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Augsburg

01.10.2019

Augsburger Goldschmied fuhr mit dem Rad ans Nordkap

Christof Lachenmann am ersten Ziel – dem Nordkap. Er radelte aber noch weiter in die Augsburger Partnerstadt Inverness.
Bild: Christoph Lachenmann

Mit einer fast 6000 Kilometer-Tour hat sich Christof Lachenmann einen Traum erfüllt. Er war in Norwegen und Schottland. Einmal wurde er für den Nikolaus gehalten.

Die Kinder waren „schuld“: Erst war Christof Lachenmanns Tochter in Kanada und der Vater schmiedete Pläne. Eine Radtour durch mehrere Länder reizte den 58-Jährigen. Die erste Idee, von Alaska nach Mexiko zu fahren, verwarf er wieder. Dann sah der Goldschmied Fotos seines Sohnes, der nach dem Abitur mit Freunden zum Nordkap geradelt war. Und das Ziel war klar: Nordkap. Mit dem Fahrrad. „So was haben wir als junge Menschen nie gemacht und irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Wann erfüllst du dir diesen Traum?“ Nach einer Operation im Frühjahr war für ihn klar: So bald wie möglich.

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Im Juli brach der Augsburger auf, erst in Richtung Nordkap und dann noch nach Inverness in Schottland, der Partnerstadt von Augsburg. Fast acht Wochen lang war der Goldschmied und Chef des Juweliergeschäfts Fries-Arauner unterwegs und legte knapp 6000 Kilometer zurück. Er hat viel erlebt, schlief bei Fremden und wurde einmal sogar für den Nikolaus gehalten.

Der Augsburger klingelte bei fremden Menschen

Aus Kostengründen und weil er nicht zelten wollte, übernachtete Christof Lachenmann in Norwegen oft bei Fremden. Die Idee sei ihm beim Radfahren unterwegs gekommen. „Ich hab dann natürlich den ganzen Tag überlegt, was ich als Erstes sag, wenn ich da an einer Tür klingel.“ Am Ende war es oft aber ganz einfach: Viele Norweger ließen den Augsburger in ihren Gartenhäuschen oder Garagen schlafen. Für Lachenmann eine gute Gelegenheit, auch mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

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Gleich bei seiner ersten Nacht hatte der Augsburger Glück: Er konnte bei einem norwegischen Paar übernachten, das lange in Deutschland gelebt hatte. Mit den beiden hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt, sie hätten ihm auch über die Reise hinweg immer wieder Tipps gegeben.

Doch auch wenn ihn die Gastfreundschaft der Norweger beeindruckte, nicht überall war es so leicht, einen Schlafplatz zu bekommen, erzählt Lachenmann. Die Lofoten, eine Inselgruppe im Norden, seien etwa sehr touristisch. Dort hätten die Leute „eher die Schnauze voll von Touristen“.

Augsburger Goldschmied: Fahrradfahren ist bewusstere Art des Reisens

Einmal hatte er jedoch auch dort Glück. Als er an einer Haustür klingelte, habe ihm ein kleiner Junge aufgemacht. „Mit meinem weißen Vollbart und der roten Jacke hat mich der Junge dann prompt für den Nikolaus gehalten“, erzählt Christof Lachenmann und lacht. „Der hat dann den Rest der Familie so lange bequatscht, bis ich dort übernachten durfte.“ Hat das Übernachten bei Einheimischen einmal nicht geklappt, mietete sich Christof Lachenmann ein Bett auf einem Campingplatz.

Von Norwegen flog Lachenmann nach Kirkwall in Schottland. Auf seiner weiteren Reise nach Inverness wurde er dann von seinem Sohn Sebastian begleitet. Dort übergab er einen Brief des Augsburger Oberbürgermeisters Kurt Gribl und das erste Modell seines Wasserrings – der Goldschmied entwarf ihn, nachdem Augsburg mit seinem Wassersystem zum Unesco-Welterbe aufgestiegen war.

Christof Lachenmanns ist begeistert von seiner Reise. Das Fahrradfahren sei einfach eine viel bewusstere Art des Reisens. „Man bekommt einfach mehr vom Land mit, alle Steigungen, Wind und Wetter spürt man viel intensiver.“ Auch die Flexibilität habe er geschätzt. „Wenn ich irgendwo eine schöne Stelle gesehen habe , bin ich einfach hingefahren. Wäre ich mit dem Auto gefahren, hätte ich wohl viele Dinge verpasst.“

Jetzt ist der Augsburger erst einmal froh, nach der langen Zeit wieder bei seiner Familie und in seinem Geschäft zu sein. Ein Ziel für eine neue Reise mit dem Rad gebe es noch nicht. Mit einem Auge, verrät Lachenmann aber noch, schielt er aber Richtung Osten.

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