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Augsburg

22.02.2017

B2 und B17: So lange stehen Autofahrer im Stau

Ein gewohntes Bild: Stau und stockender Verkehr auf der B17. Die Straße gilt als Nadelöhr für Pendler. Typisch für Augsburg sind Staus einer aktuellen Studie zufolge aber nicht.
Bild: Annette Zoepf (Archiv)

Wer zu Stoßzeiten in Augsburg mit dem Auto fahren muss, hat 2016 im Schnitt fast 14 Stunden für das Warten verschwendet. Der Vergleich mit anderen Städten ist überraschend.

Pendler, die morgens aus Richtung Süden oder Norden nach Augsburg zur Arbeit fahren, werden vermutlich den Kopf schütteln, wenn sie diese Zahlen lesen. Denn vor allem auf der B17 und auch auf der B2 gibt es zu Stoßzeiten immer wieder Staus. Zuletzt traf es die von Süden kommenden Autofahrer besonders oft – wegen zahlreicher Baustellen. Doch im bundesweiten Vergleich erscheinen die Verkehrsprobleme in Augsburg insgesamt sehr überschaubar. In einer großen Rangliste der staugeplagten Großstädte liegt Augsburg auf einem – in diesem Fall guten – hinteren Platz.

In München standen die Autofahrer 2016 rund 48 Stunden im Stau

Konkret bedeutet das: In Augsburg standen Autofahrer, die zu Stoßzeiten unterwegs sind, im gesamten vorigen Jahr im Schnitt 13,6 Stunden im Stau. Die Stadt belegt damit den 43. Platz unter den 62 untersuchten deutschen Städten. Zum Vergleich: In der benachbarten Millionenstadt München summierte sich die durchschnittliche Wartezeit der Autofahrer während der „Rush Hour“ im Vorjahr auf rund 48 Stunden. Umgerechnet also zwei Tage. Damit belegt die Metropole an der Isar den eher unrühmlichen ersten Platz in dieser Rangliste.

Auch in weiteren Städten in Bayern, die für die Studie des Unternehmens Inrix unter die Lupe genommen wurden, ist es für Autofahrer auf dem Weg von und zur Arbeit unangenehmer als in Augsburg. In Würzburg kommen sie auf eine jährliche Wartezeit von im Schnitt 34 Stunden, in Nürnberg sind es 28 Stunden, in Regensburg immerhin 23 Stunden. Besser als Augsburg schneidet in Bayern nur Bayreuth mit einer Wartezeit von elf Stunden ab. Allerdings ist die Stadt in Oberfranken mit ihren rund 72.000 Einwohnern auch deutlich kleiner als Augsburg, das an der Marke von 300.000 Bewohnern kratzt.

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70.000 Menschen pendeln täglich nach Augsburg

Es gibt mögliche Erklärungen dafür, warum die Augsburger Autofahrer zu Stoßzeiten weniger von Staus geplagt sind. Augsburg ist mit seinen Firmen und Behörden zwar ein Magnet für Beschäftigte. Rund 70.000 Menschen kommen täglich von außerhalb zum Arbeiten in die Stadt, viele nutzen dafür das Auto. Im Vergleich zu anderen Regionen ist die Zahl der sogenannten Einpendler allerdings nicht besonders hoch. In Regensburg, das nicht einmal halb so groß ist wie Augsburg, liegt die Zahl der Einpendler ebenfalls bei rund 70.000. In Nürnberg sind es rund 150.000 Menschen. In München sind es erwartungsgemäß noch einmal deutlich mehr: Rund 350.000 Menschen wohnen außerhalb der Stadt und müssen tagtäglich hinein fahren. Die Sogwirkung der Landeshauptstadt reicht bis an den Lech: Auch etwa 8000 Augsburger nehmen das Pendeln nach München auf sich – und stehen, wenn sie das Auto nutzen, dann vor allem dort im Stau.

Nicht nur Autofahrer, die zu Stoßzeiten fahren, leben der Untersuchung zufolge in Augsburg relativ entspannt. Auch zu anderen Zeiten müssen Verkehrsteilnehmer auf den Straßen nicht allzu lange warten. Die Studie gibt an, dass Autofahrer in Augsburg im Schnitt fünf Prozent ihrer Fahrzeit für Staus aufwenden müssen. Das bedeutet: Wer sich täglich eine Stunde im Verkehr der Stadt bewegt, steht durchschnittlich drei Minuten lang im Stau.

In Regensburg liegt dieser „Stau-Anteil“ bereits bei neun Prozent der Fahrzeit, in Würzburg sind es 14 Prozent und in München 15 Prozent. Wie lange man in der Realität dann wirklich warten muss, hängt stark vom Wochentag, von der Uhrzeit ab und der Fahrtstrecke ab. Zwei Beispiele: Wer tagsüber in der Stadt herumfährt, muss im Schnitt 13 Prozent der Fahrzeit warfen, also knapp acht Minuten pro Stunde. Wer dagegen nachts vom Umland aus in die Stadt fährt, opfert gerade einmal ein Prozent der Zeit fürs Warten und damit innerhalb von einer Stunde nur rund eine halbe Minute.

Für die Pendler auf der B17 gibt es gute Neuigkeiten

Für die staugeplagten Pendler auf der B17 gibt es indes auch gute Nachrichten. Noch in diesem Jahr soll die Straße im Abschnitt zwischen Messe und Fußball-Arena die Fahrbahn auf drei Spuren verbreitert werden. Außerdem wird ein computergesteuertes System installiert, welches die Geschwindigkeit so regeln soll, dass weniger Staus entstehen. Allerdings gibt es dieses und nächstes Jahr auch noch Baustellen an Brücken und Arbeiten am Straßenbelag.

Auf der B17 wird weiter gebaut: Mit drei Spuren zwischen Messe und Fußball-Arena soll für Pendler am Ende alles gut werden.
Bild: Christina Heller (Archiv)

Danach könnte aber erst einmal Ruhe einkehren. Peter Stöferle, Verkehrsexperte bei der Industrie- und Handelskammer für Schwaben (IHK), sieht die B17 dennoch weiter als Nadelöhr, in dem regelmäßig tausende Pendler feststecken. Aus Sicht der IHK benötige Augsburg daher eine durchgehend Ostumfahrung – wie auch immer sie dann im Detail aussehe.

Die Studie: Die Untersuchung zu den Staus in Großstädten stammt vom Unternehmen Inrix, das Verkehrsanalysen in Echtzeit anbietet. Für die Studie wurden den Angaben zufolge weltweit 500 Terabyte Daten aus 300 Millionen unterschiedlichen Quellen analysiert.

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