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30.06.2009

Bata Illic und Ireen Sheer kommen zum Gratulieren

Wo anfangen, wo aufhören? Wenn Günter Schulzke aus seinem Leben erzählt, wird es spannend. Auf die Welt gekommen ist er am 1. Juli 1939 im Hamburg, es war kurz vorm Krieg. Einmal satt essen, davon träumte er als kleiner Bub, der Vater, ein Kunstmaler, konnte die Familie kaum ernähren.

Klein-Schulzke wollte, seit er denken konnte, Sänger werden und auf der Bühne das Publikum begeistern. Doch die Zeiten waren hart, der Vater streng, der Hunger groß und so griff er zu, als eine Lehrstelle im noblen Hotel Atlantic zu haben war. Dieser Job hatte den Vorteil, dass ab und zu Trinkgeld abfiel. Damit bezahlte er seine ersten, vor den Eltern verheimlichten, Gesangsstunden.

Ihnen erzählte er auch nichts, als er 1959 zum Vorsingen ins Hamburger Operettenhaus schlich und mit Freddy Quinn auf den Brettern stand. "Heimweh nach St. Pauli" hieß das Stück, 150 Mal stand der unbekannte Jüngling neben dem berühmten Star und sagte den Satz: "Der Kahn schwankt ganz schön. Das war meine erste Fahrt." Mit Freddy Quinn ist er noch heute befreundet - wie mit vielen Größen aus dem Showgeschäft.

Den Sprung in die Profikarriere verdankte er allerdings dem Gustl in der Lehár-Operette "Das Land des Lächelns". Seine Partnerin hieß Dagmar Koller, die ebenfalls ganz am Anfang ihrer Laufbahn stand.

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Rudolf Stromberg beendete seine Karriere in Augsburg

Als 1965 das Landestheater Detmold rief, ließ sich der Buffo nicht lange bitten. 400 Mark betrug die Gage, natürlich brutto, 1969 lockte das Augsburger Theater. Schnell mauserte sich der jugendliche Liebhaber zum Liebling der Fuggerstädter, die Operettenfans lagen ihm zu Füßen.

Nicht so Intendant Rudolf Stromberg, der 1974 der Vertrag nicht verlängerte. Ein harter Schlag für den von der Muse verwöhnten Sänger, der inzwischen Ehefrau und eine Tochter hatte.

"Ich weinte bitterlich", erinnert sich der Künstler und sah sich schon als Bürovertreter von Tür zu Tür laufen. Das Schicksal meinte es gut mit dem verzweifelten Vater. Er bekam auf Vermittlung einen Job bei einer Modenschau in Offenburg mit Aenne Burda. Die war total begeistert von den lockeren Sprüchen und dem Charme des Wahlaugsburgers.

Es folgte Engagement auf Engagement. Auf der MS Europa brillierte Schulzke als Sänger und Moderator, probierte sich als Parodist aus. Und lernte beim Fernsehen viele Größen der Showbranche kennen. Unter andrem Roy Black, Karel Gott oder Gunther Emmerlich. Ireen Sheer und Bata Illic, beides enge Freunde, werden sogar zur großen Geburtstagsparty morgen in die Kongresshalle kommen. Auf die Bühne dürfen sie nicht.

Denn seit zwölf Jahren stellt Schulzke für Senioren Programme zusammen. Auch an seinem 70. Geburtstag, der zugleich sein 50. Bühnenjubiläum ist. Mit dabei sind die Sängerin Edith Prock, der Königsbrunner Seemanns Chor und Gentleman Brass. "Vom Elbestrand zum Bergenland" lautet der Titel, dafür gibt es nur noch wenige Restkarten an der Tageskasse am Wittelsbacher Park.

Nicht mal ein Herzinfarkt kann ihn stoppen

Beinahe hätte es die Fete nicht gegeben. Am 21. Mai erlitt Schulzke einen Herzinfarkt. So schnell lässt er sich jedoch nicht unterkriegen. "Zehn Tag Reha müssen reichen", so der Sänger, der sich wieder fit fühlt. Übrigens hat er seit dem Rausschmiss am Theater in Augsburg keinen Fuß mehr in eines der subventionierten Häuser gesetzt. Es würde ihm das Herzen brechen, davon ist er überzeugt. Vom Leben auf der Bühne will er sich trotzdem noch lange nicht verabschieden. So begeistert er in ganz Schwaben mit Italienischen Nächten und Operettenkonzerten. "Die Bühne ist mein Leben."

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