Newsticker

Zahl der Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden fast auf Rekordhoch
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Augsburger Tierschützer warnen: So erkennt man unseriöse Hunde-Vermittler

Augsburg

24.10.2020

Augsburger Tierschützer warnen: So erkennt man unseriöse Hunde-Vermittler

Wer sich einen Hund zulegen möchte, sollte darauf achten, woher das Tier kommt, denn es gibt auch unseriöse Vermittlungen.
Bild: Thomas Heckmann

Plus Der Augsburger Tierschutzverein warnt vor Hunden aus illegalem Handel. Dubiose Verkäufer gebe es immer öfter – doch man könne sie auch erkennen lernen.

Gerhard Friedrich Meier überlegte schon länger, sich einen Hund für den Hof seines Vaters zuzulegen. Irgendwann stieß er in einer Annonce auf ein Tier, das ihm passend erschien und er meldete sich bei der Vermittlerin. Was er dann erlebte, wünscht sich wohl niemand, denn Meier bekam so viel Ärger, dass er sich an die Polizei und den Tierschutzverein wandte.

Vergnügt beim Spielen im Garten: Leo mit der Hündin Wilma.
Bild: Amélie Lorena Meier

Anfangs lief alles scheinbar ordentlich: Gerhard Meier bekundete sein Interesse an dem zweieinhalbjährigen Appenzeller-Mischling, ein Abholtermin wurde vereinbart - auf dem Parkplatz eines Warenhandels. Meier war zunächst nicht skeptisch, zumal die Übergabe klappte. Doch schon auf dem Heimweg begannen die Probleme: "Als wir bei uns ankamen, drückte der Hund sich mit dem Rücken in die eine Ecke des Kofferraums, als ob er einen sicheren Ort suchen würde."

Die Vermittlerin holte den Hunde zurück

Drei Tage später wollte Meiers Vater mit dem Hund spazierengehen, doch er war gerade erst aus der Türe, als überraschend die Vermittlerin vor ihm stand. Sie hielt eine Hundeleine in der Hand, erzählt Meier, habe den Hund angeleint und ihn mitgenommen. Alles ging so schnell, dass Meiers Vater nichts dagegen unternehmen konnte. Auf Rückfrage antwortete die Vermittlerin später, sie habe das Recht, den Hund jederzeit zu besuchen und ihn gegebenenfalls zurückzuholen. So stehe es im Vertrag.

Illegaler Tierhandel ist ein lukratives Geschäft

Hunde illegal auf dem Schwarzmarkt zu handeln, ist laut Heinz Paula, Vorsitzender des Tierschutzvereins Augsburg, ein lukratives Geschäft. "Die Einnahmen gehen in den dreistelligen Millionenbereich." Häufig werden solche Tiere mit gerade einmal sechs Wochen aus verschiedenen europäischen Staaten nach Deutschland transportiert. "In diesem Alter sind die Tiere viel zu jung", sagt Sabina Gaßner, Geschäftsführerin des Tierheims Augsburg. Meist hätten sie auch keine Impfungen bekommen, oft seien die Tiere krank. Ein weiteres Problem sei, dass die Hunde vorher oft auf der Straße und in Rudeln gelebt haben. "Sie haben gelernt, sich durch Beißen zur Wehr zu setzen", sagt Paula.

Er rät künftigen Hundehaltern, auf einige Punkte zu achten, wenn sie die Vermittler nicht kennen: nicht auf Verkaufsargumente hereinfallen, die auf die Gefühle der Halter abzielen ("das Tier möchte geliebt werden"); Probetag oder -wochenende mit dem Tier vereinbaren; nicht auf eine Übergabe auf dem Parkplatz einlassen; Nachweise zur Herkunft des Tiers sowie Krankenakte und Impfpass verlangen.

Gerhard Meier übrigens hat seinen Hund zurückbekommen. "Mittlerweile ist er aufgeblüht und freut sich immer, wenn ich nach Hause komme."

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren