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Corona-Krise

10.04.2020

Augsburger Start-ups kommen kreativ durch die Corona-Krise

Auch die Start-up Unternehmen sind von der Corona-Krise betroffen.
Bild: Jens Kalaene, dpa (Symbolbild)

Die Augsburger Gründer lassen sich in der Corona-Krise nicht unterkriegen und entwickeln mit ihren StartuUp-Unternehmen neue Ideen.

Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY trifft die Corona-Krise besonders Start-ups. Die jungen Firmen werfen oftmals noch keinen Gewinn ab und sind deshalb auf Investoren angewiesen. Die sind aber momentan mit eigenen finanziellen Sorgen beschäftigt und stecken weniger Geld in Start-ups.

"2019 dürfte vorerst das letzte Rekordjahr für das europäische Start-up-Ökosystem gewesen sein", sagte Hubert Barth, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung Deutschland der Deutschen Presse Agentur. Deutsche Start-ups bekamen im Jahr 2019 6,1 Milliarden Euro. Im Augsburger Wirtschaftsraum gründeten sich 2019 mehr als 5000 Start-ups, so Jürgen Wager von der IHK Schwaben. Die Pandemie werde aber laut Barth zu deutlich weniger Investitionen und massiven Umsatzausfällen führen. Die Krise sei eine "existenzielle Herausforderung".

Wie geht es den Augsburger Start-ups in Zeiten von Corona?

"Wir wissen nicht, wie es jetzt in der Krise weitergeht", sagt auch Matthias Rieß, Geschäftsführer des Start-ups Ocean Van aus Neusäß, "in der Reisebranche trifft es uns knallhart." Das Unternehmen vermietet seit Januar 2019 Camper Vans an Urlauber, die ihre Reisen jetzt natürlich absagen. Die Folgen: Kurzarbeit für die Gründer, die 21 Autos stehen in der Garage. Trotzdem blickt Rieß optimistisch in die Zukunft. Die Gründer haben sich schon ein neues Geschäftsmodell ausgedacht: Homeoffice im Camper Van. "Es wäre für alles gesorgt", so Rieß.

Augsburger Start-ups kommen kreativ durch die Corona-Krise

Mit Lieferdiensten kommen die Gründer durch die Krise

Auch die Gründer der Lokalhelden haben sich in der Krise etwas einfallen lassen. Für die Nachbarschaft im Bismarckviertel bietet das Geschäft, das Produkten aus der Region verkauft, einen Lieferdienst per Lastenrad an. "So können wir in der Nachbarschaft helfen, die Nahversorgung aufrecht zu erhalten und ihr könnt uns mit eurer Bestellung helfen, die Krise finanziell zu überstehen", heißt es auf der Homepage des Unternehmens.

Mit seinem Lieferdienst punktet auch das Augsburger Start-up Boxbote: "Ich bekomme Anfragen aus anderen Kommunen, ob wir kurzfristig in deren Städte kommen können", so Geschäftsführer Raimond Seibold. Das Unternehmen bietet Händlern einen Internet-Auftritt an und beliefert Kunden mit verschiedensten Produkten. Wegen der Einschränkungen falle der Gastronomiesektor zwar weitestgehend weg, aber "das, was uns wegfällt, gewinnen wir in anderen Bereichen dazu", sagt Seibold. So verteilten die Boxboten zum Beispiel etwa 300 Bücherlieferungen in den vergangenen zwei Wochen. Hier ist also keine Rede von Krise: "Wir haben sehr viel Arbeit gerade", sagt der Geschäftsführer.

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus - und sorgt weltweit für Stillstand. Fotograf Daniel Biskup hat die Stimmung in Augsburg und der Region eingefangen.
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Junge IT-Unternehmen sind im Vorteil

Ganz ähnlich sieht es auch bei den Gewinnern des Augsburggründet!-Wettbewerbs 2019 aus. Sie wollen Landwirten zu einem professionellen Online-Auftritt verhelfen. Noch nicht offiziell gegründet, haben die Unternehmer von FarmAct bereits alle Hände voll zu tun: "Bisher ist im Austausch mit den Landwirten die Nachfrage hoch", sagt Mitgründer Daniel Janku und das trotz der fehlenden Erntehelfer durch geschlossene Grenzen.

Jürgen Wager von der IHK Schwaben berichtet, dass von allem Software-Entwickler von der Corona-Krise nicht stark betroffen seien."Unser Vorteil ist, dass wir auf moderne Technologien setzen und im Homeoffice arbeiten können," bestätigt Janku. Die Finanzierung der jungen Firma sei momentan noch durch ein staatliches Stipendium getragen.

IHK: Gründungszuschuss soll verlängert werden

Dieses Glück haben aber nicht alle Gründer. "Die Mehrzahl der Start-ups ist nur für einige Monate durchfinanziert", sagte EY-Partner Peter Lennartz. Dadurch ergibt sich ein weiteres Problem für die Unternehmer: "Die Kreditwürdigkeit der Start-ups bei den Banken ist niedrig", sagte Wager.

Die Handwerkskammer setze sich aber zum Beispiel für eine Verlängerung des Gründungszuschusses ein, den die Start-ups momentan nur sechs Monate lang beziehen können. Auch ein Zwei-Milliarden-Euro-Schutzschirm der Bundesregierung für Start-ups könne für Entlastung sorgen. Dass die Anzahl der Gründungen bald massiv zurück geht, glaubt Jürgen Wager von der IHK Schwaben allerdings nicht. "Bei einer Delle im Arbeitsmarkt kann es auch zu Notgründungen mangels Erwerbsalternative kommen", sagt er. (mit dpa)

Lesen Sie dazu auch: Augsburger Anbieter entwickeln pfiffige Ideen in der Corona-Krise

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