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Pflege

09.07.2019

Augsburg soll mehr Kurzzeitpflegeplätze bekommen

In Augsburg fehlen Kurzzeitpflegeplätze. Durch den finanziellen Anreiz sollen weitere geschafft werden.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbol)

Mehr Kurzzeitpflegeplätze für Augsburg: Die Stadt fördert das dringend benötigte Angebot mit bis zu 250.000 Euro pro Jahr aus eigener Tasche.

Kurzzeitpflegeplätze sind in Augsburg Mangelware. Das soll sich jetzt ändern. In der jüngsten Sitzung des Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschusses verabschiedeten die Stadträte nach einem Antrag der SPD-Stadtratsfraktion nun einstimmig einen neu ausgearbeiteten Grundsatzbeschluss: Demnach soll die Verwaltung eine Förderrichtlinie erstellen, damit bis zu 50 Plätze für Kurzzeitpflege dauerhaft in den verschiedenen Einrichtungen der Stadt eingerichtet werden können. Dafür greift die Stadt selber in die Tasche und will in den kommenden drei Jahren jeweils knapp 250.000 Euro zur Verfügung stellen.

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Sozialbürgermeister Stefan Kiefer (SPD) gab in er Sitzung einen kurzen Überblick über den aktuellen Sachstand. So gebe es nach dem Wissen der Stadt derzeit zehn Kurzzeitpflegeplätze im Christian-Dierig-Haus, zwölf Plätze im Eigenbetrieb Altenhilfe sowie zwei Plätze im Hofgarten-Carree. Je nach Bedarf würden Einrichtungen teilweise kurzfristig eine Platz anbieten, wenn gerade einer der „Langzeit-Plätze“ nicht in Anspruch genommen wird. Die städtische Sozialplanung führte Anfang des Jahres eine Erhebung im Bereich der ambulanten Pflege und zur Situation der Kurzzeitpflege durch. Die Ergebnisse waren wenig überraschend: Viele Kurzzeitgäste müssten abgewiesen werden. In vielen Gesprächen hätten Mitarbeiter der Krankenhaus-Sozialdienste, der Beratungsstellen wie auch der Ärzteschaft des Bezirkskrankenhauses darauf hingewiesen, dass es in Augsburg schwierig bis nahezu unmöglich sei, einen Kurzzeitpflegeplatz zu erhalten.

Finanzieller Anreiz für das Einrichten neuer Plätze

„Mit dem Grundsatzbeschluss soll ein finanzieller Anreiz geschaffen werden, dass Kurzzeitpflege-Gäste aufgenommen werden“, erklärte Kiefer. Denn gerade in den Bereichen Verwaltung und Hauswirtschaft würde die Kurzzeitpflege einen hohen Arbeitsaufwand bedeuten: Für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum müssten Gespräche geführt, Daten verarbeitet, die Finanzierung geklärt, das Zimmer hergerichtet, die Einnahme von Medikamenten abgesprochen und etwa Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Aufgrund dieser vielen Arbeitsschritte scheuten viele Einrichtung die Aufnahme von Kurzzeitpflege-Gästen. Um diesen Mehraufwand zu lindern, soll jede Aufnahme künftig mit einem Betrag von 250 Euro gefördert werden. „Das ist eine freiwillige Leistung der Stadt“, betonte Kiefer.

Augsburg soll mehr Kurzzeitpflegeplätze bekommen

Zuständig dafür sei eigentlich der Landespflegeausschuss, wo Träger, Bezirke und der Freistaat vertreten sind und eine finanzielle Anpassung dieser anspruchsvollen Pflegeplätze vornehmen könnten. Deshalb sei die Förderung auf die kommenden drei Jahre befristet. „Ich bin optimistisch, dass das dort auch bald ein Thema ist“, sagte er. Schließlich würden derzeit viele Kommunen in Schwaben über das Problem diskutieren. Kiefer: „Es fehlen überall Plätze. Das ist nicht nur in Augsburg so.“

SPD-Stadträtin Jutta Fiener sagte: „Die Kommunen müssen jetzt das auffangen, was das Land versäumt hat.“ Und auch Stadtrat Alexander Süßmair (Ausschussgemeinschaft) betonte, wie wichtig die Schaffung der Kurzzeitpflege-Plätze und die gleichzeitige Entlastung der pflegenden Angehörigen sei. Er sagte aber auch: „Für diese Finanzierung sind eigentlich andere zuständig. Es gibt Pflichtaufgaben, wo uns deshalb das Geld fehlen wird.“

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