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Augsburg

20.08.2020

Automobilzulieferer Wafa schließt: 200 Jobs fallen in Augsburg weg

Die Firma Wafa wird ihr Werk in Haunstetten zum Jahresende schließen. Damit fallen 200 Arbeitsplätze weg.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Der Automobilzulieferer Wafa steckte schon vor Corona in Schwierigkeiten, doch weil sich in der jetzigen Krise kein Investor findet, endet der Betrieb zum Jahresende.

Der Automobilzulieferer Wafa in Haunstetten wird Ende des Jahres seine Tore schließen. Mehr als 200 Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz verlieren, kündigte die Geschäftsführung am Donnerstag an. Sie sollen noch im September die Kündigung mit Wirkung zum Jahresende erhalten. Hintergrund ist die Coronakrise: Das Unternehmen steckte schon seit einigen Jahren in Schwierigkeiten, die aktuellen Umsatzeinbrüche und die allgemeine wirtschaftliche Lage hätten die Situation aber massiv verschärft.

Das auf Spritzguss, Galvanik und Lackierung spezialisierte Unternehmen entwickelt und produziert im Auftrag der internationalen Automobilindustrie verchromte Kunststoffteile wie Ziergitter im Kühler oder Zierleisten. Rückläufige Auftragszahlen aufgrund der Absatzkrise in der Automobilindustrie hatten schon im vergangenen November wie berichtet dazu geführt, dass Wafa einen Antrag auf ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenregie gestellt und vom Insolvenzgericht einen Sachverwalter und einen Sanierungsexperten zur Seite gestellt bekommen hat. Einen ersten Insolvenzantrag hatte es bereits fünf Jahre vorher gegeben, allerdings konnte damals das Aus abgewendet werden. Zwar musste ein Teil der damals noch 330 Mitarbeiter gehen, durch den Einstieg zweier Investoren lief das Geschäft aber weiter.

Automobilzulieferer Wafa schließt: 200 Jobs fallen in Augsburg weg

Augsburger Automobilzulieferer Wafa war schon vor Corona in einer schweren Lage

Die jetzige Entwicklung sei "für uns alle bitter", so Geschäftsführer Martin Witte. "Die Mitarbeiter haben unter hohem Einsatz für die Wafa bis zuletzt gekämpft und nie aufgegeben. An der Belegschaft lag es nicht. Sie hat selbst in Corona-Zeiten und in einem außerordentlich schwierigen Marktumfeld über viele Monate Großes geleistet und dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken“, so Witte in einer Erklärung. Als im Frühjahr die Sanierungsphase anlief, habe die Coronapandemie die Umsätze in den Keller gehen lassen. „Wir haben alles versucht, um gemeinsam mit den Beteiligten eine tragfähige Zukunftslösung für die WAFA zu finden. Aber letztlich konnte unser Sanierungskonzept durch den unerwarteten Umsatzeinbruch aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr umgesetzt werden. Jetzt fehlen uns schlicht die Mittel. Eine Rettung ist unter diesen Umständen nicht mehr möglich“, so Rechtsanwalt Markus Fröhlich, der als Sanierungsexperte vom Gericht bestellt worden war. In der jetzigen Situation sei es auch nicht möglich gewesen, einen Investor zu finden.

Wafa hatte in der Corona-Phase Kurzarbeit beantragt. Das sei aber keine dauerhafte Perspektive gewesen, so die Geschäftsführung. Die Personalkosten seien nur ein Teil der Ausgaben gewesen, denen keine entsprechenden Einnahmen mehr gegenüberstanden.

Gespräche über Sozialplan

Die Geschäftsleitung kündigte an, nun zügig Gespräche mit der Arbeitnehmerseite über einen Sozialplan aufzunehmen. Nach dem Ende der Produktion soll sich noch ein kleines Team um die endgültige Stilllegung des Werks kümmern. Die Firma war 1949 in Augsburg gegründet worden und stellte Glas- und Metallschmuck her, bevor sie auf Kunststoffteile umschwenkte. Bereits im Jahr 1997 war schon einmal Insolvenz beantragt worden, allerdings ging es danach wieder aufwärts.

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22.08.2020

@ Johann S.: Da liegen Sie aber komplett falsch, wirklich. Ich war damals Mitglied der Grünen, hab heute noch das Originalplakat von Reinhard Heinsdorff (der schreiende Wald, vllt erinnert sich manch einer noch an dieses super Motiv) gut verwahrt daheim. Die Geschichte damals mit dem Katalysator war doch eine ganz andere, damals ging es um ein Bauteil, das von der Autoindustrie boykottiert worden ist. Heute geht es um ein komplett anderes System (E-Autos), Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, das diese beiden Dinge gleichwertig nebeneinander stehen. Sie bringen nur - sorry, ist nicht böse gemeint - inhaltsleere Phrasen ("Systemwechsel" usw.). Sagen Sie doch mal konkret, wirklich ganz konkret, wie sollen all die Fahrzeuge durch E-Autos ersetzt werden? Die Leute müssen und wollen mobil sein, da stehen an den Straßen links und rechts - nehmen wir doch mal konkret die Rosenaustraße bei uns in Augsburg - Hunderte Autos. Wie sollen die bitte geladen werden? Ich erwarte hierzu jetzt eine konkrete Aussage von Ihnen. Aus jedem Fenster ein Kabel oder wie? Es hat nicht jeder eine Garage, sollte Ihnen eigentlich klar sein. Hunderte von Ladesäulen statt der Kabel aus dem Fenster? Wo sollen die denn hin bitte? Wo sollen die Rohstoffe für die Batterien herkommen? Haben Sie schon mal an den extrem schädlichen Abbau der dafür erforderlichen Rohstoffe gedacht? Wie soll der Arbeitnehmer Hans Meier und all seine Kollegen von Wohnort - nehmen wir als Beispiel Gessertshausen, Merching, was weiß ich, zum Arbeitsplatz nach Unterhaching, FFB oder sonstwohin kommen? KONKRETER VORSCHLAG bitte!!! Lösen Sie sich mal von ihren angelesenen nichtssagenden Phrasen und werden Sie mal konkret! Sind Sie Bahnpendler? Haben Sie dieses Chaos - anders kann man die Bahn nicht bezeichnen - schon mal jahrelang mitgemacht? Offenbar nicht. Kollegen von mir fahren mit dem Auto nach München, nicht weil sie autofanatisch wären oder ignorant oder dergleichen, sondern weil sie ganz einfach die Schnauze voll haben von dieser Zumutung namens Bahn. DAS ist die Realität, und nicht diese inhaltsleeren Schlagworte wie "Systemwechsel", "Rahmenbedingungen schaffen" und dergleichen. Erklären Sie doch mal GANZ GENAU, wie der von Ihnen erwähnte "Systemwechsel" für den beispielhaft genannten Pendler Meier für dessen arbeitstägliche Fahrt von Gessertshausen nach Unterhaching ausschauen soll. Soll er einen Tesla für 100.000 kaufen oder wie? ANTWORTEN BITTE!!! und zwar konkret Danke fürs Lesen und nix für ungut, mir reicht es halt langsam mit diesen Dampfplauderern.

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20.08.2020

Uns steht ein radikaler wirtschaftlicher Umbruch bevor, weil es bald nichts mehr gibt, was man in China nicht in der selben Qualität fertigen könnte. Spritzgussteile sind nicht unbedingt Spitzentechnologie, sondern etwas, das sich mit überschauberem Aufwand in einem Billiglohnland realisieren lässt. Corona ist nicht die Ursache, sondern nur ein Katalysator, der eine bestehende Entwicklung beschleunigt.
Also liebe Politik, wie soll es ernsthaft weitergehen?

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20.08.2020

Das ist doch ein Grund zum Jubeln für Greta und Luisa und die ganze Friday for Schulschwänz-Bande, 200 weniger Jobs in der ach so bösen Auto- bzw. Zulieferindustrie. Nur weiter so, Leute, aber irgendwann werdet ihr merken, dass es das neue Handy oder das Netflix-Abo nur gibt, wenn Papi gut verdient gell

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20.08.2020

Es scheint, sie suchen die Schuldigen in der falschen Ecke. Die Problematik liegt an der verschlafenen Autoindustrie, die es versäumt hat mit der Zeit zu gehen. Leider trägt die Politik, insbesondere die CSU so gut wie nichts dazu bei um die Situation zu verbessern, ganz im Gegenteil.
Deutlicher als heute war es noch nie zu sehen, wie das weltweite Klima leidet. Dass man ohne Wasser mit Sicherheit weniger Fahrzeuge benötigt, dürfte mittlerweile jedem einleuchten.
Reden Sie mit Söder, Scheuer und Co, damit der Anschluss der Autoindustrie nicht gänzlich verpasst wird und weitere Arbeitslose die Situation verschärfen.

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21.08.2020

>> Die Problematik liegt an der verschlafenen Autoindustrie, die es versäumt hat mit der Zeit zu gehen. <<

Im Sozialismus ist niemals das einzelne Unternehmen an seiner Situation schuld ;-)

Man sieht dort in allen Lebenslagen stets die Kollektivschuld, was für populistische Politik und einfache Köpfe viel leichter ist.

P.S. Die Autoindustrie ging sehr wohl mit der Zeit - die Zeit in der die Menschen bevorzugt SUV kaufen und nicht mit jener Zeit die sich das bunte Volk mit Systemwechsel wünscht.

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21.08.2020

Es geht nicht ums Jubeln sondern es geht darum den Tatsachen ins Auge zu sehen. Wir mussen einen Umbruch schaffen, damit die Klimakatastrophe vermindert wird und unser Wohlstand erhalten bleibt.
Als in den 80er und 90er Jahren Maßnahmen zur Luftverbesserung (Waldsterben) eingeführt wurden haben Leute wie Hubert D. geschrieben, die Wirtschaft geht kaputt. Nun ist Waldsterben kein Thema mehr und es gab auf lange Sicht gesehen keine negative Auswirkung auf unseren Wohlstand.
Daher muss die Politik endlich neue verlässliche Rahmenbedingungen schaffen damit die Wirtschaft sich darauf einstellen kann.
Also nicht hetzen sondern kreativ verändern. Dafür habe wir Menschen den Verstand.

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21.08.2020

@Peter P.
"Man sieht dort in allen Lebenslagen stets die Kollektivschuld, was für populistische Politik und einfache Köpfe viel leichter ist."

Wenn sie von einfachen Köpfen reden, so meine ich, dass dies von Peinlichkeit kaum zu überbieten ist.

Im Übrigen bestehen die meisten Experten und die Mehrheit des "bunten Volkes", so wie sie unsere Bürger nennen, aus guten Gründen auf einen Systemwechsel, auf ein Tempolimit und selbstverständlich auf mehr Schutz für das Klima.

"Die Autoindustrie ging sehr wohl mit der Zeit - die Zeit in der die Menschen bevorzugt SUV kaufen und nicht mit jener Zeit die sich das bunte Volk mit Systemwechsel wünscht."

Die Angst vor Arbeitslosigkeit in der Autoindustrie und bei den Zuliefern sprechen eine andere Sprache.

Ob nun eine überdurchschnittliche Intelligenz zu erkennen ist, wenn sie den Ast abschneiden auf dem sie gut sitzen, ist eher bezweifeln.

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21.08.2020

@ M.
Meine bekannte Sympathie für die Schweiz mit Tempo 120, vielen großen Autos, teurem Diesel, guter Bahn und vernünftigem Radverkehr überfordert so manchen Menschen in Ihrem politischen Spektrum ;-)

>> Im Übrigen bestehen die meisten Experten und die Mehrheit des "bunten Volkes", so wie sie unsere Bürger nennen, aus guten Gründen auf einen Systemwechsel ... <<

Träumen Sie weiter vom Systemwechsel und Mehrheiten ...

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22.08.2020

@Peter P.
"..... überfordert so manchen Menschen in Ihrem politischen Spektrum ;-)"

Da haben sie ausnahmsweise recht. An ihren Argumenten kaum zu übersehen.

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