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Augsburg

17.02.2015

Augsburgs Schulen werden für 117 Millionen Euro saniert

Das Rudolf-Diesel-Gymnasium wird einen großen Teil der Ausgaben für Schulsanierungen „verschlingen“. 20 Millionen Euro sind nötig, um das Gebäude auf Vordermann zu bringen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Bis 2021 werden die Augsburger Schulen für insgesamt 117 Millionen Euro renoviert. Allein die Sanierung des Rudolf-Diesel-Gymnasiums wird 20 Millionen verschlingen.

Wenn die Stadt eine Schule saniert, ist ihr der Brandschutz wichtig. Wenn es hart auf hart kommt, muss sie das Haus nämlich sonst zusperren.

Schülern, Lehrern und Eltern sind meistens die stinkenden Toiletten wichtig oder der veraltete Physiksaal. Zwischen diesen Polen bewegt sich die Stadt jetzt mit ihrem groß angelegten Schulertüchtigungsprogramm.

In den nächsten sechs Jahren sollen 117 Millionen Euro verbaut werden. Selbst das wird den Gesamtbedarf nicht decken, denn den hat das Schulverwaltungsamt auf mindestens 342 Millionen berechnet, es war schon von über 700 Millionen die Rede. Wie geht die Stadt also vor?

Sechs der 70 Augsburger Schulen werden renoviert

Sechs der 70 Augsburger Schulen werden in den nächsten sechs Jahren renoviert. Von einer Generalsanierung, bei der selbst der hinterste Winkel in neuem Glanz erstrahlt, kann nicht die Rede sein. Vielmehr ist das geplant, was Experten „Dach-und-Fach-Sanierung“ nennen – im Vordergrund stehen Sicherheit, Brandschutz, Fassade, Dächer.

Im selben Zug werden aber EDV, Böden und Sanitäranlagen hergerichtet oder man geht die energetische Sanierung an – je nach Bedarf. Auch Maßnahmen, die den Schulen am Herzen liegen, werden in diesem Zug durchgeführt, soweit möglich. Das kann besserer Schallschutz sein, ein zeitgemäß ausgestatteter Fachraum oder eine neue Laufbahn auf dem Sportplatz.

20 Millionen Euro für das Rudolf-Diesel-Gymnasium

Der größte Brocken entfällt nach Angaben von Wolfgang Färber, Leiter des Schulverwaltungsamtes, auf das Rudolf-Diesel-Gymnasium.

20 Millionen Euro fließen in die Hochzoller Bildungsstätte. Sie leidet – wie viele in Augsburg – an den Bausünden der 70er Jahre. Die 140 Räume auf Vordermann zu bringen, kostet in etwa halb so viel wie das neue Gymnasium, das der Landkreis in Diedorf hinstellt.

Ein Beispiel für die Riesensummen ist auch der Komplex Fachoberschule/Berufsoberschule Reischlesche Wirtschaftsschule mit fast 2000 Schülern.

Die Kostenschätzungen für die Brandschutzmaßnahmen dort explodierten vor einigen Jahren dermaßen, dass ein Neubau lohnender schien.

Fachoberschule/Berufsoberschule wird für 12,5 Millionen Euro saniert

Da den weder die Stadt noch die Schulen wollten (diese hätten ein gestrafftes Raumprogramm hinnehmen müssen), verhandelten die städtischen Bauexperten mit dem TÜV. Schlussendlich landete man bei 12,5 Millionen Euro.

Hochbauamtsleiter Günter Billenstein sieht damit die Schule jedoch noch nicht in dem Zustand, in dem sie sein sollte. Weitere Millionenninvestitionen müssten folgen.

Auch Wolfgang Färber erkennt abgesehen vom aktuellen Schulertüchtigungsprogramm Bedarf. Das andere Förderprogramme zurückgefahren werden, bereitet ihm sichtlich Unbehagen. Und trotz des hohen Gesamtvolumens bleibt manches auf der Strecke.

Nachholbedarf am Maria-Theresia-Gymnasium

Otto Hutter (Linke) weist auf den gestrichenen Posten für die Leseinseln hin, für die Bildungsreferent Hermann Köhler (CSU) allerdings „kreative Wege“ der Finanzierung sieht.

Auch für einen EDV-Raum am Maria-Theresia-Gymnasium sind solche offenbar nötig. Und naturwissenschaftliche Fachräume gäbe es zuhauf zu sanieren. Auf Drängen der CSM erklärte sich die Regierungskoalition bereit, 10000 Euro für Fachräume am Anna-Gymnasium in den Haushalt 2015 aufzunehmen.

Die Maßnahme wird Hunderttausende kosten. CSM-Rätin Claudia Eberle freut sich trotzdem. „So haben wir wenigsten einen Fuß in der Tür.“

Freistaat Bayern übernimmt 30 Prozent der Kosten

Für das Schulertüchtigungsprogramm hat der Freistaat der Stadt erhöhte Förderung versprochen. Im Bildungsausschuss war von „signifikant über 51 Prozent“ die Rede.

Finanzstaatsekretär Johannes Hintersberger (CSU) spricht von „46 Prozent plus X“. Damit trage man der Sozialstruktur und dem niedrigen Steueraufkommen in Bayerns drittgrößter Stadt Rechnung. „Die Konzeption des Schulertüchtigungsprogramms ist gut“, lobt Hintersberger. Die exakte Höhe der Förderung werde im Herbst festgelegt.

Der Freistaat bezuschusst aber prinzipiell nur die förderfähigen Kosten. Eine Brutto-Bezuschussung von über 50 Prozent bedeutet netto nur noch 30 Prozent. 80 Millionen Euro muss Augsburg aus eigener Kraft schultern.

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