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Königsplatz

22.07.2018

Augsburger demonstrieren für Seenotrettung

Protestaktion in einem Flüchtlingsboot: Augsburger demonstrierten am Samstag für die Seenotrettung.
Bild: Seraja Bock

Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen Demonstranten am Königsplatz auf ihre Anliegen aufmerksam.

Über die Seenotrettung und deren Folgen für Flüchtlinge, Retter und auch Länder wird derzeit europaweit kontrovers diskutiert. Stellung bezogen am Samstagnachmittag engagierte Augsburger, die sich für die Seenotrettung bei einer Protestaktion starkmachten. Nach Angaben des Veranstalters waren es wohl mehr als 250 Teilnehmer. Die Polizei zählte anfangs der Veranstaltung dagegen rund 100 Personen.

Augsburger setzen sich für Seenotrettung ein

Unter dem Motto „Stoppt das Sterben im Mittelmeer – Seebrücke: Sichere Häfen“ fand die Kundgebung am Augsburger Königsplatz statt. Die Teilnehmer demonstrierten gegen die Abschottungspolitik Europas und die Kriminalisierung der Seenotrettung, wie sie sagten. Man sprach sich für einen solidarischen und humanen Umgang mit Geflüchteten aus. Neben Reden machte ein originales Flüchtlingsboot aus dem Mittelmeer auf die alltägliche Tragödie auf See aufmerksam. Dazu wurde eine Audiobotschaft von Aktivisten der Seenotrettungsorganisationen auf Malta abgespielt, die von der aktuellen Seeblockade berichteten. Die Gruppe der Demonstranten war bunt gemischt. Kinder waren dabei, aber auch ältere Menschen.

Friedrich Reich von ResQship und Julian Bayer von Sea Eye berichteten von ihren Erfahrungen als Seenotretter auf dem Mittelmeer. Reich sagte, „dass Menschen, die heute Politik machen, sich überhaupt keine Gedanken machen, was wirklich auf dem Mittelmeer passiert“. Emanuela Pera, die für den Flüchtlingsrat Augsburg und die Initiative Solidarische Stadt Augsburg sprach, erinnerte anhand der historischen Beispiele der geflüchteten Juden vor und im Zweiten Weltkrieg sowie hinsichtlich des Schiffs Cap Anamur daran, „dass Seenotrettung unsere Pflicht ist“. Andrea Finkel von Amnesty International verdeutlichte, wie schrecklich die Lebenswirklichkeit von Menschen auf der Flucht in Libyen sei.

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Weitere Redner bei der Kundgebung waren Thomas Laschyk, der für den Volksverpetzer schreibt, und Pia Niessen vom AStA der Universität Augsburg. (möh/AZ)

Um Seenotrettung geht es auch in unserem aktuellen Podcast. Hier reinhören:

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