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Augsburg

14.05.2019

Augsburger Ordnungsreferent kündigt weitere Schritte gegen Taubenplage an

In der Nähe des Frühlingsfest-Platzes in Göggingen gibt es bereits einen Taubenturm. Insgesamt gibt es zwölf betreute Taubenschläge in der Stadt.
Bild: Annette Zoepf

Beschwerden von Bürgern über Schmutz und Belästigungen durch Stadttauben nehmen zu. Wie Ordnungsreferent Dirk Wurm die Probleme besser in den Griff bekommen will.

In Augsburg ärgern sich immer mehr Menschen über Probleme mit Stadttauben. Bei der Stadt gehen so viele Beschwerden von Bürgern ein, dass sie laut Ordnungsreferent Dirk Wurm aus personellen Gründen nicht mehr alle beantwortet werden können. Wurm kündigte am Dienstag im Allgemeinen Ausschuss weitere Schritte an, um das Taubenproblem besser in den Griff zu bekommen.

In Augsburg gibt es geschätzt rund 2000 Stadttauben. Die Stadt setzt seit über 20 Jahren auf ein Konzept mit betreuten Taubenschlägen, in denen Geburtenkontrolle betrieben wird, damit die Population nicht weiter wächst. Der Tierschutzverein betreut derzeit zwölf Taubenschläge an verschiedenen Standorten in der Innenstadt und den Stadtteilen. Jährlich werden dort etwa 7500 Eier entnommen und durch Attrappen ersetzt, wie die Geschäftsführerin des Tierschutzvereins, Sabina Gaßner, erläutert. Durch diesen Trick sollen sich die Tauben nicht mehr so stark vermehren. Das Konzept funktioniert jedoch nicht an allen Standorten zufriedenstellend. Das kritisieren Stadträte quer durch die Parteien.

Falsche Fütterung durch Bürger macht Probleme

Zahlreiche Beschwerden von Anwohnern über Taubenkot und andere Belästigungen durch Stadttauben gibt es beispielsweise im Herrenbach, obwohl beim Schwabencenter ein betreuter Taubenschlag eingerichtet wurde. Gaßner sagt, an diesem Standort sei ein großes Problem, dass die Tauben in der angrenzenden Grünanlage von Bürgern gefüttert werden. Auch der Standort des Taubenschlags sei nicht optimal, weil die Tiere dort öfter gestört werden. Nach ihrer Einschätzung werden wohl mehrere Jahre Geduld nötig sein, bis die Tauben den Taubenschlag gut annehmen und nicht mehr im angrenzenden Wohngebiet für Ärger sorgen.

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Stadträte berichteten im Ausschuss, dass es generell große Probleme mit einzelnen Personen gebe, die Vögel in öffentlichen Grünanlagen übermäßig füttern. Auch die bei vielen Bürgern beliebte Fütterung von Wildvögeln sei problematisch, weil sie Tauben anziehe. Der Tierschutzverein schlägt deshalb vor, weitere Taubenschläge in der Stadt einzurichten und noch mehr Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung zu betreiben, wie man sich richtig verhält.

Ordnungsreferent Wurm hält das Geld für betreute Taubenschläge in Augsburg für gut angelegt. Wegen der vielen Beschwerden kündigte er aber weitere Schritte an, um Probleme besser in den Griff zu bekommen: „Die Bürger sollen nicht das Gefühl haben, dass es uns egal ist.“ Er verweist darauf, dass die Stadt ihren Zuschuss für das Konzept bereits aufgestockt hat, in diesem Jahr auf 65 000 Euro. Wurm regte im Allgemeinen Ausschuss an, im städtischen Haushalt fürs kommende Jahr die Mittel für das Programm auf 85 000 Euro weiter zu erhöhen. Damit könne auch die Beratung der Bürger bei Taubenproblemen weiter verbessert werden.

Stadt stößt mit Kontrollen an Grenzen

Aus Sicht des Ordnungsreferent stößt die Stadt jedoch an ihre Grenzen, wenn die Grünanlagen noch stärker kontrolliert werden sollen, um eine übermäßige Fütterung zu verhindern. Das Ordnungsreferat sei aber über Hinweise aus der Bevölkerung dankbar, wenn Einzelpersonen größere Mengen Futter ausstreuen. Dies könne in städtischen Grünanlagen als Ordnungswidrigkeit verfolgt und geahndet werden.

Wurm plant nun auch, zusammen mit Stadträten bis zur Sommerpause alle Problemzonen mit Tauben in der Stadt systematisch aufzulisten. Dann soll geprüft werden, ob dort weitere preisgünstig betreute Taubenschläge eingerichtet werden können. Eine Möglichkeit sieht er auf dem Dachboden des Standesamtes. Denn offenbar nimmt auch in der Maximilianstraße der Ärger mit Tauben zu. Stadtrat Leo Dietz (CSU) sagte, auch Gastronomen seien davon betroffen. Er stellte im Ausschuss auch eine finanzielle Beteiligung von Gastwirten in Aussicht, falls ein neuer Taubenschlag im Standesamt kommt.

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