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Justiz

14.11.2014

Autofahrer lobt Polizistenmörder

Ein 35-Jähriger musste sich in Augsburg vor Gericht verantworten, weil er den Augsburger Polizistenmörder lobte.
Bild: Arne Dedert (dpa)

Bei einer Verkehrskontrolle sagt ein 35-Jähriger, es sei richtig gewesen, dass der Augsburger Beamte Mathias Vieth erschossen wurde. Das hat für ihn Folgen.

Polizisten müssen sich viel gefallen lassen. Im Dienst werden sie häufig mit nicht druckreifen Ausdrücken belegt. Emotional besonders empfindlich reagieren Augsburgs Ordnungshüter aber dann, wenn sie in beleidigender Form an den gewaltsamen Tod ihres Kollegen Mathias Vieth erinnert werden, der am 28. Oktober 2011 im Siebentischwald erschossen wurde.

So wie es ein 35-Jähriger im Rahmen einer Verkehrskontrolle in einer Julinacht gegenüber Beamten der Inspektion Lechhausen tat: „Ich hasse euch alle. Der Rudi hat schon recht, dass er einen von euch erschossen hat“.

Angeklagter entschuldigt sich

Mit „Rudi“ war wohl der wegen Mordes inzwischen als Polizistenmörder zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilte Rudolf Rebarczyk, 62, gemeint. Er hatte Mathias Vieth aus nächster Nähe erschossen. Mittäter soll der Bruder des Mörders, Raimund M., gewesen sein, gegen den das Schwurgericht derzeit noch verhandelt. Der nun wegen Beleidigung angeklagte 35-Jährige hatte sich damals furchtbar über die Verkehrskontrolle empört, vor allem, weil er dabei auch einem Drogentest unterzogen worden war. Weil ihm die ganze Prozedur zu lange dauerte, ließ er sich wohl aus Ärger über die Beamten zu der Äußerung hinreißen. „Es tut mir leid“, sagte er jetzt im Strafprozess vor Amtsrichterin Rita Greser und entschuldigte sich bei den als Zeugen anwesenden Beamten.

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Sein Anwalt Werner Ruisinger, der auch als Pflichtverteidiger den zweiten mutmaßlichen Täter Raimund M. im Schwurgerichtsverfahren vertritt, bezeichnete die Äußerung seines Mandanten als „sehr verletzend“ und „total sinnlos“.

Bewährungsstrafe und Geldauflage

Das Gericht verurteilte den 35-Jährigen wegen der beleidigenden Aussage zu einer Bewährungsstrafe von drei Monaten und einer Geldauflage von 800 Euro. „Diese Äußerung war keine 08/15-Beleidigung. Sie war übel und hat auch die Familie des Ermordeten verhöhnt“, fand Richterin Rita Greser am Ende der Verhandlung klare Worte.

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