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Augsburg

20.02.2020

Augsburger Tierheim baut "Katzenhotel" mit Wohlfühl-Atmosphäre

Tierpflegerin Selma Tischendorf freut sich auf das neue Katzenhaus fürs Augsburger Tierheim, auch Katze Hera schaut interessiert auf die Pläne.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Viele Altbauten auf dem Gelände des Tierschutzvereins machen Probleme. Diese Verbesserungen soll das neue Katzenhaus bringen.

Viele Katzen im Augsburger Tierheim müssen derzeit provisorisch in dunklen, zugigen Hundeboxen untergebracht werden. Die Situation sei nicht gut für die Tiere und auch nicht für die Mitarbeiter, sagt die Geschäftsführerin des Tierschutzvereins, Sabina Gassner. Solche Katzen-Quartiere entsprechen auch nicht mehr den heutigen Vorschriften. Deshalb soll eine neue und moderne Lösung her.

Am Donnerstag stellte der Vereinsvorsitzende Heinz Paula die Pläne für das neue Katzenhaus auf dem Tierheimgelände an der Holzbachstraße vor. Der Neubau soll 1,5 bis zwei Millionen Euro kosten. Vorgesehen ist ein Gebäude mit Erdgeschoss plus einer Etage, die noch aufgestockt werden kann. Auf rund 1200 Quadratmetern Nutzfläche wird es Platz für rund 100 Katzen geben. Architekt Eberhard Wunderle hat die Boxen hell und geräumig geplant, sodass es auch für Katzenmütter mit Nachwuchs nicht zu eng wird. Im Erdgeschoss gibt es einen größeren Eingangsbereich mit Foyer für Besucher. Im Obergeschoss ist eine Quarantänestation für kranke Tiere vorgesehen. In einem weiteren Bereich sollen Nagetiere und Vögel untergebracht werden.

Ein "Katzenhotel mit Wohlfühl-Atmosphäre"

Das Gebäude wird aus den Materialien Beton und Holz errichtet, und zwar im Bereich des heutigen Carports vor dem Tierheim. Auch der grüne Außenbereich hin zur Wertach wird neu und ansprechend gestaltet. Architekt Wunderle spricht von einem „Katzenhotel“ mit Wohlfühlatmosphäre. „Besucher sollen gerne herkommen und gerne ein Tier mitnehmen“, sagt er. Baubeginn werde voraussichtlich Ende dieses Jahres sein, Fertigstellung im Frühsommer 2021.

Augsburger Tierheim baut "Katzenhotel" mit Wohlfühl-Atmosphäre

Heinz Paula sagt, dass der Neubau nicht möglich wäre, wenn nicht viele dazu beigetragen hätten: private Spender, aber auch die Stadt und der Deutsche Tierschutzverein, die jeweils 50.000 Euro beisteuern. Weitere 100.000 Euro erhofft man sich aus einem Finanztopf des Freistaates für Tierschutzarbeit. Darüber hinaus verfüge der Tierschutzverein Augsburg und Umgebung durch Erbschaften und Rücklagen über ein eigenes Finanzpolster.

Augsburger Tierheim: Erster Baustein für umfassende Modernisierung

Geld wird in den kommenden Jahren nötig sein, denn Paula kündigte ein größeres Modernisierungskonzept in mehreren Schritten auf dem Tierheimgelände an. Viele der Jahrzehnte alten Behelfsbauten sind marode und müssen dringend erneuert werden. Die Krankenstation beispielsweise ist derzeit in einer alten Garage untergebracht, die nur schlecht beheizt werden kann. Der erste Baustein im Modernisierungskonzept soll das neue Katzenhaus sein. Denn im Tierheim werden sehr viele Katzen vermittelt. Gassner sagt, dass im Heim an der Holzbachstraße jährlich mindestens 600 Katzen abgegeben oder abgeholt werden. Die große Mehrzahl seien Fundkatzen, deren Besitzer nicht mehr ermittelt werden können. Zahlreiche Katzen kommen auch aus Bereichen, wo sie sich unkontrolliert vermehrt haben.

OB-Kandidaten machen weitere Vorschläge

Grünes Licht für den Bau des neuen Katzenhauses gibt es nun auch aus einem anderen Grund. Wie Finanzreferenten Eva Weber (CSU) erläuterte, wird das Gebäude auf städtischen Flächen errichtet, die dem Tierschutzverein zur Verfügung stehen. Auf dem Gelände gibt es aber ein Altlastenproblem. Seit Kurzem liegen die Ergebnisse eines neuen Bodengutachtens vor, so Weber. Man könne davon ausgehen, dass dem Bauvorhaben nichts im Wege stehe. Das Gebäude wird auf Pfähle gegründet, um nicht in den Untergrund einzugreifen. Grünen-Fraktionsvorsitzende Martina Wild verwies darauf, das die Stadt viele Projekte des Tierschutzvereins unterstützt. Sie sprach sich dafür aus, bei der Stadt auch noch einen Tierschutzbeauftragten einzusetzen.

Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD) nannte die Arbeit des Augsburger Tierschutzvereins beispielhaft. Wurm wünscht sich, dass es in einem Altbau des Tierheims künftig auch Trainingsmöglichkeiten gibt, die es Hundebesitzern erlauben, einen „Hundeführerschein“ zu machen. Denkbar sei, dass Hundebesitzern mit einem solchen Hundeführerschein eine Zeit lang die Hundesteuer erlassen werde. Eine solche Regelung wird derzeit im städtischen Finanzreferat geprüft.

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