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Augsburg

25.03.2015

Ausburger Zoo: Die letzte Giraffe muss gehen

Der Augsburger Zoo gibt die Giraffe Tanisha ab. Damit gibt es dort vorerst keine Giraffen mehr.
Bild: Anne Wall

Das Giraffenweibchen Tanisha wird an einen anderen Zoo abgegeben. Warum diese Tierart in Augsburg nicht mehr gezeigt werden kann

Jetzt steht es fest: Nach 30 Jahren werden im Augsburger Zoo keine Giraffen mehr zu sehen sein. Tanisha, die letzte der Rothschild-Giraffen, soll in den kommenden Wochen an einen anderen Zoo abgegeben werden. Eine genauere Untersuchung hat ergeben, dass das Weibchen nicht trächtig und damit transportfähig ist.

Als Herdentier braucht Tanisha Gesellschaft von Artgenossen. Und die gibt es in Augsburg nicht mehr. Das zweite Giraffenweibchen Luna starb Anfang Februar. Wie die Obduktion in München ergab, litt es an einer schweren Darmentzündung, die zu Auszehrung und Schwäche führte. Seit dem Tod von Luna ist Tanisha alleine. Und das kann für eine Giraffe kein Dauerzustand sein, wenn sie artgerecht gehalten werden soll.

Offen war zuletzt, ob Tanisha trächtig ist. Dann hätte sie einen Aufschub in Augsburg bekommen. Diese Frage ist nun aber geklärt. Wie Zoochefin Barbara Jantschke mitteilte, wurde Tanisha inzwischen mit einer Wärmebildkamera untersucht. „Die Thermoaufnahmen haben gezeigt, dass keine Schwangerschaft vorliegt.“

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Das Giraffenhaus wurde seit 30 Jahren nicht mehr modernisiert

Damit steht fest, dass die Giraffe zeitnah an einen anderen Zoo abgegeben werden kann. An welchen, steht noch nicht fest. Jantschke wartet noch darauf, welche Empfehlung der Koordinator für das Erhaltungszuchtprogramm Europäischer Zoos geben wird. Wie mehrfach berichtet, hat sich der Zoo Augsburg dazu entschlossen, vorerst keine Giraffen mehr zu halten. Nach den neuen Haltungsvorschriften für diese Art sei das leider nicht mehr möglich, bedauert die Direktorin. Als Problem gilt das Giraffenhaus. Es wurde seit 30 Jahren nicht mehr modernisiert.

Nach den neuesten Vorschriften ist der Freilaufstall innen, der vor allem im Winter genutzt wird, zu klein. Das weitläufige Afrika-Panorama draußen kann vor allem bei Glätte nicht genutzt werden. Die Unfallgefahr für die Tiere wäre zu hoch.

Zuletzt stand der Zoo auch unter Druck, weil sich die Todesfälle bei den Giraffen häuften. Diese anspruchsvollen und empfindlichen Tiere sind nicht einfach zu pflegen. Es gab öffentliche Kritik von Tierrechtsorganisationen. Eine grundlegende Modernisierung des Giraffenhauses ist derzeit nicht möglich. Dafür fehlt das Geld. Die Maßnahme könnte frühestens in einigen Jahren realisiert werden. Vorrang hat laut Jantschke der Neubau der ebenfalls veralteten Elefantenanlage. Für dieses Projekt mit voraussichtlichen Kosten von acht Millionen Euro läuft derzeit erst einmal die Einwerbung von Spenden an.

Zoobesucher müssen sich nun darauf einstellen, dass nach 30 Jahren keine Giraffen mehr in Augsburg zu sehen sind. Auf dem Afrika-Panorama wird eine der attraktivsten Tierarten fehlen.

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