfallen, die ihre Kapazitäten auf 6000 Plätze schwabenweit ausbauen will, wie Regierungspräsident Karl-Michael Scheufele sagt. 2500 davon könnten in Augsburg sein. Sowohl Stadt und Regierung betonen, dass sie trotz der hohen Flüchtlingszahlen keine Probleme haben, weitere Unterkünfte zu finden – und dass sie keine Horrormieten bezahlen müssen.

Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, Asylbewerber aus teuren und ungeeigneten Pensionen in Häuser umzusiedeln. Dies sollen möglichst größere Objekte sein, keine Einfamilienhäuser, die in Augsburg ohnehin Mangelware sind. Die Standorte will Kiefer möglichst gleichmäßig verteilen, so hat er Objekte in Inningen, Firnhaberau und Hammerschmiede im Auge, wo bislang keine Flüchtlinge wohnen. Dann würde nur Bergheim fehlen, wo sich allerdings kein Objekt findet. Das Asylteam habe aber stadtweit mehrere hundert Plätze in der Hinterhand.

Ausreichend Immobilienangebote

Auch die Regierung bekommt laut Scheufele ausreichend Angebote, vor allem in Gewerbegebieten. Größter Standort für Erstaufnahme in Augsburg soll die Berliner Allee mit bis zu 500 Plätzen werden. Bezugsfertig ist der Kobelweg, der voraussichtlich noch eine Dependance am Kurzen Geländ bekommt, wo momentan unter anderem ein Bordell ansässig ist. Weitere geplante Standorte sind die Gögginger Ohmstraße, die ehemalige Hermann-Schmid-Akademie an der Riedingerstraße sowie Steinerne Furt (Baywa) und Aindlinger Straße (Weltbild). An letzterem Standort soll das Ankunftszentrum Augsburg eingerichtet werden, wo die Registrierung durchgeführt wird. Untergebracht wird hier – außer im Notfall für eine Nacht – niemand.

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Asylbewerber sollen künftig aus verwaltungstechnischen Gründen länger in der Erstaufnahme bleiben (momentan maximal zwei Wochen). Augsburg hat zwar hohe Kapazitäten, ist aber rechtlich eine Außenstelle der zentralen Erstaufnahme für Schwaben in Donauwörth. Die Bürger können sich daher nun auf Asylbewerber aus bestimmten Herkunftsländern einstellen. Schwaben ist augenblicklich für Pakistan, Eritrea, Afghanistan und Syrien zuständig (letzteres nicht allein).

Es geht um mehr als Unterkünfte

Da bei der Unterbringung mittlerweile Routine vorherrscht, möchte die Stadt laut Kiefer ihr Augenmerk verstärkt auf weitere Schritte legen: Sprache, Arbeiten, Wohnen, Wertevermittlung. Kiefer: „Bisher war das Problem, dass wir alle Hände voll zu tun hatten und parallel Strukturen aufbauen mussten.“ Nun aber laufen Programme an, darunter eines in Zusammenarbeit mit der Justiz: Ein Staatsanwalt wird neu Eingetroffenen eine Art Sozialkundekurs geben. Darin wird es laut Kiefer um Themen wie Demonstrationsrecht und Handyverträge ebenso gehen wie um Rechte von Frauen. „Die Frage muss sein: Was akzeptiert die deutsche Gesellschaft?“

Das Integrationsreferat versucht derweil, Ordnung in die Vielzahl der Deutsch- und Integrationskurse zu bringen, so dass möglichst viele Asylbewerber ein für sie geeignetes Seminar besuchen können. Außerdem fragt man bei Anbietern ab, ob und wie es gelingt, im Rahmen der Kurse Werte zu vermitteln. Das Büro für Migration baut parallel ein Netzwerk auf, in dem Migranten Asylbewerbern bei der Integration zur Seite stehen. „Die Stadt hat die Situation gut im Griff. Wir sind nicht überfordert“, betont Erben.

Mehr Übergangsklassen

Allerdings musste Bildungsreferent Hermann Köhler ein Notprogramm für Schulen fordern. Denn die Zahl der Übergangsklassen für Migranten steigt derart, dass die Verwaltung auf der Suche nach Standorten für Container sowie nach Gebäuden ist, in die Klassen ausgelagert werden können. Allein die Zahl der Ü-Berufsschulklassen soll verdoppelt werden.

Auch an Sozialpädagogen zur Betreuung unbegleiteter Minderjähriger fehlt es und Asylsozialarbeiter sind überlastet. Matthias Schopf-Emrich vom Diakonischen Werk sagt: „Wir werden viel Arbeit haben die nächsten Jahren.“ Damit meint er jedoch nicht nur professionelle und freiwillige Helfer, sondern die gesamte Gesellschaft.

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Die Diskussion ist geschlossen.

16.01.2016

Na ihr Hetzer, fallt ihr bei Facebook nicht mehr auf?^^

Ich find die vielen Flüchtlinge auch schlimm. Aber nicht, dass sie hier sind, sondern, dass sie in ihrer Heimat nicht bleiben können. Wenn ich meine Kinder blutend durch die Straßen tragen müsste würd ich auch abhauen, wer nicht? Wer aber meint er kann sich hier aufführen wie die Axt im Walde, der sollte schnellst möglich wieder rausgeschmissen werden. Schade, dass man manche Deutsche nicht rausschmeißen kann, gell Peter G. und Robert T. ihr solltet es so machen wie Günter Z. und fliehen. Find ich super

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17.01.2016

Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man Menschen helfen muss, die vor Krieg/Diskriminierung/Verfolgung fliehen. Nur darf man dabei nicht naiv sein, sonst vernichtet man die Grundlage, auf der man die Hilfsbereitschaft aufbaut.

Die aktuellen Dimensionen sprengen alles, was wir erwartet hatten. Deshalb sind wir geradezu verpflichtet, all diejenigen Abenteurer/Migranten, die den besonderen Schutz des Asylrechts eigentlich nicht benötigen, schnellstmöglich zu identifizieren und rückzuführen. Nur so können wir die Bereitschaft und das Potential erhalten, um DAUERHAFT Verfolgten helfen zu können. Hilfe ist nicht nur romantische Träumerei und Selbstaufgabe, sondern benötigt einen Plan!

6.000 Flüchtlinge - zusätzlich zu den bereits hier lebenden, aber sogar in dritter Generation teils sehr schlecht integrierten Migranten aus anderen Kulturkreisen (z.B. der Türkei) - sind eine echte Hausnummer!

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16.01.2016

Nur her damit, damit das Schiff voll wird; In Dortmund wurden 2 Trassexuelle von Moslems gesteinigt, soweit sind wir schon, aber die Merkel schafft das schon(Deutschland ab)!

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16.01.2016

Bald werden die Augsburger flüchten, nur nimmt uns keiner auf uund bläst uns alles schön in den Hintern

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16.01.2016

Ich bin schon vor Jahren geflohen !

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16.01.2016

Nur weiter so - denn das spielt in der Migrationshauptstadt Deutschlands sowieso keine Rolle mehr.

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16.01.2016

Das ist ein Asylbewerber pro 45 Einwohner.

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16.01.2016

Alles Relativ ... jedenfalls müssen immer weniger Leistungsträger immer mehr Leistungsnehmer durchfüttern ...

Jedenfalls werden die Gesamten Kosten auf die Einwohner umgelegt, heute Gewerbesteuer und Grundsteuer, und morgen ... es gibt noch viele Abgaben zu erhöhen, packen wir es an ... ihre Gemeinde.

Krankenkassen-Patienten müssen nicht nur länger warten, sie dürfen auch mehr bezahlen ...

.... und die sozial Schwächeren in Augsburg ? ... na ja, wenn die Regierung von Schwaben für Asylanten ... 25% über der Ortsmitte bezahen, werden wohl andere auf dem Wohnungsmarkt auf der Strecke bleiben ... ?

Asylrecht ? ... für Wirtschaftlichen Wohlstand ... "Made in Germany" ...

Wieso bekommen tatächlich politisch verfolgte, wie zum Beispiel "Edward Snowden", kein asyl in Deutschland ...?

:-)

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16.01.2016

das sind gerade mal 2 %. Das sollte doch verkraftbar sein.

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19.01.2016

Für die sozial Schwachen sind 2% am Wohnungsmarkt eine Katastrophe. Für die Schulen sind diese 2% eine große Herausforderung. Für die Sozialkassen sind diese 2% milliardenschwer.

Nicht alles, was klein klingt, ist auch tatsächlich klein.

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