1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Augsburgs Hauptbahnhof bekommt einen neuen Bahnsteig

Augsburg

07.12.2018

Augsburgs Hauptbahnhof bekommt einen neuen Bahnsteig

Am Bahnsteig F laufen noch letzte Arbeiten. Die Eröffnung ist am Sonntag.
Bild: Silvio Wyszengrad

Am Sonntag geht der Bahnsteig F nach eineinhalb Jahren Bauzeit in Betrieb. Ohne das Bauwerk käme der Bahnhofstunnel nicht voran. Wie Bahnpendler profitieren.

Nach knapp eineinhalb Jahren Bauzeit ist es soweit: Die Deutsche Bahn nimmt am kommenden Sonntag zum Fahrplanwechsel den neuen Bahnsteig F am Hauptbahnhof in Betrieb. Er erweitert die Kapazitäten des Hauptbahnhofs um zwei auf insgesamt elf Personengleise. Das soll vor allem dem Nahverkehr und dessen Fahrgästen zugute kommen – wenn auch erst mittelfristig.

Zunächst hat der Bahnsteig eine andere Aufgabe: Vom kommenden Jahr an bis 2023 dient er als Ausweichmöglichkeit. In den kommenden Jahren müssen jedes Jahr vorübergehend zwei Gleise samt der dazugehörigen Bahnsteigkanten außer Betrieb genommen werden, damit der Bahnhofstunnel weiter gebaut werden kann.

Projekt "Bahnhofstunnel" wegen neuem Bahnsteig verschoben

Verzögerungen beim Bau des Bahnsteigs – ausgelöst durch Schwierigkeiten bei Planung und Ausschreibung – hatten in den vergangenen Jahren mit dafür gesorgt, dass das Gesamt-Projekt „Bahnhofstunnel“ nach hinten geschoben werden musste. Ohne den neuen Bahnsteig wäre ein Weiterbau in den kommenden Jahren nicht möglich, weil am Augsburger Hauptbahnhof beim vorübergehenden Wegfall von Gleisen nicht genug Platz für die 900 Personenzüge pro Tag wäre.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bahn und Stadtwerke werden sich nach und nach quer durch den Bahnhof graben, um den zweistöckigen Tunnel – ganz unten fährt die Tram in die unterirdische Haltestelle, das Stockwerk darüber ist ein Fußgängertunnel – fertigzustellen. Dabei werden je zwei Gleise und zwei Bahnsteighälften im Bereich der Tunnelbaustelle abgebrochen. Der Tunnel verläuft etwa an der Stelle des früheren Hauptzugangs zu den Gleisen, der seit Sommer 2017 gesperrt ist.

Augsburg: Der Tunnel unter dem Hauptbahnhof ist schon in weiten Teilen fertig

Unter dem neuen Bahnsteig F und den umgebenden Gleisen ist der Tunnelrohbau samt Öffnungen für Treppen und Aufzüge teilweise schon fertiggestellt. Nutzer des Hauptbahnhofs bekommen die Unterwelt allerdings noch nicht zu sehen – der Zugang zum Bahnsteig verläuft während der Bauzeit bis 2023 wie zu den anderen Bahnsteigen über den Posttunnel und den südlichen Tunnel.

Oberirdisch gibt der Bahnsteig aber einen Vorgeschmack darauf, wie es am Augsburger Hauptbahnhof in Zukunft aussehen soll. Der neue Bahnsteig hat schon das Bahnhofsdach „Zwiesel“, mit dem die Bahn künftig alle Augsburger Bahnsteige ausstatten will. Auch neue Sitzbänke sind dort installiert. Die Bahn möchte diese Neuerungen, zusammen mit weiteren Sanierungen etwa von Oberleitungen und Signaltechnik, im Anschluss an die Tunnelbauarbeiten installieren. Die Planungen sehen vor, die Dächer teils zu verkürzen, sodass Reisende, die am Ende von langen Fernverkehrszügen aussteigen, teils ungeschützt über den Bahnsteig werden laufen müssen.

Auf der anderen Seite soll der neue Bahnsteig ein Mosaikstein für einen besseren S-Bahn-ähnlichen Verkehr in der Region sein. Zusammen mit zusätzlichen Nahverkehrsgleisen nach Donauwörth und Dinkelscherben, deren Bau aber noch Jahre dauern wird, könnte der Bahnsteig mehr Taktqualität bieten. Bisher ist es aus Kapazitätsgründen nicht möglich, z.B. halbstündlich verkehrende Züge immer exakt im 30-Minuten-Takt fahren zu lassen. Der Bahnsteig eröffnet nun zum Beispiel die Möglichkeit, mehr Züge von Nördlingen über Augsburg nach München fahren zu lassen. Die größte Verbesserung durch den neuen Bahnsteig wird aber noch mehrere Jahre auf sich warten lassen.

Der Verkehr in Augsburg soll durch das neue Angebot gestärkt werden

Künftig ermöglicht es der Bahnsteig, die Züge von Friedberg, die im Viertelstundentakt fahren, statt am Hauptbahnhof erst in Augsburg-Oberhausen enden zu lassen. Damit würde der Verkehr auf der „Stammstrecke“ des S-Bahn-ähnlichen Angebots zwischen Augsburg-Hochzoll und Augsburg-Oberhausen deutlich gestärkt.

Zusammen mit den Zügen des Fugger-Express und den ohnehin schon bis Oberhausen durchgebundenen Zügen der Ammerseebahn könnte der Zug als innerstädtisches Transportmittel Attraktivität gewinnen, sobald die Anbindung an die Straßenbahn auch besser ist. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Damit auch die Paartalbahn-Züge bis Oberhausen fahren können, muss dort ein Wendegleis gebaut werden. Momentan steht noch nicht fest, wann es soweit sein wird.

Eröffnung Der Bahnsteig wird am Sonntagvormittag bei einem Festakt mit Verkehrsminister Hans Reichart eröffnet. Die Stadtwerke werden dann von 11 bis 15 Uhr ein Familienfest veranstalten, das aus Platz- und Sicherheitsgründen im Bereich der westlichen Tunnelbaustelle stattfindet. Neben Führungen gibt es eine Fotoausstellung mit Erlebnispfad zur Tunnelbaustelle. Auch ein Kinderprogramm ist geboten. Der Zugang erfolgt über die Baustellenzufahrt in der Rosenaustraße gegenüber Sebastian-Buchegger-Platz

Lesen Sie dazu unseren Kommentar von Stefan Krog: Verbesserungen am Hauptbahnhof sind überfällig

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

08.12.2018

Danke für einen Bahnsteig an dem ich zu 60% im Regen stehe.
Die Verantwortlichen fahren ja mit Dienstwagen.

Permalink
06.12.2018

Na das ist doch erfreulich.. abgesehen von Verzögerung und Kostenexplosion.

Ich nutze täglich die Bahn innerhalb Augsburgs. In wenigen Minuten kommt man von A-Oberhausen nach A-Haunnstetterstr. oder A-Hochzoll. Der angestrebte 15 Min Takt wäre natürlich grandios. Viele Augsburger wissen aber glaub ich nichts davon. So sitze ich so gut wie immer in einem fast leeren Zug zwischen Oberhausen und Haunnstetterstr.

Ein großen Kritikpunkt gibt es allerdings: Die Rolle des angestrebten S-Bahnverkehrs würden die Strecken Augsburg-Fridberg oder Augsburg-Schongau übernehmen. Der Fugger-Express kommt wegen Kuppelvorgang und somit langem Aufenthalt in Augsburg HBF nicht fürs innerstädtische Pendeln in Frage.
Erste Linien werden jedenfalls aktuell von der BRB ausgeführt, welche das Diesel-Netz bedient.

--> Ein innerstädtischer S-Bahnverkehr, der mit Dieselzügen ausgeführt wird. - Ist das zeitgemäß und entspricht den Umweltbemühungen?

Eine Elektrifizierung der angesprochenen Strecken ist nicht mal in Verkehrswegeplan aufgenommen. Erfahrungsgemäß bedeutet das, dass da die nächsten (mehrere!) Jahrzehnte nichts passieren wird.

Permalink
06.12.2018

In (Nord)Italien wurden schon 2015 bimodale Triebzüge bestellt die nun bald ausgeliefert werden.

https://bahnblogstelle.net/2017/06/19/stadler-roll-out-des-ersten-bimodalen-flirt/

https://www.stadlerrail.com/de/meta/news-medien/article/stadler-laesst-den-flirt-von-der-leine/

>> Konzipiert für den Einsatz auf teil- oder nicht elektrifizierten Strecken erreicht der vorgestellte Prototyp eine aktuelle Reichweite von 80 km bei bis zu 140 km/h Fahrgeschwindigkeit im reinen Batteriebetrieb. <<

Aber Deutschland hat andere Prioritäten...

Permalink
07.12.2018

Auf den Personenkilometer ist auch ein Dieselzug bereits mit spärlich belegten Sitzplätzen ökologischer, als wenn die selbe Anzahl Personen mit dem PKW unterwegs wäre. Zudem setzt die BRB den LINT ein, ein besonders leichter Zug, in Kombination mit der zu vernachlässigenden Reibung von Stahlräder/Schiene ist das ein Effizienz-Meister. Zumindest neuere Exemplare ses LINT haben zudem Harnstoffeinspritzung. Elektrifizierung ist natürlich immer das Optimum (aufgrund der minimalen Reibung wird ein elektrisch angetriebener Zug auch immer ökologischer sein als das beste Elektroauto auf Gummireifen es sein kann). Aber das sind Nuancen. Würde das Gros unseres Verkehrs mit Zügen mit Dieselantrieb bewältigt, statt mit Pkw, hätten wir das Problem Klimawandel nicht in der Schärfe.

Der städtische Verkehr über die Bahn könnte sehr attraktiv sein, schneller geht's einfach nicht, egal womit, durch die Stadt. Und ich denke, dass sich die Gewohnheiten der Augsburger stark umstellen, sobald am Hbf ein bequemer und schneller Umstieg, ohne viel Gerenne3, möglich ist. Die Erfahrung aus anderen Städten mit ähnlichen Maßnahmen haben immer gezeigt, dass alle Prognosen zu kleinkariert waren und die Nachfrage weitaus größer ist, als jede Prognose.

Permalink
07.12.2018

@Sabine H.

Das ist völliger Schwachsinn!

ICEs sind schon nicht besonders Umweltfreundlich. - Dieselzüge haben keine Chance, vor allem nicht gegen ein sparsamen PKW. Und ganz sicher keine schwach gefüllten Züge.

Vorne Weg: Ich will die Bahn nicht schlecht Reden und fahre selbst oft und gerne mit ihr. Trotzdem muss man so ehrlich sein und das ganze differenziert betrachten.

1. Sie vergleichen die modernsten Triebzüge der BRB mit der Durchschnitts PKW Flotte. Das ist so nicht ehrlich. Den es fahren auch noch andere Züge auf den Strecken. Darunter auch Siemens Desiro Classic und BR218 (gebaut ab 1969!!!).
Für den PKW verkehr gelten strengste Vorschrifften was Katalysator und Geräuschemission angeht. Für die Bahn gilt so etwas nicht. Und das sieht man auch an den Rußwolken, wenn dieser Zug beschleunigt. Zu vergleichen ist also der PKW Durchschnitt mit dem Rollmaterial-Durchschnitt.
Anm. dazu: Wenn man davon ausgeht, dass der E-Auto Anteil weiter steigt - was mit dem Model 3 von Tesla für unter 40.000€ ab 2019 definitiv passieren wird - und regenerative Energie verwendet wird dann hat der Dieselzug ganz verloren.

2. Selbst der Klimarechner der DB spuckt für die Augsburger Dieselstrecke schlechte Werte, im Vergleich zum Auto aus. Dabei übertreibt er aber schon völlig mit dem PKW Kraftstoffverbrauch und Idealisierter Zugauslastung

3. SEHR WICHTIGER PUNKT: Dieser wird leider oft völlig vernachlässigt. Wenn ein Zug zur Hauptreise Zeit rappel voll ist und Menschen z.B. von Augsburg nach München zur Arbeit fährt ist das wunderbar für die Umwelt. Nun muss selbiger Zug aber leider wieder die selbe Strecke zurückfahren. Und das geschieht meisten recht leer (vgl. RE/RB morgens von München - Augsburg)

Permalink
08.12.2018

Das sichtbare Abgas ist gar nicht einmal das Problem. Das ist zu grob um in die tiefen Atemwege vorzudringen. Ironischerweise sind die Dieselabgase heute soviel gefährlicher als früher, weil deren feinere Verbrenung dazu führt, dass die schwarze Wolke weitgehend unsichtbar wurde, weil die Partikel zu mikroskopischem Feinstaub wurden, die ganz tief in die Lunge vordringen und dort Schaden anrichten können. Daher ist eine (nich abgeschaltete) Abgasreinigung und auch die Nutzung von Harnstoff so unglaublich wichtig und weitaus mehr, als irgend eine bürokratische Gängelei von Bürokraten, es ist bedauerlich wie wenig ernst die Autofahrernation Deutschland dieses riesige Gesundheitsproblem nimmt.

Nach dieser Vorrede gilt aber auch hier, dass pro Person, selbst bei ganz schwach belegten Zügen, der Ausstoß pro Kopf um mehrere Größenordnungen geringer ausfällt, als bei PKW. Zu warten, bis das ganze Schiennetz elektrifiziert ist, was selbstverständlich das Optimum ist, wäre also das Warten auf die Taube auf dem Dach, statt den Spatz in der Hand zu haben. Es ist nicht optimal, aber besser als der PKW. Wo ist da jetzt "völliger Schwachsinn"? Oder war das die typische rhetorische Übertreibung, die heutzutage leider zum "guten Ton" im Internet geworden ist?

Permalink
Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20plr_Team_Theatersanierung_291018_16.tif
Augsburg

Plus Theatersanierung: Im Januar geht’s richtig los

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen