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Verkehr

11.07.2019

Bahn: In Hochzoll fallen Warndurchsagen am Bahnhof weg

Dieses Schild informiert über die Änderungen am Bahnhof Hochzoll.
Bild: Bernd Hohlen

Durchfahrende Züge werden an den Gleisen 3 und 4 am Bahnhof Hochzoll nicht mehr angekündigt. Wie steht es jetzt um die Sicherheit von Reisenden?

Das Plakat, das am Bahnhof Hochzoll ausgehängt ist, wird von Reisenden wohl nicht zuletzt wegen der Signalfarbe Rot wahrgenommen. Auf weißer Schrift ist zu lesen, dass ab 15. Juli ein-und durchfahrenden Züge am Bahnsteig 3 und 4 nicht mehr besonders angekündigt werden. Reisenenden wird deshalb empfohlen, Abstand von der Bahnsteigkante zu halten.

So sieht die Situation am Bahnhof Hochzoll aus.
Bild: Bernd Hohlen

Wird hier womöglich ein Gefahrenmoment unterschätzt? Diesen Eindruck gewinnt ein Leser, der sich an unsere Redaktion gewandt hat. Auf Anfrage teilt ein Bahnsprecher mit, dass die Bahn sich sehr wohl um die Sicherheit von Reisenden kümmere. An Bahnhöfen gebe es ein abgestuftes Programm, mit dem die Fahrgäste vor Zugein- und durchfahrten an der Bahnsteigkante gewarnt werden. Die Einzelheiten seien in der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) geregelt. Zum konkreten Fall Hochzoll sagt der Sprecher: „Mit den zuggenauen Warnansagen fällt ab 15. Juli eine Maßnahme weg, die nach EBO am Bahnhof Augsburg-Hochzoll gar nicht vorgeschrieben war.“ Zuggenaue Ansagen erfolgen jeweils kurz vor der Ein- beziehungsweise Durchfahrt eines Zuges über Lautsprecher.

Das sagt ein Bahnsprecher zur Situation am Bahnhof Hochzoll

Ohne diese Lautsprecherdurchsagen gebe es in Hochzoll an den Gleisen 3 und 4 (Hauptstrecke nach München) dennoch Bausteine zum Schutz der Reisenden. Dazu gehöre die Markierung frei zu haltender Flächen auf dem Bahnsteig durch einen Sicherheitsstreifen parallel zur Bahnsteigkante. Des weiteren gebe es ein Warnschild vor durchfahrenden Zügen. Generelle Warnansagen über Lautsprecher blieben. Sie nehmen allerdings dann keinen direkten Bezug auf einzelne Züge. An der Nebenstrecke Richtung Ingolstadt (Gleise 5 und 6) seien keine Warnansagen notwendig, sagt der Bahnsprecher. Dort gebe es aber ebenfalls Sicherheitsstreifen und Warnschilder.

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Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigt Verständnis für das Agieren der Bahn. Winfried Karg von Pro Bahn will „daraus kein Drama machen“, wie er auf Anfrage sagt. Es gebe aus seiner Sicht weitaus gravierende Probleme, mit denen Reisende konfrontiert seien. Überfüllte Züge und Verspätungen etwa.

Für die Bahn sind dem Vernehmen nach die konkreten Warnungen vor einfahrenden Zügen ziemlich aufwendig. Sie müssen punktgenau auf den Fahrplan abgestimmt sein und Bahnhof für Bahnhof eingespielt werden, sobald der Zug durchrauscht. Durch den Wegfall der Durchsagen spart sich das Unternehmen Kosten.

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