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Augsburg

27.10.2016

Bahn lässt mehrmals hunderte Pendler am Bahnhof stehen

Pendler im Fugger-Express der Deutschen Bahn von Augsburg nach München hatten eine harte Woche: Fast täglich gab es zuletzt Probleme.
Bild: Michael Hochgemuth

Seit einigen Tagen häufen sich Verspätungen und Probleme beim Fugger-Express. Teils konnten Fahrgäste nicht einsteigen, obwohl die Züge fast leer waren.

Bahn-Pendler im Raum Augsburg werden seit einigen Tagen massiv von Zugausfällen und Verspätungen in Richtung München gebeutelt: Innerhalb einer guten Woche wurden dreimal hunderte Fahrgäste an den Bahnhöfen Haunstetter Straße, Hochzoll, Kissing, St. Afra und Mering stehen gelassen.

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Zuletzt geschah das am Dienstagmorgen im Berufsverkehr. Grund: In Hochzoll war gegen 6.45 Uhr ein Fugger-Express liegen geblieben. Die Bahn leitete daraufhin alle nachfolgenden Pendlerzüge des Nahverkehrs Richtung München über die Fernverkehrsgleise um, die bis München-Pasing aber keine Haltemöglichkeiten bieten. Die Bahn räumte auf Anfrage eine „ungewöhnliche Häufung“ an Einschränkungen auf der Linie nach München ein. Allerdings hätten diese sehr unterschiedliche Ursachen. Zudem könne man für Vorfälle wie Personen im Gleis nichts, so ein Sprecher. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert Verbesserungen und spricht von einer „Chaos-Woche“.

Vier Stunden Zeit verloren

Für Pendler wie den Augsburger Andreas Witty waren die vergangenen Tage ein einziges Ärgernis. Wird der Fahrplan eingehalten, verbringt er 7,5 Stunden pro Woche im Zug nach und von München. Vergangene Woche kamen aufgrund von Störungen vier Stunden dazu, rechnet er aus. „Zwei Zugausfälle pro Woche sind zu viel“, sagt Witty. Zudem sei die Informationspolitik der Bahn ein Problem. „Falsche und ungewisse Angaben zwingen Pendler zum Spießrutenlauf.“ Der laufende Bahnhofsumbau sei eine Verbesserung, bringe aber nichts, wenn das Angebot der Bahn nicht stimme.

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Seit Montag vor einer Woche hat die Bahn fast täglich mit Vorfällen zu kämpfen. Die reichten von Signalstörungen über Suiziddrohungen und Personen im Gleis bis hin zu defekten Zügen. Die günstigste Folge waren Verspätungen. Doch auf mehreren Bahnhöfen an der Strecke hätten wartende Fahrgäste zuschauen müssen, wie fast leere Triebwagen auf den ICE-Gleisen an ihnen vorbeirauschten, so Jörg Lange, beim Fahrgastverband Pro Bahn zuständig für den Fugger-Express. „Die Stimmung kann man sich vorstellen.“ Das Problem: Leitet man Fugger-Express-Züge wegen einer blockierten Strecke auf die ICE-Gleise, wird zwar der Verkehr zwischen dem Augsburger Hauptbahnhof und München aufrechterhalten, aber alle Bahnhöfe unterwegs sind vom Verkehr abgeklemmt.

Pro Bahn fordert besseres Konzept

Pro Bahn fordert die Bahn jetzt auf, sich besser aufzustellen. „Hier ist eindeutig ein besseres Konzept gefragt – sowohl bei der Störfallvermeidung wie auch bei der Verkehrsabwicklung und Information im Störfall“, sagt Lange. Im Fall eines Problems die Bahnhöfe zwischen Mering und Augsburg-Hochzoll abzuhängen, sei nicht akzeptabel. Notfalls müsse man eben einen Zug aus der Gegenrichtung schicken, der gestrandete Pendler einsammelt. Manche Fahrgäste hätten den „sicher nicht berechtigten Eindruck“, die Bahn nutze es aus, dass Pendler auf sie angewiesen seien.

Die Pünktlichkeit des Fugger-Express ist generell ein Thema. Der Freistaat fordert von der Bahn vertraglich 96 Prozent Pünktlichkeit (als Verspätung zählen Verzögerungen von mehr als fünf Minuten), faktisch fährt die Bahn diesem Ziel meist hinterher. Im Sommer lag die Pünktlichkeit bei 92,5 Prozent, wobei diese im Winter meist absinkt. Ein Problem ist, dass Fugger-Express-Züge auf der Anfahrt nach Augsburg von Donauwörth oder Ulm kommend von verspätetem Fernverkehr ausgebremst werden.

Besser gelöst sind inzwischen die technischen Probleme bei den Triebwagen. So gibt es mit den Kupplungen weniger Schwierigkeiten. Zudem wurden Sitzabstände vergrößert und Gepäckablagen nachgerüstet.

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.10.2016

Sie schreiben von "Zugausfällen und Verspätungen in Richtung München". Am Dienstag ist auch das Umgekehrte passiert: Abfahrt von Kissing nach Augsburg planmäßig um 7:36 Uhr, tatsächlich aber um mehr als ein halbe Stunde später. Konsequenz: Anschlußzug in Augsburg weg, Geschäftstermin in Frankfurt verpaßt. Bei einer Blockierung der Gleise in Richtung München hätte das doch nicht sein müssen??

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27.10.2016

Pünktlichkeit in Prozent ungleich reale Pünktlichkeit.

Denn mir scheint der unsägliche Fugger Express ist vor allem dann pünktlich, wenn kaum Fahrgäste unterwegs sind, z.B. Sonntag vormittags. In den Stoßzeiten hingegen liegt die Pünktlichkeit weit unter 90%, da bin ich mir absolut sicher.

Daher müsste die Pünktlichkeit in Bezug auf die Fahrgäste berechnet werden, das wäre eine Aussage, die einem Fahrgast dann einen realen Erwartungswert liefert.

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27.10.2016

Der 4-gleisige Ausbau nach München hat den Nahverkehr nach München bislang nicht zuverlässiger gemacht. Der Begriff "Fugger-Express" steht inzwischen für einen der größten Verdrußbringer für Fahrgäste den die DB zu bieten hat.

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Zudem wurden Sitzabstände vergrößert und Gepäckablagen nachgerüstet.

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Sitzabstände von nur ca. 1/4 der Anzahl aller Sitze - der Rest ist beengt wie früher. Damit wurde auch nur eine Augsburger Besonderheit im Innenraum zurückgebaut, welche die baugleichen Züge in München (Richtung Passau) und Würzburg nie hatten.

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