1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Band Kraftklub: Ein Leben wie auf einer Klassenfahrt

Interview vor Modular-Festival

30.05.2012

Band Kraftklub: Ein Leben wie auf einer Klassenfahrt

Kraftklub.jpg
2 Bilder
Kraftklub spielen auf dem Modular-Festival in Augsburg.
Bild: dpa

Kraftklub ist bei den Festivals beliebt. Am Freitag, 1. Juni, kommen die fünf jungen Musiker zum Modular-Festival nach Augsburg.

„Ich will nicht nach Berlin“ röhren Kraftklub und haben mit ihrer schnellen Tanzmusik einen Nerv getroffen. Ihre CD verkauft sich wie warme Semmeln, es gibt kaum ein Festival oder einen Klub, in dem die fünf Chemnitzer nicht zu hören waren. Auch in der Fuggerstadt, zweimal bereits in der Musikkantine, jetzt sind sie beim Modularfestival am Freitag, 1. Juni, zu erleben.

Mit dem Song „Ich will nicht nach Berlin“ kam Kraftklub 2011 beim Songcontest auf Platz 5. Will Kraftklub denn nach Augsburg?

Kraftklub: Och, wir spielen eigentlich überall, wenn wir eingeladen werden. In Augsburg waren wir ja schon zweimal. In der Kantine. Da war Winter und es war fürchterlich kalt. Jetzt ist Sommer, da wird das bestimmt noch mal ’ne Ecke schöner.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Hier steht für drei Tage das Jugendfestival Modular des Stadtjugendrings auf dem Programm, das fast ausschließlich ohne Eintritt funktionieren soll. Ist das in Ihren Augen eine gute Idee oder sollte man für gute Musik auch zahlen?

Kraftklub: Kostenlose Open Airs und Konzerte sind lustig und haben Volksfeststimmung. Am Ende prügeln sich die Augsburger Jugendlichen mit den Angebern aus München. Jedenfalls wäre das bei uns so.

Es soll ja noch einige Leute geben, die Ihre Musik nicht kennen. Wie könnte man diese beschreiben?

Kraftklub: Wir spielen schnelle Tanzmusik mit deutschen Texten. Jungsmusik für Mädchen, so haben wir es mal genannt.

Chemnitz, Ihre Heimatstadt, gilt ja nicht gerade als Nabel der Welt, weder in Sachen Coolness, noch musikalisch. Was ist an dieser Stadt für Sie so schön, dass Sie dort bleiben wollen?

Kraftklub: Ach, der gleiche Grund, weshalb jeder seine Heimat mag, glaub ich. Wir und alle unsere Freunde sind halt hier aufgewachsen. Hier haben wir viel schönes Zeug erlebt in den letzten 20 Jahren. Eigentlich handelt jeder unserer Songs, mehr oder weniger, von Chemnitz. Oder viel mehr von unserem Freundeskreis in Chemnitz. Für andere ist es bestimmt nicht so geil in Chemnitz. Für uns war es immer wie ein großer Spielplatz. Mit ganz viel Platz, um Unsinn zu machen. Daraus ist Kraftklub entstanden.

Das heißt, sie liebäugeln nicht mit einem Umzug, wohin auch immer?

Kraftklub: Nö, momentan nicht. Wir haben uns gerade einen Proberaum in einer alten Schule ausgebaut. Das wird super.

Sie schwimmen derzeit auf einer riesigen Erfolgswelle. Macht Sie das glücklich oder eher skeptisch?

Kraftklub: Glücklich. Also, man muss sich das ja so vorstellen: Wir sind fünf Kumpels Anfang zwanzig, die jedes Wochenende zusammen auf Klassenfahrt gehen. Viel besser kann es doch eigentlich momentan nicht sein. Vielleicht kommt dann der schreckliche Erfolgsdruck mit dem zweiten Album, wer weiß.

Sie haben in Augsburg bereits zweimal in der Musikkantine gespielt. An was erinnern Sie sich noch?

Kraftklub: Hauptsächlich daran, dass es kalt war. Ich glaube, voll war es auch nicht, aber lustig. Wir haben mit den Barleuten noch Schnaps getrunken. Und beim ersten Mal in Augsburg sind wir noch in einen Klub gegangen. Den Namen haben wir vergessen. Da war aber ein Türsteher mit einem tätowierten Mittelfinger auf dem kahl rasierten Hinterkopf. Das hat uns beeindruckt.

Sie sollten in der Fuggerstadt ein Open Air im Park spielen, doch die Wettervorhersage ist so schlecht, dass man den Gig in die Halle verlegt hat. Traurig?

Kraftklub: Überhaupt nicht, wir spielen überall.

Haben sich Ost und West inzwischen musikalisch angenähert oder gibt es da noch große Unterschiede?

Kraftklub: Musikalisch? Puh, wüssten nicht, dass es da überhaupt so spürbare Unterschiede gäbe.

Was ist die größte Katastrophe, die einer Band kurz vor dem Auftritt passieren kann?

Kraftklub: Dass die Leute zur anderen Bühne gehen, auf der gerade die Söhne Mannheims spielen.

Mit was belohnt sich Eure Band nach einem gelungenen Auftritt?

Kraftklub: Wir betrinken uns und ziehen über den Zeltplatz. Also exakt das Gleiche wie die Festivalbesucher. Gibt es bei Modular einen Zeltplatz? Na, jedenfalls feiern wir.

Für Kraftklub braucht man keine Karten. Die Band spielt am Freitag bei Modular. Wann sie auftreten und ob sie draußen oder im Kongresssaal spielen entscheidet sich am Donnerstag.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren