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Augsburg

04.07.2012

Baby nach Bluttat bei Pflegeeltern

Nach dem Pferseer Beziehungsdrama ist der drei Monate alte Sohn bei einer Pflegefamilie.
Bild: Anne Wall

Nach dem Pferseer Beziehungsdrama ist der drei Monate alte Sohn bei einer Pflegefamilie. Um ihn drehte sich offensichtlich auch der Streit, der am Sonntagabend eskalierte.

Als die Bluttat geschah, lag der drei Monate alte Junge schlafend in seinem Bettchen – davon gehen die Ermittler derzeit aus. Vermutlich hat das Baby nicht viel mitbekommen vom tödlichen Streit der Eltern. Der Vater, Regaib K., 36, sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Mit mehreren Messerstichen soll er am Sonntagabend in Pfersee die Mutter des Kindes, Diana P., 20, umgebracht haben. Wie es für das Kind weitergeht, ist noch unklar. Der Junge wurde am Sonntagabend aus der Wohnung gebracht und in der Kinderklinik des Josefinums untersucht. Aus medizinischer Sicht gehe es ihm gut, heißt es. Derzeit sei das Baby in einer Pflegefamilie.

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Das Jugendamt wird prüfen, wo der Junge künftig leben kann. In der Regel wird zunächst versucht, Kinder bei Verwandten unterzubringen. Im aktuellen Fall gibt es wohl die Option, dass das Kind bei der Großmutter, der Mutter des Opfers, unterkommt. Entscheiden muss es letztlich ein Richter. Diana P. war mit Regaib K. nicht verheiratet. Sie hatte nach Informationen unserer Redaktion das alleinige Sorgerecht für den Jungen. Darum drehte sich offensichtlich auch der Streit, der am Sonntagabend eskalierte. Diana P. wollte sich vom Vater ihres Kindes trennen. Die Mutter soll, so stellte es Regaib K. offenbar im Polizeiverhör dar, auch damit gedroht haben, er dürfe den Sohn nicht mehr sehen.

Tötungsdelikt in Pfersee
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Tötungsdelikt in Pfersee
Bild: Anne Wall

Das sei wohl eine „wesentliche Streitursache“ gewesen, sagte K.s Verteidiger Yalcin Yorulmaz unserer Redaktion. Der Anwalt hat gestern Vormittag mit dem Mann gesprochen. Sein Mandant stehe noch „unter sichtbarem Schock“. Der Streit soll, wie es aus Polizeikreisen hieß, in der Küche der Wohnung ausgebrochen sein. Regaib K. hatte wohl eine gemeinsame Zukunft vor Augen – er hatte seine Wohnung in München gekündigt, den Job als Koch dort aufgegeben und wollte zu Freundin und Kind in das Pferseer Mehrfamilienhaus einziehen.

Doch für Diana P. kam eine gemeinsame Zukunft wohl nicht mehr infrage. Die Verlobung soll sie aufgelöst, den Ring zurückgegeben haben. Eine entscheidende Frage wird sein, ob K. während des Streits im Affekt zustach – oder ob er die Tat heimtückisch plante. Die Staatsanwaltschaft spricht derzeit von Mord.

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