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Augsburg

03.07.2019

Augsburger will jungen Menschen mit Krebs Lebensmut spenden

Stefan will ein neues Netzwerk für junge Krebskranke in Augsburg aufbauen. Mit 23 Jahren erkrankte er selber an Hodenkrebs.
Bild: Annette Zoepf

Mit 23 Jahren erkrankte Stefan selber an Hodenkrebs. Jahre später will der Augsburger nun jungen, erwachsenen Kranken mit einem neuen Netzwerk helfen.

Mit 23 Jahren steht einem jungen Menschen die Welt offen. Er hat Pläne, Träume, stellt Weichen für seinen Beruf und sein Leben. So war es auch bei Stefan. Und dann kam der Schock: Er hatte Hodenkrebs. „Ich war noch in der Ausbildung“, berichtet er. Und „er habe sich relativ allein gefühlt“. Stefan startete in den Beruf – ohne Reha. Der Arzt hatte ihm davon abgeraten, weil er dort gewiss „nur alten, kranken Männern“ begegnen werde.

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Im Beruf hat Stefan immer wieder längere Zeit gefehlt, was nicht gerade Freude bei den Kollegen und dem Arbeitgeber auslöste. Vieles hat Stefan damals einfach nicht gewusst. Etwa, dass er Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis hatte – vor allem, wer ihm in seiner Situation Stütze und Hilfe geben konnte.

Lokales Netzwerk für junge Krebskranke in Augsburg

Um anderen jungen Erwachsenen, die an Krebs erkrankt sind, diese Probleme zu ersparen, die ja noch zur Krebserkrankung hinzukommen, baut Stefan unter dem Dach der Bayerischen Krebsgesellschaft nun auch in Augsburg das lokale Netzwerk JUKK (Junge. Krebs. Kontakt.) auf. Dieses gibt es schon in München und Ingolstadt. Es will von Krebs betroffene junge Erwachsene zusammenführen – nicht in der landläufig bekannten Weise einer Selbsthilfegruppe „mit Stuhlkreis“, sagt Stefan. Das Netzwerk soll eine Plattform sein, wo junge Erwachsene mit Krebs sich austauschen können, Informationen und Rat erhalten und auch gemeinsam etwas unternehmen.

Augsburger will jungen Menschen mit Krebs Lebensmut spenden

Dem Umfeld fällt es oft schwer, mit einem an Krebs Erkrankten umzugehen. Noch mehr, wenn er noch jung ist. Auch Stefan hat das erfahren. Die Freunde konnten nicht so gut mit ihm sprechen, hatten eher Mitleid. „Ich möchte aber kein Mitleid“, sagt er, „ich möchte, dass ich gesehen werde als jemand, der etwa erreichen kann“. Auch dann, wenn ihn seine Erkrankung – die 15 Jahre später wieder gekommen ist – einschränkt. Immer wieder etwa spürt er ein Kribbeln und Taubheitsgefühl, hat nicht die Kraft, die er gerne hätte. Nachdem die Krankheit erneut kam, wusste Stefan, auf welche Hilfe er bauen konnte. „Ich habe gelernt, dass das Leben weiter geht.“

Jüngere Krebskranke adäquat begleiten

Prof. Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft, spricht von einem Umdenken. „Wir sind am Puls der Zeit“, meint er, im Blick darauf, dass nun auch jüngere Betroffene adäquat begleitet werden. Die junge Generation sei „anders gestrickt“, Selbsthilfe geschehe in dieser Gruppe auch auf Online-Plattformen, sei mehr erlebnisorientiert. Stefan nennt ein Beispiel aus München. Da waren die Leute aus dem Netzwerk JUKK eingeladen zum „Ansegeln“ an den Starnberger See. „Das gibt richtig Lebensmut“, meint er.

Wer Interesse hat am lokalen Netzwerk „JUKK“ in Augsburg, erfährt mehr bei der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Augsburg der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V., Schießgrabenstraße 6, Telefon 0821/907919-0. Informationen zu JUKK: www.jukk.de.

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