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Augsburg

30.07.2020

Augsburg stellt giftige Engelstrompete am Herkulesbrunnen auf

Diese prächtigen Blütenkelche waren bis Donnerstagmorgen am Herkulesbrunnen zu betrachten. Sie gehören allerdings zu einer hochgiftigen Pflanze – der Engelstrompete.
Bild: RT1

Die aus Südamerika stammende Pflanze sollte für den coronabedingten Abstand sorgen, sie ist aber hochgiftig. Was Umweltreferent dazu sagt.

Der Herkulesbrunnen ist, besonders in diesem Corona-Sommer, einer der beliebtesten Treffpunkte in der Stadt. Genau dies führte zuletzt aber auch zu Problemen: Weil an lauen Sommerabende viele Menschen dort ihre Freizeit verbrachten, konnten die coronabedingten Sicherheitsabstände kaum eingehalten werden. Damit dies besser funktioniert, hat die Stadt Blumenkübel und Pflanztöpfe aufstellen lassen. Nun stehen dort Palmen – und bis Donnerstagmorgen auch Engelstrompeten.

Engelstrompeten am Herkulesbrunnen können Rauschzustände verursachen

Diese Sträucher haben es in sich: Alle Bestandteile der ursprünglich in Südamerika beheimateten Pflanze sind giftig, richtig dosiert können sie sogar Rauschzustände hervorrufen. Die Pflanzen finden sich auf einschlägigen Seiten im Internet: Dort sind Rezepte nachzulesen, wie man aus den Blüten einen Tee brauen oder die Samen essen kann. Allerdings sind die jeweiligen Teile der Pflanze unterschiedlich giftig – und dosieren lassen sie sich kaum.

Der Stadt fiel die potenzielle Droge auf der Partymeile wohl vorerst nicht weiter auf. Erst nachdem sich Hörer bei Hitradio RT1 beschwerten und der Sender darüber berichtete, reagierten die Verantwortlichen. Die Kübel mit den Engelstrompeten wurden am Donnerstagvormittag wieder abgebaut.

Immer wieder hört und liest man von Fällen, in denen sich Menschen, die sich durch Teile der Engelstrompete berauscht hatten, selbst verstümmelten oder an einer Überdosis starben. Wie konnte es also dazu kommen, dass eine solche Pflanze ihren Weg an einen derart prominenten Platz finden konnte? Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) erklärt, man habe eine Pflanze gebraucht, die sich vor allem durch „die Robustheit gegenüber Urin, Erbrochenem und Vandalismus“ auszeichnet. Aufgestellt wurden die Sträucher am 17. Juli. Die Pflanzkübel mussten laut Erben schnell kommen, da die Pflanzen ein Teil des Maßnahmenpakets zum Infektionsschutz sind. Von vornherein sei eine temporäre Aufstellung angedacht gewesen, sagt Erben.

Die Engelstrompete findet sich an vielen öffentlichen Plätzen

Zugegeben: Die bauchigen, gelben, orangen oder weißen, herabhängenden Blütenkelche der Engelstrompete sind nicht zu übersehen. Groß und duftend präsentiert sich die Giftschleuder im Sommer. Auch, wenn die am Brunnen ein wenig verdurstet wirkten. Wieso niemand daran dachte, dass ausgerechnet diese hochgiftige und potenziell berauschende Pflanze an einem öffentlichen Ort zu platzieren vielleicht nicht die beste Idee ist, erklärt das Umweltreferat nicht. Erben sagt, die „Engelstrompete gehört zur Familie der Nachtschattengewächse wie Tomate oder Kartoffel und steht als klassische Kübelpflanze in vielen Botanischen Gärten und auch in Hausgärten“.

Augsburg stellt giftige Engelstrompete am Herkulesbrunnen auf
19 Bilder
Luftaufnahmen: So sieht Augsburg von oben aus
Bild: Ulrich Wagner

Er verweist darauf, dass in der Praxis keine Vergiftungen mit der Engelstrompete bekannt seien, da niemand – abgesehen von Kleinkindern und Kleintieren wie Katzen – auf den Gedanken käme, die Blätter oder die Blüten zu essen. Bislang habe sich niemand beim Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen oder beim Umweltreferat wegen der Engelstrompeten beschwert.

In diversen Online-Gartenlexika allerdings lässt sich nachlesen, dass bereits das längere Einatmen des Blütendufts der Pflanzen in geschlossenen Räumen zu Kopfschmerzen und Erbrechen führen kann. Auch der Hautkontakt mit ihnen kann zu Vergiftungen führen, weswegen bei der Gartenarbeit Handschuhe empfohlen werden. Für Haustiere kann die Pflanze bisweilen tödlich sein. Das Umweltreferat erklärt abschließend, unabhängig von dieser Angelegenheit bitte die Stadt Augsburg alle Einwohner, vom Verzehr von städtischen Pflanzen ebenso wie dem mutwilligen Zerstören abzusehen.

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01.08.2020

.
Bei der Diskussion um die Giftigkeit der Pflanze geht ein
wesentliches Detail vollkommen unter, nämlich dass für
den Platz am Herkulesbrunnen (!) eine Pflanze gebraucht
wurde,

"die sich vor allem durch die R o b u s t h e i t
g e g e n ü b e r U r i n , E r b r o c h e n e m
u n d V a n d a l i s m u s auszeichnet.
.

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31.07.2020

Am Herkules Brunnen sollten große Warnschilder aufgestellt werden, die vor dem Verzehr von Engelstrompeten-, Fliegenpilz-, Einbeeren-, Knollenblätterpilz- oder Maiglöckchen Salat warnen sollten.
Ähnlich wie in den USA sollte auch präventiv darauf hingewiesen werden, dass man eine Katze nicht in der Mikrowelle trocknen sollte.

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31.07.2020

Nun denn, jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und alle partywütigen "wir sind so cool"- Menschen wissen nun ob dieser berauschenden Eigenschaft der Pflanze Bescheid und würden, wenn man sie nun wieder aufstellt, sie bis zu den Wurzeln zerpflücken.

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31.07.2020

Was soll denn diese Diskussion? In beinahe jedem 2ten Garten steht eine solche Pflanze. Ja sogar noch giftigere Pflanzen wie z.B. Rhizinus habe ich bei uns auf dem Land schon gesehen. Ja sogar Oleander, Magnolia oder die allseits beliebte Ligusterhecke sind hochgiftig. Aber die „Szene“ wird sich gebührend darum kümmern. So ein dummes Geschwätz. Können wir jetzt bitte wieder damit anfangen normal zu werden und hören endlich wieder damit auf seit Corona alles aber auch wirklich alles auf den Prüfstand zu stellen. Trotzdem müssen wir noch leben dürfen. Ich finde solche Aussagen äußerst bedauerlich und besorgniserregend.
Danke für ihr Gehör!!!

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31.07.2020

Nur treiben sich in Gärten üblicherweise nicht allabendlich Horden von schwachsinnigen Säufern herum

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30.07.2020

Keine Sorge, die Szene wird sich gebührend um die für einen Rausch konsumierbaren Bestandteile der Pflanzen kümmern.

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30.07.2020

Keith Richards hat sich vor einigen Jahren beim besteigen einer Palme schwer verletzt. Wie verhindert die Stadt das Besteigen der jetzt aufgestellten Palmen durch das angetrunkene Partyvolk? Warum schützt niemand die Besuffskis vor der gefährlichen Droge Alkohol?

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30.07.2020

Warum nicht Cannabis anpflanzen. Die nächtliche Mischpoke am Brunnen hätte bestimmt seine Freude daran.

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30.07.2020

Vor 15 bis 20 Jahren hat es einige Todesopfer durch diese Blumen gegeben. Da haben sich Jugendliche bewußt vergiftet ... um high zu werden. Aber die holen sich die Blüten auch in Nachbarsgarten.

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30.07.2020

So ein Blödsinn. Seit ich denken kann haben meine Familie und ich Engelstrompeten. Weder habe ich mich in meiner Kindheit noch jetzt beim selbst um die Pflanzenbkümmern und sie aus Samen zu ziehen vergiftet, noch unsere Kinder und auch noch nie hat jemals eine unserer Katzen oder Kaninchen die Idee gehabt an einer zu knabbern. Und ich trage keine Handschuhe bei der Arbeit mit den Pflanzen. Wenn man möchte kann man echt aus allem ein Problem machen und in dieser Corona Zeit haben alle zu viel Zeit Probleme zu erfinden wo keine sind.
Als nächstes müssen dann Kakteen weg weil man sich daran pieksen kann und alle Blühpflanzen weil man sonst von einer Biene gestochen werden kann usw.

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30.07.2020

Wo ist das Problem, es ist eine wunderschöne Blume, wer dann was daraus macht, ist doch jedem seine Sache. In den Südländern ist Oleander an allen Plätzen, dort würde niemand auf die Idee kommen diese wegen der Giftigkeit zu entfernen.

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30.07.2020

Das sehe ich auch so. Wer sich vergiften will, der findet schon einen Weg. Deswegen müssen wir uns nicht jede Freiheit, Schönheit und Natur nehmen lassen von den permanent "Verstörten".

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30.07.2020

dann müsste die Stadt auch alle Oleanderkübel - falls solche aufgestellt wurden - beiseite schaffen. Oleander ist hochgiftig. Und dann mal nachschauen, ob irgendwo Fingerhut blüht in den städtischen Gärten und Parks. Der ist auch tödlich giftig. Ich glaube, das ist nicht der richtige Ansatz ... . Manchmal muss der Mut zum Risiko darüber hinweghelfen, dass nicht alles geregelt, befriedet und versichert werden kann.

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