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Landwirtschaft

10.06.2011

Bald ist schon wieder Schluss mit Spargel

Der letzte Spargel dürfte bald gestochen sein: Die Saison hat früher begonnen und wird nun wohl auch früher enden. Mit der Ernte sind die Spargelbauern in der Region zufrieden.
Bild: Foto: Archiv

Eigentlich dauert die Saison bis zum 24. Juni. doch dieses Jahr ist alles anders.

Traditionell dauert die Spargelernte von Mitte April bis zum Johannitag, dem 24. Juni. Doch in diesem Jahr ist alles anders: „Im Durchschnitt wird 60 Tage lang gestochen und wer früher anfängt, muss auch früher aufhören“, sagt Christina Limmer, Inhaberin eines Spargelhofs in Affing. Sie beendet die Ernte wie die meisten ihrer Kollegen bereits an diesem Wochenende.

Erntebeginn ist gewöhnlich zwischen dem 10. und 15. April. Heuer haben die Spargelbauern 2011 bereits Ende März angefangen, bis zu zweieinhalb Wochen vor dem eigentlichen Erntebeginn. Grund war die gute Witterung, die dafür sorgte, dass der Spargel sehr zeitig reif war. „Außerdem bescherte uns das lang anhaltend schöne Wetter eine sehr gute Ernte“, sagt Claudia Westner, Spargelbäuerin und Inhaberin des Guts Haslangkreit in Kühbach. Bei ihr ist bereits am Freitag, 10. Juni, Schluss.

Laut Peter Strobl, Spargelfachberater beim Landwirtschaftsamt Pfaffenhofen, war die Ernte heuer sehr zufriedenstellend. „In der zweiten Woche nach Ostern hatten wir fast zu viel Spargel. Aber das hat sich schnell wieder eingependelt.“ Überhaupt verweisen die Bauern in diesem Jahr auf eine sehr gute Ernte. Einzig der grüne Spargel hätte unter der starken Trockenheit gelitten, sagt Christina Limmer vom Spargelhof in Affing.

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Dabei ist diese Sorte sehr beliebt: „Der grüne Spargel ist zwar immer noch ein Nischenprodukt, aber die Nachfrage steigt“, sagt Spargelunternehmer Josef Lohner aus Inchenhofen. Er verzeichnete nach eigenen Angaben eine gute Durchschnittsernte. „Der Spargel wächst mit der Kraft des Vorjahres. Der letzte Sommer war sehr kühl. Deshalb war die Spargelernte in diesem Jahr trotz gutem Wetter nur mittelmäßig.“

Der Spargelanbauer mit Stammsitz in Inchenhofen gilt mittlerweile als Marktführer in Bayern. Josef und Georg Lohner bewirtschaften etwa ein Fünftel der gesamten Anbaufläche im Freistaat und beschäftigen in Spitzenzeiten rund 700 Erntehelfer. Allein im Anbaugebiet Schrobenhausen (insgesamt rund 900 Hektar) bestellt Lohner über ein Drittel der Fläche.

Bis zum Johannitag am 24. Juni weiterzuernten kommt für die Spargelbauern aber auf keinen Fall infrage. Der Spargel brauche Ruhe, sagt Andrea Wolf, Inhaberin des Spargel- und Erdbeerhofs Wolf bei Odelzhausen. Sie beschließt die Ernte Anfang nächster Woche, denn „was zu spät geerntet wird, ist ganz dünn“.

Spätes Stechen raubt die Energie

Außerdem raube das späte Stechen den neuen Spargelwurzeln die nötige Energie. Diese Wurzeln bilden sich aus dem Spargelkraut, das beim Auswachsen des Spargels direkt nach der Erntezeit entsteht. Aus den neuen Wurzeln wächst im nächsten Jahr der neue Spargel. „Bei zu später Ernte hätten wir jedoch im nächsten Jahr unter Umständen gar keinen Spargel“, sagt Wolf.

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