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Weihnachtspause

22.12.2009

Augsburger Studenten räumen besetzten Hörsaal

Die Besetzung in der Augsburger Uni ist vorerst zu Ende. Bild: Silvio Wyszengrad
Bild: Silvio Wyszengrad

Nach fünf Wochen ist Schluss: In Augsburg räumen die Studenten über Weihnachten den besetzten Hörsaal. Doch der Protest für bessere Bildung soll damit noch nicht vorbei sein. Von Dominik Mai

35 Tage Besetzung, zahlreiche Diskussionen, weit über 50 Plenarsitzungen und schlaflose Nächte - so geht heute die Besetzung in der Universität Augsburg zu Ende. Hunderte Studenten besetzten seit Mitte November das Audimax, den größten Hörsaal der Universität. Viele hatten sich hier schon wohnlich eingerichtet, mit Schlafsäcken und Pflanzen. Sogar eine mobile Küche wurde vor dem Hörsaal I errichtet, jeden Abend wurde gekocht. Doch nun ziehen sich die Studenten zurück.

Mit der "Aussetzung der Besetzung" gehen sie einen Schritt auf die Leitung der Universität zu, die den Abzug forderte. "Weil Personal wegen uns über Weihnachten arbeiten müsste und keinen Urlaub hätte, unterbrechen wir unsere Besetzung", so ein Student. Vor allem aber wolle man der Unileitung Zeit geben, "genauso konstruktiv an Lösungen der Bildungsmisere zu arbeiten wie die Studenten in den letzten Wochen".

Vor wenigen Tagen erreichte die Studenten eine Stellungnahme des Universitätspräsidiums als Reaktion auf die Forderungen der Studenten. "Leider wird darin aber kaum auf die Studenten und die konkreten Forderungen eingegangen", so Sebastian Schölch, einer der Besetzer. Man erhoffe sich jetzt mit dem Abzug aus dem Hörsaal I, dass die Universitätsleitung "endlich einmal Ergebnisse produziert, damit wahre Verbesserungen für die Studenten erreicht werden können". Im Januar will man dann die Umsetzung prüfen. Auch auf Landes- und Bundesebene sollen die Bemühungen für Verbesserungen verstärkt werden. Die Gespräche zwischen den Studenten, mit anderen besetzten Unis und auch mit der Augsburger Universitätsleitung sollen weiteregehen.

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Insgesamt ziehen die Studenten eine positive Bilanz. Sie hätten in den letzten Wochen viel Solidarität erfahren, sagten sie bei einer Pressekonferenz. "Wir haben gestritten, diskutiert, analysiert und einiges bewegt", so Florian Kubsch, einer der Besetzer. Themen, die wegen der neuen Bachelor-Studiengänge im Unileben oft zu kurz kommen, habe man in Ringvorlesungen aufgearbeitet. "Wir haben nicht nur protestiert, sondern einiges dazu gelernt und uns gebildet", meint Kubsch.

Die Universitätsleitung zeigte sich erleichtert über den Rückzug der Studierenden. "Wir danken ihnen für die Aussetzung und sind froh, dass wir im Januar den Lehrbetrieb im Hörsaal wieder aufnehmen können", so Vizepräsident Prof. Dr. Dr.Werner Wiater. "Wir werden die Forderungen der Besetzer ernst nehmen und das, was im Ermessen der Universität ist, weiter verfolgen".

Mit einem feierlichen Auszug und einem Sarg mit einem "Bildungsopfer" zogen sich die Studenten zurück. Einige Arbeitsgruppen der Studenten werden auch in den Ferien arbeiten. Auch die Internetseite soll aktuell gehalten werden. Klar ist, dass der Protest für die Studierenden noch nicht vorbei ist. "Wenn sich nichts ändert, wird es weitere Aktionen und Besetzungen im neuen Jahr geben", versprechen sie. (von Dominik Mai)

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