Jazz

03.01.2013

Aus der alten Schule

Zwei mit einem Faible für Nostalgie: Sängerin Nina Michelle und Pete York am Schlagzeug.
Bild: Zwang-Eriksson

Ausgelassene Stimmung bei Pete Yorks Auftritt im Striese

„Ich liebe die alten Songs“, gestand Drummer Pete York während seines ausverkauften Konzertes im Striese. Wann immer er kann, huldigt er den Jazz Standards. Dass er zu dem vom Jazzklub Augsburg veranstalteten Konzert kein beliebiges Line-Up auffahren würde, lag auf der Hand. Dass er in seinem neuen Quartett ohne Bass agierte, war befremdlich. Irgendwie fehlten dadurch die tiefen Töne.

Trotzdem waren neben York drei weitere hochkarätige Musiker zu hören. Mit dem Saxofonisten Claus Koch hatte York einen Solisten im Boot, der wie York ein Verehrer der „alten Schule“ ist. So war es Bebop, der frisch und frei aus Kochs Tenorsaxofon tönte. Auch Kuno Kürner schöpfte aus der Tradition. Ähnlich der großen Nina Simone verwob der Pianist in seinen Soli Jazzelemente mit binären Phrasen, die entfernt an Bach oder Chopin erinnerten.

Altmeister Pete York, der mit „Keep On Running“ aus dem Jahr 1965 singend und trommelnd an seine Zeit bei der Spencer Davis Group erinnerte, zeigte sich als Entertainer der Extraklasse. Sein Spaß am Spiel war nicht zu übersehen, seine Virtuosität kaum zu überhören.

Den Mittelpunkt bildete die kanadische Sängerin Nina Michelle. Herrlich rau intonierte sie den zur Bossa nova umfunktionierten Klassiker „Somewhere Over The Rainbow“, füllte „It Don’t Mean A Thing“ und „I’m Walking“ mit kraftvollem Leben und ließ „Bei mir biste scheen“ einen zweiten Frühling erleben. An das Fehlen der tiefen Töne gewohnt, bot das Pete- York-Quartett ein wundervoll nostalgisches Konzert.

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