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Augsburg

24.06.2017

Augsburger Supermarkt zeigt demente Frau (91) an

Weil sie im Supermarkt vergaß, einen Teil ihrer Waren zu bezahlen, wurde eine demente 91-jährige Frau angezeigt. Danach traute sie sich nicht mehr aus ihrem Haus.
Bild: Philipp Kinne

Eine hochbetagte Seniorin vergisst an der Kasse, alle Waren zu bezahlen. Sie wird des Diebstahls bezichtigt. Die alte Dame ist schockiert und untröstlich. Wie der Fall ausgeht.

Seit zwei Wochen schon machen sich Uli Masch und Partnerin Monika Hell* Sorgen um ihre 91-jährige Nachbarin. „Ihre Oma“, wie sie sie nennen, ist schlecht beieinander. Immer wieder fragen sie nach, was denn mit ihr los sei. Ihr gehe es nicht gut und sie wolle nicht mehr leben, meint die alte Dame. Mehr will sie nicht sagen. Dann aber steht die 91-Jährige eines Tages weinend vor der Tür der Nachbarn und erzählt, was sie seit vielen Tagen bedrückt.

Der Umgang mit Dementen erfordert viel Empathie

Die Seniorin war beim Bummeln in der Innenstadt. So wie sie es jeden Tag gerne macht. Die 91-Jährige ist beginnend dement. Sie hat Pflegegrad 1, ist aber noch recht rüstig. Bei Rewe-City in der Maxstraße legte die Rentnerin Waren in ihren Einkaufsbeutel. Einen Teil zahlte sie, den anderen hatte sie in ihrem Beutel vergessen. Supermarktmitarbeiter bemerkten es. Die 91-Jährige wurde des Diebstahls beschuldigt, die Polizei informiert. Für die alte Dame ist das alles entsetzlich, wie sie schildert. Sie schäme sich fürchterlich. „Wenn ich jetzt rausgehe, sehen die Menschen mir an, dass ich eine Diebin bin“, sagt sie und weint. „So alt, wie ich geworden bin, ist mir das noch nie passiert.“

Ihre Nachbarn versuchen sie zu beruhigen. Sie solle sich den Vorfall nicht so zu Herzen nehmen. Sie sind mit der Frau, die seit dem Tod ihres Mannes keine Angehörigen mehr hat, eng verbunden. Man lebt auf derselben Etage. Seit Jahren betreut das Paar die Frau. Uli Masch hat sogar eine Generalvollmacht. Er weiß, dass das Kurzzeitgedächtnis „seiner Oma“ stark beeinträchtigt ist. Masch und seine Lebensgefährtin finden es schade, wie in dem Supermarkt mit der 91-Jährigen umgegangen wurde. Die alte Dame sei seitdem ein Häufchen Elend. Sie appellieren an die Mitmenschen, in solchen Situationen sensibler und abwägender zu reagieren. „Man weiß nie, wie man selbst mal mit 91 Jahren unterwegs ist.“

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Der richtige Umgang mit dementen Menschen werde immer wichtiger, bestätigt Bernhard Gattner von der Caritas. Schließlich würden die Menschen immer älter, die Krankheit werde häufiger auftreten. Man hätte mit der 91-Jährigen sprechen müssen, meint er. Auch um herauszufinden, wie ihr geistiger Zustand ist. „Demenzkranke sind ohnehin verunsichert und wissen oft nicht, was mit ihnen passiert.“

Seine Kollegin Michaela Weber, Leiterin im Bereich Pflege, fordert sogar eine Schulung der Mitarbeiter von Supermärkten, Banken und Apotheken. „Sie sollten über die Krankheit Demenz aufgeklärt werden, um solche Fälle zu erkennen.“ Wolfgang Puff vom Handelsverband betrachtet dies als unrealistisch. Das sei zu viel verlangt. Aber im vorliegenden Fall wäre mehr Sensibilität wünschenswert gewesen. „Ich appelliere an das Gespür für einen anderen Menschen, vor allem wenn dieser älter ist.“

Demenzkranke sind nicht schuldfähig

Demenz ist eine häufige Erkrankung im Alter. Laut Gesundheitsreport Bayern ist die Mehrzahl der demenziell Erkrankten bei der Diagnosestellung noch nicht pflegebedürftig und wird zu Hause betreut. Für die Betroffenen hat dies den Vorteil, dass ihnen die vertraute Umgebung erhalten bleibt. So verhält es sich auch bei der 91-jährigen Augsburgerin. Mit Unterstützung ihrer Nachbarn kann sie noch gut in den eigenen vier Wänden leben.

Der Vorfall im Supermarkt wird für die Frau keine Folgen haben. Laut Franz Lutz vom Augsburger Anwaltsverein sei jemand, der dement ist, sowieso nicht schuldfähig. Doch das auch beweisen zu müssen, bleibt der alten Dame jetzt erspart. Denn als Rewe mit der Krankheit der Seniorin konfrontiert wird, zieht der Supermarkt die Anzeige zurück. Zwar habe sich der Markt korrekt verhalten, betont Pressesprecherin Ursula Egger. „Aber es gibt Einzelfälle, in denen man kulant ist.“ Egger sagt, dass Angehörige oder Betroffene in derartigen Ausnahmesituationen das Gespräch suchen könnten. Die Supermarktkette arbeite mit der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft zusammen, so Jens Schneider, Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Augsburg. „Schade, wenn gute Ansätze da sind, aber nicht bis zu den Mitarbeitern durchdringen. In diesem Fall hätten die Angestellten nicht die Polizei rufen müssen.“ Das sehen Uli Masch und Monika Hell ähnlich. „Der Vorfall hat bei Oma einen Schock ausgelöst.“

Die Alzheimer-Gesellschaft Augsburg bietet Bürgern und Firmen Grundschulungen zum Umgang mit Demenzkranken an. Sie dauern etwa eineinhalb Stunden. Info: 0821/3193130.

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Die Diskussion ist geschlossen.

24.06.2017

wer da normal eikaufen geht sollte aus simpati für die Reife Dame mindestens 2 wochen einen Umweg um diesen Supermarkt in Kauf Nehmen !!! vieleicht weiß Dann die Geschäftleitung der Firma das auch die Kunden Denkende Menschen sind !!!

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24.06.2017

Im ganzen Artikel vermisse ich eines: die Polizei. Wenn Anzeige erstattet wurde, dann doch bei der dazugerufenen Polizei. Und diesen - durchaus geschulten - Staatsdienern ist die Demenz der Dame auch nicht aufgefallen!? Aber den Supermarktmitarbeiterin einen Vorwurf machen, die das nicht ganz so Offensichtliche der Dame nicht an der Nasenspitze angesehen haben.

Die Nachbarn gehen anders mit der Dame um, weil sie die Person und Gebrechen kennen. Fremde wissen das alles nicht, woher auch? Ich habe auch eine 90jährige Nachbarin, nur weil sie alt ist gehe nicht automatisch davon aus, dass sie nicht mehr weiß was sie tut.

Die Dame wird sich wieder von dem Vorfall erholen, bestimmt auch mit HIlfe ihrer Nachbarn. Sie hat keine Konsequenzen zu befürchten - aber trotzdem muss man zur Zeitung rennen. Wenn der Supermarkt an der Anzeige festgehalten hätte, könnte ich es nachvollziehen. So aber nicht, für solches Anprangern fehlt mir jedes Verständnis.

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24.06.2017

Die Polizei müssen Sie nicht dazurufen. Nach Aufnahme der Personalien ist eine Anzeige möglich.

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24.06.2017

Dement oder nicht dement. Tattrig oder nicht tattrig. Diebstahl bleibt Diebstahl. Demenz wäre in einem Verfahren ggfs. ein Milderungsgrund.

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24.06.2017

nicht tattrig, nicht dement :-) automatisch wird der Beutel oder die Einkaufstasche vor der Kassiererin geöffnet. Das ist Vorschrift für jede geschulte Kassiererin in jedem Supermarkt, der Blick in die vom Kunden mitgebrachten Einkaufsbeutel . . .

. . . denn auch die Jugend kann mal was ganz ohne böse Absicht, im Rucksack oder ähnliche Behältnisse, vergessen auf das Band zu legen.

Die Kunden sind das schon längst gewohnt, öffnen ohne Aufforderung und ohne Zögern ihre Taschen und sonstige Behältnisse. So einfach ist das . . .

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24.06.2017

Nein so einfach ist das leider nicht, weil widerum auch nicht zulässig.

https://www.verbraucherzentrale.de/Taschenkontrollen-im-Supermarkt-Verbotene-Blicke

Ohne konkreten Tatverdacht ist der Blick in die Tasche unzulässig. Der Aufforderung muss nicht nachgekommen werden.

Bei uns schauen die Kassiererinnen in die Wägen und wenn in diesen Taschen liegen - darunter niemals in die Taschen. Ist das in Nördlingen anders?

Und nochmal: Es gehört eben gar nichts in den Rucksack, den mitgebrachten Einkaufsbeutel. Ist doch nicht so schwer zu verstehen - oder?

Peter Pans Tiefkühlware befindet sich ja wohl in und mit der mitgebrachten Tiefkühltasche im Einkaufswagen, oder?

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24.06.2017

Ich kenne diesen Markt, das Personal macht, besonders im Kassenbereich, zu 80 % keinen geschulten Eindruck. Sie sind alle extrem jung und nur kurzzeitig angestellt. Ich vermute, das sind Schüler und Studenten, die sich ein paar Euronen dazuverdienen.

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24.06.2017

Bei der Geizmentalität, die in Deutschland herscht, ist es nicht möglich teueres und geschultes Personal zu beschäftigen. Daß ist fast in allen Filialläden das selbe. Bei Lebensmittel kann alles nicht billig genug sein, während man bei anderen Sachen das Geld raus schmeißt. Z.B. ein Becher Kaffee für € 3,00 und mehr spielt das Geld keine Rolle. Während man bei REWE oder EDEKA mit weniger als 1 % Gewinn hoch zufrieden ist, rechnet die Autoindustrie mit um 10 %. Da muß sich niemand wundern, wenn das Personal fachlich nicht so drauf ist.

i

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25.06.2017

Dieser Innenstadtmarkt ist keineswegs billig. Die Preise entsprechen teilweise denen im Bio-Markt.

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25.06.2017

Ich weiß zwr nicht wo Sie Ihre Gewinnmargen her haben, aber:

- mit 1% Gewinn nach Steueren kann nicht mal der Billigste 1 Jahr überleben,

- z.B. OPEL wäre froh wenn eine Gewinnmarge von 10% nach Steuern da wäre.

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25.06.2017

Ich war in der Branche, sie können es auch nachlesen, Rewe hatte es veröffentlich, über 50 MRD Umsatz und 500 Mio Gewinn und Opel ist die Ausnahme, schauen sie mal bei VW, Mercedes, BMW, Porsche!

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25.06.2017

Wie immer sind die anderen schuld. Man muss also Personal speziell schulen, weil sich Kunden nicht an die einfachsten Regeln halten können und wollen.

Ihre Verkeimungshysterie in allen Ehren. Sie können auch einen offenen Korb in den Wagen stellen und ihre Sachen dort hinein tun. Den können Sie dann auch aufs Band stellen, denn Sie wollen doch sicher nicht die Lebensmittel auf dieses legen? Oder verorten Sie dort keine Keime?

Haben Sie schon mal überlegt welch unappetitlich Personen evtl. die Waren, die Sie aus dem Regal nehmen oder aus den Obstschachtel, diese dort gestapelt bzw. dort eingefüllt haben?

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24.06.2017

Natürlich ist das ein unschönes Erlebnis für die alte Dame. Ließe sich aber vollkommen vermeiden, wenn man nicht ohnehin Unerlaubtes täte - nämlich Ware in mitgebrachte Einkaufsbeutel zu tun.

Ja, das machen viele - nein das ist nicht rechtens. http://www.ksta.de/ratgeber/was-darf-ich-eigentlich---das-ist-im-supermarkt-verboten-1140246 Beispiel 7

Das sollte in diesem Zusammenhang durchaus thematisiert werden.

Jetzt sollen die Supermarktmitarbeiter sensibler auf vllt. demente Personen reagieren und gewiefte Betrüger werden diesen Umstand sicher zu nutzen wissen, um es einfach mal zu probieren. Ein wenig auf tattrig und vergesslich machen und schwupp kommt man so davon, wenn einem die Kassiererin fünf Artikel aus dem Jutebeutel holt, die man angeblich vergessen hat aufs Band zu legen.

Wie so oft im Leben hat auch diese Sache zwei Seiten, die es zu berücksichtigen gilt.

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25.06.2017

Ich benutze auch, sofern möglich, meine privaten Beutel. Wenn ich die verdreckten und verkeimten Einkaufswagen in diesem Markt sehe, mag ich diese weder anfassen noch Lebensmittel hineinlegen.

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