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Augsburg

24.01.2018

Autos fahren auf dem Radweg

Am Alten Postweg müssen Autos regelmäßig auf den Radweg ausweichen, weil die Straße so eng ist.
Bild: Annette Zoepf

Am Alten Postweg kommt es zu gefährlichen Situationen für Schüler. Was die Stadt sagt

Vor einiger Zeit ist Johann Wagner der Missstand besonders aufgefallen: Auf der Haunstetter Straße war ein Unfall passiert, es bildete sich ein Stau, und viele Autofahrer wichen auf den Alten Postweg aus. In nördlicher Richtung bildete sich eine lange Schlange an der Ampel vor der Einmündung in die Schertlinstraße. Dabei standen viele der Autos auf dem Radweg. Für Radfahrer gab es kein Durchkommen mehr.

Wagner stört generell, dass der Radweg zwischen Berufsschule und der Dr.-Lagai-Straße von den Autofahrern kaum beachtet wird. Er ist mit einer dicken durchgezogenen Linie und teilweise zudem durch einen roten Belag gekennzeichnet. Trotzdem wird er sehr oft von den Autofahrern mitbenutzt.

Die Straße ist schmal, auf der rechten Seite sind Parkplätze markiert

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Bei der Überprüfung der Situation stellt sich rasch heraus, wo das Problem liegt. Die Straße ist nämlich recht schmal. Auf der westlichen Seite sind einige Parkplätze markiert, die auch belegt sind. Im Osten verläuft der Radweg, und daneben fährt außerdem die Straßenbahnlinie 3, bevor sie auf den Platz mit der Haltestelle „Schertlinstraße“ abbiegt. Da ist für Autos im Begegnungsverkehr nicht genug Platz. Freilich müssten Autofahrer in Richtung Uni bei Gegenverkehr vor den Parkplätzen warten. Das tut aber kaum jemand; also weicht der Gegenverkehr auf den Radweg aus. Bildet sich bei Rotlicht eine Schlange, so werden die Wagen vorsorglich auf den Radweg gestellt, damit die Autos nach Süden durchkommen. Das ist aber nicht nur für Radfahrer ärgerlich, sondern kann auch gefährlich werden. Dass ein Auto auch einmal auf den Radweg ausweicht, obwohl dort gerade ein Radler unterwegs ist, kann man nicht völlig ausschließen. Der Radweg in Richtung Innenstadt wird viel genutzt, vor allem von Schülern (Berufsschule, FOS/BOS) und Studenten. Tiefbauamtsleiter Josef Weber liegen aber nach eigenen Worten aktuell keine Hinweise von Bürgern vor, dass an der Stelle etwas getan werden müsste. Diese Aussage kam von der zu seinem Amt gehörenden Abteilung Verkehrsplanung.

Auf Anfrage unserer Zeitung sagte Weber, die Verkehrsregelung sei eindeutig: Die Radfahrspur mit durchgezogener Linie dürfe von Autos nicht befahren werden. Er sei allein für Radfahrer vorgesehen. Der Tiefbauamtsleiter gab aber zu, dass die Straße an dieser Stelle recht eng sei, und das liege an dem Parkstreifen.

Derzeit sei aber nicht vorgesehen, etwas an der Verkehrsführung in diesem Bereich des Alten Postwegs zu ändern. Am ehesten könnten wohl die Parkplätze wegfallen. Dann müsste laut Weber aber auch das Parkverbot mit hoher Priorität überwacht werden. Die Parkplätze sollen jedoch bleiben. Auf den viel befahrenen Radweg kann auch nicht verzichtet werden. Die Gefahr für die Radfahrer und auch die Unannehmlichkeiten bei zugestelltem Radweg werden also in Kauf genommen.

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Die Diskussion ist geschlossen.

25.01.2018

Man macht aus dem Radfahrstreifen einen sog. Schutzstreifen - und schon passts.

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26.01.2018

Ernsthaft: Genau so schauts aus. Sie haben verstanden, was der Witz ist. Dazu müsste aber die Markierung erst mal weg und eine neue hin. Kost Geld, wird nicht kommen. Stellt aber auch die Frage: Was ist dann anders als ganz ohne? Weiße Farbe auf dem Boden. ansonsten fährt jeder wo er mag.

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25.01.2018

Ich sehe dieses Problem jeden Tag, da die Engstelle direkt vor meinem Fenster liegt.

Das die Straße an der Stelle zu eng ist, sieht jeder; das die Autos dort auf den Fahrradweg ausweichen, sieht man immer wieder sobald Stau da ist. Aber was soll man an der Stelle tun? Die Parkplätze weg schaffen? Es ist jetzt schon fast unmöglich, welche in der Gegend zu finden.


Es ist klar, dass da was gemacht werden muss, aber gleich an der einfachsten Stelle anfangen? Und dadurch zusätzliche Probleme schaffen, ist auch keine Lösung. Viele Menschen (Rad- und Autofahrer) machen es sich sehr einfach. Sind agressiv und hirnlos beim Fahren. Das ist das Problem. In der Nebenstraße ist genau die selbe Situation aber komischerweise warten die Autos hinter den parkenden Autos, bis die Straße frei ist. Es geht hier einfach nur darum, dass die Menschen immer hektischer werden und meiner Meinung nach immer mehr verblöden, anstatt sich der Situation anpassen.

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25.01.2018

Im Bereich des Fahrradwegs gibt es kein Anpassen. Kraftfahrzeuge haben dort einfach nichts zu suchen. Ein anrecht auf Parkplätze haben die Anwohner auch nicht. Der alte Postweg ist nunmal eine Hauptstraße und wenn dort keine zwei Spuren + Gleise + zwei Radwege gleichzeitig hinpassen fliegt nunmal einer weg und das müssen nunmal die Pakplätze sein.

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25.01.2018

Naja, würden nicht einige wenige das Verkehrsklima durch absichtliches Danebenbenehmen vergiften, würde (hoffentlich) auch keiner nach Radwegen rufen. Die könnten ersatzlos weg. Mit dem Mofa wird da auch nicht lange Federlesen gemacht. Der Platz ist schon da, nur wird er balkanisiert, was unterm Strich für niemanden so wirklich Vorteile bedeutet. Eine flexiblere, auf die Situation angepasste Nutzung der gesamten Straße wird so eben unmöglich gemacht.

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25.01.2018

"Die Parkplätze weg schaffen?"

Wieso nicht? Radfahrern wird dort doch auch die Benutzung der Fahrbahn verboten, angeblich wegen der Sicherheit. Warum soll dann das Parken nicht auch verbietbar sein? Klar geht das. Und das Abstellen von privatem Eigentum wiegt im Zweifelsfalle eben gerade nicht schwerer, als die Sicherheit des fließenden Verkehrs.

"Sind agressiv und hirnlos beim Fahren. Das ist das Problem."

Isso. Eigentlich würde der 1er aus der StVO weitestgehend reichen. Aber weil jeder am besten gestern schon ankommen will und "ichichich" ganz wichtig ist, wird alles in Vorschriften und Verordnungen gegossen, auf die dann im Zweifelsfalle auch noch geschissen wird.

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25.01.2018

Es wird nicht gehandelt, weil das eigentliche Problem anscheinend gar nicht erkannt wurde. Nach diesem Artikel in der Zeitung werde ich definitiv von Süden kommend nicht mehr in diesem Bereich auf den Fahrradweg ausweichen. Das wird lustig. Das Ergebnis wird nämlich sein, dass alle Autos von Norden kommend und nicht hinter den parkenden Autos warten (weil sie es gar nicht wissen, dass sie es müssen, teilweise auch gar nicht einschätzen können, weil die Engstelle viel zu lange ist), zurück fahren müssen. Wenn viel Verkehr ist, dann müssen koordiniert mehrere Autos in Schlange zurück fahren, was aber irgendwann nicht mehr geht, weill von hinten immer mehr nachkommen und dann die Autoschlange in die Kreuzung hineinreicht. Fazit: Totales Verkehrschaos! Aber anscheinend ist das so gewünscht, da man ja keinen Handlungsbedarf sieht!

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25.01.2018

Naja, was auch machen? Autos stehen Autos im Weg. So, wem soll man jetzt auf die Füße treten, weil Einschränkungen nötig sind? Irgendwie dann doch den Autofahrern, weil arg viel mehr bleibt ja nicht mehr übrig. Aber die heilige Kuh darf man auf keinen Fall antasten, nicht mal wenn sie dabei ist, sich selbst zu erlegen. Also bleiben die Parker da, also wird auf Einhaltung der StVO gepocht, was nur irgendwie bei der tatsächlichen Situation vor Ort eben Probleme verursacht...

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25.01.2018

Ja ist doch mal wieder ganz bezaubernd. Problem erkannt, die Gefahren für Radfahrer richtig erfasst und trotzdem wird wieder einmal nichts getan. Wenn nicht endlich Einschnitte bei den PKW gemacht werden, kann und wird Augsburg keine Fahrradstadt.

Eines ist jedoch sicher: Jeder Unfall, Verletzte oder getötete Radfahrer geht auf das Konto von Herrn Weber. Nichts tun und auf die StVO zu vertrauen die offensichtlich missachtet wird ist grob fahrlässig.

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25.01.2018

Es ist sogar noch viel schlimmer: Einerseits stellt man sich hin und sagt sinngemäß, die Einhaltung der StVO hat zu reichen. Und um ehrlich zu sein, auf dem Standpunkt stehe ich auch. Andererseits setzt sie keiner durch. (Jetzt mal Hand aufs Herz, wie oft schlägt man über die Stränge, ohne dass rechtlich irgendwas passiert? Zu oft! Da können wir alle ein Lied von singen.) Und noch oben drauf sind ja gerade die Anordnungen der Straßenverkehrsbehörde nicht selten nach dem Schema "Weil die Leute zu blöd zum Autofahren sind." Man impliziert, dass die Leute ja eh keine Regeln einhalten.

Jedes Blauschild für Radwege sagt nichts anderes aus als: "Die da sind zu blöd zum Autofahren, deswegen musst du dort weg gehen." Dass man dann genau auf dem hach so tollen Radweg an jeder Kreuzung, Einmündung und Ausfahrt erst recht leicht platt gefahren wird, davon will keiner was hören. Hauptsache das Blech rollt. Darum geht es unterm Strich. Deshalb volle Zustimmung: Solange der MIV immer noch das Maß der Dinge ist, können sie sich ihren Fahrradstadttitel abschminken. Das Konzept "Da kann man nichts machen." ist nur ein sehr deutliches Symptom, aber ganz und gar nicht die Ursache. Man könnte, wenn man wollte. Da liegt der Hase im Pfeffer.

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