1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Augsburger sorgen sich um Freunde in Nepal

Erdbeben

29.04.2015

Augsburger sorgen sich um Freunde in Nepal

Manche Dörfer in Nepal sind weitgehend zerstört.
Bild: dpa

Ein Reiseveranstalter bangt um drei Gruppen, ein Imbissbetreiber sammelt Geld - wie Augsburger sich nach dem Erdbeben um ihre Freunde in Nepal kümmern.

Alle seine Freunde in Nepal sind von dem Erdbeben betroffen, sagt Kurt Michel: „Dawa hat kein Haus mehr, Dorche hat seine Mutter verloren.“ Der Augsburger bietet seit vielen Jahren Trekkingtouren nach Nepal an und kennt dort viele Menschen. Nach der Katastrophe herrschte erst Stille, weil die Mobilfunknetze und das Internet unterbrochen waren. Doch langsam kommt das Ausmaß der Naturkatastrophe zu Tage: Tausende Menschen sind gestorben, viele in Not und verzweifelt, sagt Kurt Michel, der anfangs auch um drei seiner Reisegruppen bangte, die in dem Himalaja-Staat unterwegs waren.

Von ihnen hat er inzwischen gute Nachrichten bekommen: „Gott sei Dank sind alle Personen in Sicherheit“, sagt er. Eine Gruppe sitze noch fest und soll mit dem Hubschrauber abgeholt werden. „Ich hoffe, dass die Kapazität der Hilfskräfte größer wird“, sagt Michel – und denkt dabei auch an die Einheimischen. In den Bergen seien ganze Dörfer unter Lawinen begraben worden. Unter dem Eindruck der Katastrophe erstellte er deshalb eine E-Mail mit einem Spendenaufruf an ehemalige und zukünftige Teilnehmer seiner Touren. „Ich war überwältigt von dem Mitgefühl und den großzügigen Spenden der Menschen. Das Geld geht direkt an die betroffen Personen, die ich kenne.“

Spendenglas am Imbissstand

Kurt Michel ist nicht der einzige Augsburger, der helfen will. Armin Steigerwald, Besitzer des Chuleephans Thai-Imbiss auf dem Stadtmarkt, hat ein Spendenglas an seinem Stand aufgestellt. Das gesammelte Geld und seine Einnahmen am Marktsonntag (3. Mai) spendet er an private Bekannte in Nepal. Erst im Dezember waren sie auf Reisen und haben dort Freundschaften geschlossen. Er war beeindruck von ihnen: „Diese Menschen hatten so wenig und waren trotzdem so fröhlich.“ Jetzt ist der Imbissinhaber in Sorge: „Wir kennen zwei betroffene Familien im Westen des Epizentrums, deren Häuser komplett zerstört sind. Sie schreiben, dass sie jetzt bei Wind und Wetter in Gruppenzelten schlafen.“

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg
Chuleephan und Armin Steigerwald sammeln am Stadtmarkt Geld für Erdbebenopfer.
Bild: Silvio Wyszengrad

Schwierig ist es jedoch Kontakt zu halten und mehr über die Situation vor Ort zu erfahren. Facebook oder E-Mail sind meist die einzige Möglichkeit. „Die Menschen sind mit anderen Dingen beschäftigt, als uns zu informieren“, erklärt der Augsburger Architekt Wolfgang Ott. Er hilft schon seit 1987 Kindern in der Himalaja-Region. Ott ist Vorsitzender der von Erwin Höpfl gegründeten Nepal-Initiative Schongau. Diese kümmert sich um den Bau und Betrieb von Schulen und Kinderheimen, Wasserleitungen, um Ernährungsprogramme und mehr. Eines ihrer Projekte blieb heil: „Unsere Schule im Annapurnamassiv, nicht weit vom Epizentrum, steht noch. Dank der stabilen Konstruktion, für die uns damals alle belächelten“, sagt Ott.

Spenden Die Nepal Initiative Schongau sammelt Spenden für Erbebenopfer, die sie an Humedica weitergibt. Konto (IBAN): DE04 7345 1450 0036 1777 23, BIC: BYLADEM1SOG, Stichwort "Nepal-Erdbeben. Kurt Michel sammelt privat Spenden über das Konto (Sparda-Bank): DE16720905000000 641383.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren