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19.07.2014

Augsburger sucht Nazi-Raubkunst

Horst Keßler

Horst Kessler unterstützt die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ zum Fall Gurlitt

Die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ erhält Verstärkung aus Augsburg. Künftig wird der Fachmann für Provenienzforschung der Augsburger Kunstsammlungen, Horst Kessler, das Expertenteam in Berlin verstärken, das die Herkunft der Kunstsammlung des verstorbenen Sammlers Cornelius Gurlitt untersucht. Die Provenienzforschung widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung, der Herkunft und der wechselnden Besitzerverhältnisse eines Kunstwerks. Oberbürgermeister Kurt Gribl hatte Keßler für die Taskforce vorgeschlagen, heißt es in einer Erklärung der Stadt. Keßler ist seit 2001 bei den Kunstsammlungen tätig und hat sich unter anderem mit seinen Forschungen zur Sammlung des Kunsthändlers Karl Haberstock, dessen Nachlass die Kunstsammlungen verwalten, einen Namen gemacht.

In Berlin erwartet Keßler eine Menge Arbeit. Bislang sind 300 Anfragen zur umstrittenen Gurlitt-Sammlung eingegangen, vermeldet das Kunstmagazin Art. Ein Jahr will sich das Gremium Zeit nehmen, um zu prüfen, ob die Ansprüche berechtigt sind und ob es sich bei Werken aus der Sammlung um Nazi-Raubkunst handelt, heißt es. Zuletzt war Henri Matisses Gemälde „Sitzende Frau“ aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt von der Taskforce als Raubkunst eingestuft worden.

Die Bilder von Cornelius Gurlitt, die zumeist bereits sein Vater erworben hatte, beschäftigten zunächst Polizei und Augsburger Staatsanwaltschaft und später sogar die Politik. Sie haben eine Debatte über NS-Raubkunst ausgelöst. Gurlitt hat das Kunstmuseum Bern in seinem Testament als Alleinerben eingesetzt. (att)

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