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Augsburg

22.07.2020

Augsburgs größte Kita St. Elisabeth muss wegen Corona schließen

Die Kindertagesstätte St. Elisabeth in Augsburg-Lechhausen muss wegen Corona voraussichtlich mehrere Wochen geschlossen werden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus In St. Elisabeth in Lechhausen stehen rund 260 Kinder wegen zweier Corona-Fälle ohne Betreuung da, wohl für mehrere Wochen. Warum eine Notbetreuung offenbar nicht möglich ist.

Augsburgs größte Kindertagesstätte, St. Elisabeth in Lechhausen, hat wegen zwei Corona-Fällen bei Betreuern seit Montagnachmittag komplett geschlossen. Damit stehen in der Einrichtung der katholischen Kirche in der Gneisenaustraße nach derzeitigem Stand rund 260 Kinder mehrere Wochen ohne Betreuung da. Wie Kita-Leiterin Maria Marberger unserer Redaktion erklärte, muss das gesamte pädagogische Team mit aktuell 42 Mitarbeitern für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Das Problem: Alle Betreuer hatten vergangene Woche bei einem Teamtag miteinander Kontakt.

Das Augsburger Gesundheitsamt ermittle derzeit auch, welche Kinder als Kontaktpersonen gelten, so Marberger. Diese müssen dann voraussichtlich ebenfalls in Quarantäne. Bislang ist bekannt, dass wohl zwei Gruppen betroffen sind, insgesamt etwa 40 Kinder. Weil die Kita St. Elisabeth vorübergehend komplett schließen muss, stehen jetzt rund 260 Kinder zwischen einem und elf Jahren ohne Betreuung da.

Corona-Fälle: Kita St. Elisabeth bleibt wohl einen ganzen Monat zu

Und das voraussichtlich nicht nur für zwei Wochen, sondern für einen ganzen Monat. Die Corona-Quarantäne soll am 31. Juli enden. Gleich danach folgt in der Kita aber die dort übliche zweiwöchige Schließzeit in den Sommerferien. „Das ist ein großes Dilemma, aber mir sind die Hände gebunden“, sagt die Leiterin. Sie betont, dass ihre Sorge nicht nur den Mitarbeitern gelte. Sie wisse auch, dass die lange Schließung für betroffene Eltern sehr bitter sei, denen ihr ganzes Mitgefühl gelte.

Marberger sagt aber auch, es sei nicht möglich, Aushilfskräfte aus dem eigenen Bereich oder aus anderen Einrichtungen zu bekommen. Dies sei wegen der Corona-Regeln für das Personal in Kitas nicht zulässig. Dazu komme der chronische Personalmangel, unter dem viele Betreuungseinrichtungen leiden, und die Urlaubszeit. „Keine Kita hat Kapazitäten frei“, sagt sie. Deshalb sei in St. Elisabeth in den kommenden Wochen nicht einmal eine Notbetreuung machbar, wie es sie in den Wochen des Corona-Shutdowns gegeben hat.

 

Die Fachaufsicht für die Kindertagesstätte der katholischen Kirche liegt bei der Stadt Augsburg. Diese sei umgehend informiert worden, sagt Marberger. Sieht man dort eine Möglichkeit, St. Elisabeth und die betroffenen Eltern in ihrer Not zu unterstützen? Schließlich hat der aktuelle Corona-Fall eine ungewöhnliche Tragweite. St. Elisabeth ist nicht nur die größte Kita in Augsburg. Sie gilt auch als eine der größten in Bayern.

Bildungsreferentin und Bürgermeisterin Martina Wild (Grüne) teilt auf Anfrage unserer Redaktion mit, dass die Kita in engen Kontakt mit dem Gesundheitsamt sei. Der Fokus liege derzeit darauf, die Infektionsherde so schnell wie möglich einzugrenzen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Die Verantwortlichen des Kita-Trägers hätten die Stadt bislang nicht um Hilfe oder Unterstützung gebeten.

Kita geschlossen: Eltern sollen sich selber Betreuung organisieren

Wild teilt weiter mit: „Nach unseren Informationen stehen innerhalb der betroffenen Kita Überlegungen an, wie dort eine Notbetreuung aufgestellt werden kann.“ In St. Elisabeth sieht man derzeit aber nur einen Ausweg aus dem Dilemma: Dort rät man nun betroffenen Eltern, sich zusammenzuschließen und selber gemeinsam eine Betreuung für die Kinder zu organisieren, die nicht in Quarantäne sind.

Drei neue Corona-Infektionen in Augsburg gemeldet

Das Gesundheitsamt meldete am Mittwoch in Augsburg drei neue Corona-Fälle, damit gelten derzeit 50 Personen im Stadtgebiet als akut infiziert. Zudem gibt es einen weiteren Todesfall. Laut Stadt handelt es sich um eine 1939 geborene Patientin, die zuletzt im Krankenhaus behandelt wurde und sich davor in häuslicher Pflege befand. Bisher sind in Augsburg 16 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

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22.07.2020

Warum wird ein Teamtag mit allen MA gemacht,das ist sicher falsch

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