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10.02.2015

Barocke Strahlkraft

Festliche Musik mit Sophia Brommer

Eine Nummer mit eingebauter Publikumsgarantie war das jüngste Konzert in Ev. St. Ulrich. Im akustisch vorteilhaften Kirchenraum „Festliche Barockmusik“ mit Trompete und Orgel, gekrönt von Auftritten der Sopranistin Sophia Brommer zu hören, bei freiem Eintritt(!): ein Selbstläufer mit vollem Haus.

Von der Empore oder auf Publikumshöhe mit eher kammermusikalischem Flair und der kleinen Orgel genoss das Publikum zwölf Musikjuwelen. Mit Bach und Händel im Mittelpunkt wechselten sich prachtvoller Glanz, intime musikalische Spiritualität und virtuose Kunstfertigkeit unterhaltsam ab. Am effektvollsten wirkten Stücke, wenn Sängerin und Instrumente vereint ihre Stimmen verschmelzen ließen. ARD-Preisträgerin Sophia Brommer, auch nach ihrem Abgang als festes Ensemblemitglied am Theater Publikumsliebling und absolutes Zugpferd, gestaltete in Dreierbesetzung am Anfang und Ende des Programms Arien von Bach („Jauchzet Gott“ BWV 51) und Händel („Let The Bright Seraphim“ aus „Samson“) mit bestechend beherrschter Strahlkraft – bei Bach mit noch mit etwas spröderer Gebärde, in der finalen Samson-Arie, zu den wunderbaren, von Trompeter Alexander Großpietsch köstlich gezauberten Echos, in glanzvoll aufleuchtender Breite. Da schien ihre mit markantem Silber ausgestattete Stimme im Programmverlauf weichgesungen. Ob in der Innigkeit von Händels „Deutschen Arien“ zu Peter Baders fein schattierter Orgelbegleitung, der Jubel-Ode „Eternal Source Of Light Divine“ – ihr Sopran schwang eindrucksvoll zwischen scharf modellierender Präzision und üppigem Melos aus.

Vokaler Höhepunkt indes war „Lascia ch’io pianga“, Händels Kult-Arie aus „Rinaldo“. Schöner kann man sie kaum hören; mit suggestiven dynamischen Abstufungen, der akkurat beherrschten Variabilität der Stimmregister zog sie das Publikum in ihren Bann. Welch technisch perfekte und zugleich inspirierte Musiker ihr zur Seite standen, hörte man auch in deren eigenen Instrumentalnummern. Großpietsch, Trompeter bei den Augsburger Philharmonikern, ließ in virtuosen Sätzen von Tartini und Johann Wilhelm Hertel jeden Ton sicher und silbern gleiten. Basilika-Organist Bader registrierte souverän die große Orgel (Galuppi); das intime Geflecht in Stücken von Georg Muffat, Johann Speth oder die Sopranbegleitung kam ihm auf der kleinen Orgel mit faszinierender Geschmeidigkeit, auch Pianissimo-Zauber von der Hand. Stürmischer Beifall.

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