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Verkehr

20.12.2011

Augsburg wartet auf den Bahnhofsumbau

Eröffnung Bahnstrecke München- Augsburg
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Die Regierung von Schwaben hat das Genehmigungsverfahren für den Augsburger Bahnhof abgeschlossen. Nun drängt die Zeit, um das 100-Millionen-Projekt fertigzustellen.
Bild: Stefan Puchner dpa/lby

Die Regierung von Schwaben hat das Genehmigungsverfahren abgeschlossen. Nun drängt die Zeit, um das 100-Millionen-Projekt fertigzustellen.

Der Ordner ist 149 Seiten stark. Lange wurde politisch über den Inhalt gestritten, am Ende prüften die Beamten die Pläne fast eineinhalb Jahre lang. Seit gestern haben Stadt und Stadtwerke die Genehmigung zum Umbau des Hauptbahnhofs von der Regierung von Schwaben in Händen. „Mobilität ist der Schlüssel zur Entwicklung der Region“, so Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU). Doch klar ist schon jetzt, dass Stadtwerke und Bahn sich beeilen müssen, wenn sie volle Zuschüsse haben wollen. „Wir müssen uns zusammenraufen, was die Abläufe betrifft“, gibt Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Walter zu.

Das 100-Millionen-Projekt soll bis 2019 fertiggestellt sein, weil unklar ist, wie es danach mit der Förderung weitergeht. Gribl reagierte gestern auf die Frage, ob dieser Termin zu halten sei, mit einer klaren Antwort: „Ja.“ Das Projekt sieht eine Untertunnelung des Bahnhofs für Straßenbahn und Fußgänger samt unterirdischer Straßenbahnhaltestelle und direkten Zugängen zu den Bahnsteigen vor. Momentan gibt es weder Rolltreppen noch Aufzüge zu den Bahnsteigen. Baustart soll 2012 sein. Um etwas Zeit zu sparen, wird parallel zum schon laufenden Kö-Umbau die Tunnelrampe in der Halderstraße vorbereitet.

Nach jetzigem Stand würden Bund und Land 55,3 Millionen Euro der insgesamt 98,5 Millionen Euro beisteuern. Stadtwerke und Bahn zahlen je rund 20 Millionen, die Stadt zwei Millionen Euro. Die Kostenaufteilung ist allerdings noch nicht fix. Zum einen stehen in den kommenden Monaten noch Verhandlungen zwischen Bahn und Stadtwerken an, wobei die Projektpartner ankündigen, dass es bei dieser Größenordnung bleiben soll.

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Viele Optionen gibt es auch nicht: Verzögert sich der Projektstart, wackelt das ganze Projekt. Zum anderen werden auch nicht Beträge als solche vereinbart, sondern Finanzierungsanteile. Das heißt: Wird der Bahnhof teurer oder billiger, ändern sich die Beträge.

Die Finanzierung und die Planung waren zuletzt immer wieder Gegenstand politischer Kontroversen. Unter anderem hatte Gribl im Wahlkampf die Pläne der Vorgänger-Regenbogenregierung attackiert – und sie später übernommen, obwohl man zunächst Änderungen von der Bahn wollte. Gribl erklärte gestern, dass die Bahn „gewaltige Zuleistungen“ erbringe und häufig zu Unrecht gescholten wurde. Gemünzt waren diese Sätze auf CSU-Politiker und Steuerzahlerpräsident Rolf von Hohenhau, der den Bahnhofsumbau immer wieder kritisiert. „Wenn über ein Projekt ausreichend diskutiert wurde, muss es ein Ende der Diskussion geben und den Mut zur Umsetzung“, so Gribl.

Nach derzeitigem Stand wird die Bahn ein Fünftel der Kosten tragen, aber noch weitere Investitionen (mit Förderung) tätigen. Dies gilt für den zusätzlichen Nahverkehrsbahnsteig F, der 2014 fertig sein und eine bessere Abwicklung des Regio-Schienen-Takts erlauben soll.

Es gibt neue Bahnsteigdächer

Außerdem erklärte die Bahn gestern, dass sie die Ausstattung aller Bahnsteige, etwa Bänke, sowie alle Bahnsteigdächer erneuern möchte. Diese Punkte kommen zusätzlich zur eigentlichen Tunnel-Planfeststellung und werden von der Bahn gesondert finanziert. Allerdings scheint es bei diesem Punkt noch Fragezeichen zu geben: Zusätzlich zu den regulären Gleisen eins bis neun hat man am Hauptbahnhof auch einige Zwischengleise als Endgleise für den Nahverkehr gequetscht, die an den Kopfseiten einiger Bahnsteige enden. Nach heutigem Stand dürften diese Anlagen in dieser Breite nicht mehr errichtet werden. "Kommentar u. Seite 38

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