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Kommentar

22.10.2018

Bäume: Kampf der Bürger hat sich gelohnt

Die Baumfällungen am Herrenbach sind umstritten. Laut einer neuen Lösung müssen deutlich weniger Bäume weg.
Bild: Silvio Wyszengrad

Am Herrenbach müssen weniger Bäume gefällt werden als geplant. Das ist ein Erfolg für die Bürger und eine Mahnung für die Stadt.

Es soll Menschen geben, die das Schicksal der Bäume am Herrenbach weniger berührt hat. Aber auch für sie lohnt sich der Blick an den Wasserlauf. Nach Monaten des Streits in nun klar: Es müssen keine 96 Bäume gefällt werden, um die Anwohner entlang des Bachs vor Überschwemmungen zu sichern. 47 genügen (Nur noch 20 Bäume am Herrenbach müssen weg). Und unabhängig vom Herrenbach lässt sich festhalten: Nichts ist alternativlos.

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Die Stadt hatte im Vorfeld der ersten Fällungen im Mai genau diesen Eindruck erweckt: Gefahr! Muss beseitigt werden. Geht nur so. Ausrufezeichen. Am Abend vor den Fällungen wollte die Stadt nur darüber reden, dass gefällt wird. Was das mit Blick auf Bürgerbeteiligung aussagt, wurde bereits ausführlich diskutiert. Aber auch in der Sache ist man knapp fünf Monate später deutlich schlauer.

Eine bessere Lösung

Es ist eben doch möglich, zwei wichtige Interessen anders unter einen Hut zu bekommen – Hochwasserschutz und Baumschutz. Das Gutachten ist ein klarer Erfolg für die Kritiker. Ohne ihren Widerstand wären die Bäume wohl alle weg gewesen. Sie haben die Stadt zu einer besseren Lösung gedrängt.

Das Gutachten ist eine Mahnung an die Stadt und an andere Behörden: Bürger muss man ernst nehmen. Und es lohnt sich, in schwierigen Fragen auch nach Alternativen zu Lösung A zu suchen. Das mag Geld kosten und Zeit in Anspruch nehmen. Doch zumindest Zeit war am Herrenbach eigentlich genug da – Bäume wachsen schließlich nicht über Nacht.

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