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Brechtfestival

07.02.2018

"Ballett? Rock it!" bringt Tanz und Rockmusik auf die Bühne

Neun Titel von Bruce Springsteen begleiten das Stück auf der Brechtbühne.
Bild: Andreas Gebert, dpa (Archivfoto)

Das Stück zeigt drei Choreografien mit Hits von sieben Rockstars. Darunter sind Amy Winehouse, Jimi Hendrix und Janis Joplin.

Mancher Fuß im Publikum wird mitwippen beim nächsten Ballettabend in der Brechtbühne. Denn im Mittelpunkt steht Musik, zu der viele der Zuschauer selbst schon mal getanzt haben – Songs von David Bowie, Bruce Springsteen, Amy Winehouse, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison und Kurt Cobain. „Ballett? Rock it!“ lautet der Titel programmatisch.

Choreograf nimmt Rockmusik von Bruce Springsteen als Inspiration für das Stück

„Es ist unglaublich, wie Rockmusik Menschen zusammenbringen kann“, sagt Tänzer und Choreograf Riccardo De Nigris. Das Verbindende, die Magie der Musik, die bei Rock-Konzerten den Einzelnen in der Menge aufgehen lässt, war die Inspiration seiner Choreografie „Together“. Das stehe ihm nahe, sagt der Italiener, der seit elf Jahren am Ballett Augsburg tanzt und vor zwei Jahren auch zum Hauschoreografen ernannt wurde. „Ich bin selbst ein Mensch, der gerne andere zusammenführt“, erzählt De Nigris.

In seiner Choreografie, die er speziell für diesen Abend auf der Brechtbühne geschaffen hat, geht es um das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, wie die Frauen von den Männern klein gehalten würden, wo sie doch eigentlich die Stärkeren seien. „Es ist wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen, erst dann ist wirklich ein Zusammensein möglich“, führt Riccardo De Nigris aus.

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Die Musik von Amy Winehouse ist Teil der Choreografie "Club 27". Sie widmet sich den Rockgrößen, die nicht älter als 27 Jahre wurden.
Bild: Frantzesco Kangaris, dpa (Archivfoto)

Als Musik für seine Choreografie hat De Nigris einen Track aus neun Nummern von Bruce Springsteen zusammengestellt – darunter „The Angel“, „Over The Rise“ und „Streets Of Philadelphia“. „Springsteen passt gut zu der Atmosphäre meiner Choreografie“, erzählt De Nigris. „Seine Songs strahlen eine große Energie aus und geben viele verschiedene Stimmungen wieder“. Dabei sei es eine große Herausforderung, zu Rockmusik zu choreografieren, stellt De Nigris dar. „Es ist eine ungewöhnliche Kombination und man muss sich entscheiden, folgt man dem Text oder folgt man der Musik“. Er habe sich vor allem von der Stimmung der Musikstücke tragen lassen, erklärt er.

Drei Choreografien werden an einem Abend gezeigt

„Together“ ist eine von drei Choreografien, die an diesem Abend zu sehen sind. Die Irin Marguerite Dolon, ehemals Ballettchefin des Saarländischen Staatstheater, schuf „Heroes-A“ zur Musik von David Bowie, ein Stück, das Ballettchef Ricardo Fernando schon an seiner früheren Wirkungsstätte am Theater Hagen im Repertoire hatte – ein reines Männerstück, das fünf unterschiedliche Charaktere auf ihrem Lebensweg zeigt.

Die Musik von David Bowie begleitet die dritte Choreografie des Abends, "Heroes-A".
Bild: Stephen Chernin/AP, dpa (Archivbild)

Die dritte Choreografie stammt von Fernando selbst und widmet sich dem „Club 27“, jenen Rockgrößen, die nicht älter als 27 Jahre alt wurden: Janis Joplin, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Kurt Cobain. „Es war nicht die Musik, die ich als Jugendlicher gehört habe, deshalb musste ich mich erst hineinfinden“, erzählt Ricardo Fernando.

Sein Stück sei eine Hommage an jene Musiker, deren Songs in ihrer Zeit revolutionär und befreiend gewesen seien. „Gerade als ich mich mit der Choreografie beschäftigte, starb Amy Winehouse – auch mit 27 Jahren“. So habe er ihre Musik mit aufgenommen, um einen Bogen zur Gegenwart zu schlagen. Die Verbindung vom Gestern zum Heute drückt sich im Übrigen auch im Bühnenbild zu „Club 27“ aus, das mit alten Vinylplatten gestaltet ist. „Viele meiner Tänzer konnten mit Platten nichts anfangen“ amüsiert sich der Ballettchef, der selbst noch ein paar der alten Scheiben zu Hause hat.

Auch die Musik von Kurt Cobain spielt in einer Choreografie eine Rolle.
Bild: Marcel Noecker, dpa (Archivfoto)

Mit seinem zweiten Ballettabend möchte Ricardo Fernando auch die Zuschauer gewinnen, für die Ballett bisher eher fremd war. „Wir zeigen, was Ballett alles kann“, ist er sich sicher und meint, dass „Ballett? Rock it!“ das Zeug zum Kultstück hat. Das wäre dann auch ein Trost für jene Zuschauer, die keine Karten mehr bekommen haben, denn alle 13 Vorstellungen in der Brechtbühne sind bereits ausverkauft. „Vielleicht können wir es ja in der nächsten Spielzeit noch einmal aufführen“, hofft Ricardo Fernando.

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