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Augsburg

26.10.2012

Ausraster im Job-Center

Immer wieder schlagen die Emotionen in Job-Centern hoch. Symbolfoto: Peter Endig dpa

Weil er mit dem Bescheid der Behörde nicht einverstanden war, bedrohte ein 23-Jähriger einen Mitarbeiter des Job-Centers Augsburg-Stadt.

Sie haben oftmals keinen einfachen Job, die Mitarbeiter des Job-Centers Augsburg-Stadt, das für die Bearbeitung von Hartz-IV-Anträgen zuständig ist. Da schlagen die Emotionen schon mal hoch, wenn sich finanziell klamme Kunden über dies und das beschweren. Weit über die Stränge schlug jedoch ein 23-Jähriger, der einen Mitarbeiter des Amtes beleidigte und bedrohte. Er saß wegen des Zwischenfalls nun auf der Anklagebank vor Strafrichter Christoph Dössinger.

Mit Bescheid unzufrieden

Zum wiederholten Male hatte der Angeklagte die Bearbeitung seines Antrages reklamiert, was allerdings daran lag, dass er notwendige Unterlagen nicht eingereicht hatte. Mit einem Bescheid, den er im Februar erhielt, war er offenbar nicht zufrieden. Er forderte nun Bargeld. „Ich hatte keinen Cent mehr in der Tasche. Ich wollte etwas Geld, um für meine kleine Stieftochter Brei zu kaufen und mit ihr zum Arzt zu gehen“, rechtfertigte der 23-Jährige den nun folgenden Ausraster.

Mann drohte: "Ich kenne deine Adresse"

„Er zerriss den Bescheid, warf ihn auf den Tisch und flippte komplett aus“, erinnerten sich der Mitarbeiter, 30, des Job-Centers und sein Kollege, 26, im Zeugenstand. Dann habe der Mann gedroht: „Du, ich kenne deinen Namen und deine Adresse, ich werde dafür sorgen, dass andere dich besuchen und dass du bezahlen musst“.

Ausraster im Job-Center

Mit Beleidigungen, so betonte der Mitarbeiter des Jobcenters, könne er schon umgehen. „Aber diese Drohung, das war eine andere Qualität. Es hätte auch meine Familie treffen können“. Er habe im Übrigen rechtens gehandelt. Denn der Angeklagte hätte mit dem Kind auch ohne Bargeld zum Arzt gehen können, da in diesem Fall keine Praxisgebühr anfalle.

Angeklagter entschuldigt sich vor Gericht

Am Ende war der Angeklagte einsichtig, entschuldigte sich und wurde vom Gericht wegen Beleidigung und versuchter Nötigung auf Antrag von Anklagevertreterin Ilkay Knies zu einer Geldstrafe von 2250 Euro (90 Tagessätze zu je 25 Euro) verurteilt.

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