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Fugger-Express

30.07.2012

Bahn prüft Einbau von Gepäckablagen

Bahnkunden wollen Gepäckablagen im Fugger-Express.
Bild: Stefan Krog

Verkehr Nach Kundenkritik wegen fehlender Abstellmöglichkeiten und einer Aufforderung durch den Freistaat prüft die Bahn den Einbau von Gepäckablagen im Fugger-Express.

Die Bahn will in den Fugger-Express-Zügen nun möglicherweise Gepäckablagen nachrüsten. Der Fahrgastverband Pro Bahn hat eine Unterschriftenaktion gestartet, und auch in einer eigenen Umfrage bemängelten Kunden deren Fehlen. Auch der Freistaat hatte kürzlich noch mal deutlich gemacht, dass er in dieser Frage Bewegung von der Bahn erwartet.

Doch trotz der Kritik an fehlenden Sitzplätzen und engen Sitzen wird der Fugger-Express offenbar beliebter: Vergangenes Jahr verzeichnete die Bahn ein Fahrgastplus von sechs Prozent. Insgesamt waren es laut Bahn 42 Millionen Reisende.

„Zuletzt schien uns das Thema Gepäckablagen nicht mehr so wichtig, aber wir gehen jetzt noch mal in die Prüfung, wie wir das Thema angehen“, so Bärbel Fuchs, Chefin der DB in Schwaben. Die erste Klasse sei bereits nachgerüstet worden. Technisch sei der Umbau aber nicht ganz einfach. Die Kosten für Gepäckablagen in allen 37 Triebwagen dürften bei einer Million Euro liegen. Eine feste Zusage, dass die Ablagen kommen, gibt die Bahn allerdings nicht. Für Pendler ist das Fehlen von Ablagemöglichkeiten besonders im Zusammenhang mit dem engen Sitzabstand ein Problem. Taschen oder Winterjacken müssen auf den Schoß genommen werden.

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Klage über zu wenig Sitzplätze

Immer wieder klagen Reisende und Pendler zudem über zu wenig Sitzplätze. Fuchs verweist darauf, dass die Kapazitäten seit dem Start des Fuggerexpresses im Jahr 2008 um 34 Prozent erhöht wurden. Teils durch weitere Züge, teils durch zusätzlich angehängte Waggons. Die Werte beziehen sich auf Züge, die in den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 9 Uhr sowie 16 und 19 Uhr verkehren. Trotzdem werde es weitere Gespräche mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) geben müssen, so Fuchs. Die BEG koordiniert und bezahlt im Auftrag der Landesregierung den Schienennahverkehr im Freistaat. Vor allem auf der Strecke Augsburg-München sei es ein Problem. Nachmittags aber auch in Richtung Ulm.

In Sachen Pünktlichkeit hat der Fugger-Express nach einer Pannenserie im vorvergangenen Winter (teils waren nur 50 Prozent der Züge pünktlich) deutlich aufgeholt. Mit dem viergleisigen Ausbau der München-Strecke vergangenes Jahr stieg die Pünktlichkeit laut Fuchs zwischen Ende 2011 und März 2012 zeitlich auf etwa 95 Prozent. Als pünktlich gelten für die Bahn alle Züge, die maximal fünf Minuten Verspätung haben.

Während die Bahn diesen Winter wenig Probleme hatte, ist die Pünktlichkeit seit dem Frühjahr um etwa drei Prozentpunkte gesunken. „Seit April haben wir Weichen- und Gleisumbauten“, so Fuchs. Zwar verursache dies teils nur eine Minute Verzögerung. Wenn dann aber ein Fernverkehrszug durchgelassen werden muss, stehen die Nahverkehrszüge teils mehrere Minuten auf der Strecke. Schnelle Besserung ist nicht in Sicht: Die Bauarbeiten sollen bis zum Ende des Jahres fortgesetzt werden. Auch was die Kundeninformation betrifft, will die Bahn sich verbessern. Allerdings hätten die Mitarbeiter in den Zügen häufig das Problem, dass ihnen auch nicht alle Informationen vorliegen.

Kunden als Qualitätstester

Dies wurde auch von den 30 Kunden moniert, die im Auftrag der Bahn in den vergangenen drei Monaten als Qualitätstester unterwegs waren. „Es geht zum Beispiel darum, ob der Kunde den Anschlussbus noch bekommt. Wir haben Kontakt zum AVV aufgenommen, um hier eine Verbesserung herbeizuführen“, so Fuchs. Unter den Testern waren auch Mitglieder von Pro Bahn. Als gut bis sehr gut schätzten die Tester die Sauberkeit der Toiletten und Müllbehälter ein. Insgesamt gaben sie in den drei Monaten 800 Fragebögen bei der Bahn ab.

Technische Störungen, die dem Fugger-Express einen Stolperstart bescherten und sich fortsetzten, gibt es inzwischen nicht mehr häufiger als in anderen Zügen. Um bei kleineren Problemen die Züge nicht in die Werkstatt nach München bringen zu müssen, hat die Bahn fünf Unterwegs-Mechaniker im Einsatz, die in den Zügen mitfahren.

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