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Augsburg

09.12.2015

Baufirma reicht Millionenklage gegen die Stadtwerke ein

Seit fünf Jahren fährt die Linie 6. Nun sollen die Stadtwerke 3,5 Millionen Euro nachzahlen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Seit fünf Jahren fährt die Starßenbahnlinie 6 in Augsburg. Jetzt sollen die Stadtwerke 3,5 Millionen nachzahlen. Das fordert eine Baumfirma vor Gericht ein.

Es ist in diesen Tagen fünf Jahre her, dass die Straßenbahnlinie 6 nach Hochzoll/Friedberg-West eröffnet wurde. Pünktlich zum Jubiläum könnte den Stadtwerken eine saftige Nachzahlung drohen. Denn die Firma Gruber-Bau, die einen Teil der Strecke baute, hat eine Millionenklage eingereicht. 3,5 Millionen will die Baufirma.

Es geht dabei um den Bauabschnitt zwischen der Rembold- und der Theodor-Wiedemann-Straße, also die ersten paar hundert Meter Neubaustrecke. 2007 starteten dort die Bauarbeiten, doch dann kam der erste Königsplatz-Bürgerentscheid, der eine Neuplanung des Königsplatzes als zentralem Projekt des Nahverkehrs-Ausbaus vorsah. Es gab mehrere Monate Baustopp auf der Baustelle der Linie 6, die in dem Gesamtpaket das erste Projekt in der zeitlichen Reihenfolge war.

So begründet das Unternehmen die 3,5 Millionen

„Aus politischen Gründen wollte man damals eine Baustelle, die zwar besetzt ist, aber auf der nichts vorangeht“, so Peter Gruber, Geschäftsführer des Bauunternehmens nun bei einem ersten Termin vor Gericht. Zudem sei der Bau der mehrere hundert Meter langen Strecke auf Verlangen der Stadtwerke in immer kleinere Abschnitte zerlegt worden. Und die anfangs zugesagte Vollsperrung habe es nicht gegeben. Das koste eben.

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Die Stadtwerke halten die Forderung für völlig überzogen. Bei der Ausschreibung hatte eine Arbeitsgemeinschaft um Gruber-Bau den Zuschlag für 1,9 Millionen Euro bekommen. Dass nun noch 3,5 Millionen Euro hinzukämen, sei unverständlich. „Die zu bauende Strecke ist ja keinen Meter länger geworden“, so Ralph Steger, kaufmännischer Direktor der Stadtwerke. Nicht jede Unterbrechung sei als neuer Bauabschnitt zu werten.

Die Baukammer des Landgerichts versuchte bei einem ersten Termin, beide Seiten zu einem Vergleich zu bewegen – ohne Erfolg. Gruber-Bau pocht auf ein Gutachten, das seine Forderung stützt. Die Stadtwerke hatten außergerichtlich 500.000 Euro angeboten und werden nun mit einem selbst in Auftrag gegebenen Gutachten dagegenhalten, das bis Sommer vorliegen soll. Da man auch mit öffentlichen Mitteln baue, sei es klar, dass man besonders aufs Geld schauen müsse, so Steger. Dies gelte nach dem Scheitern der Fusionsbemühungen besonders.

Sie Stadtwerke und die Firma Gruber-Bau standen schon häufiger vor Gericht

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Gruber und die Stadtwerke vor Gericht im Clinch liegen. Im Februar 2014 verpflichteten sich die Stadtwerke vor Gericht zur Zahlung von 1,39 Millionen Euro an die Baufirma. Hintergrund waren korrigierte Abrechnungen zur Beschilderungen von Baustellen. Inzwischen kommt Gruber bei Aufträgen der Stadtwerke offenbar kaum mehr zum Zug.

Unabhängig von den Gruber-Forderungen ist die Straßenbahnlinie insgesamt teurer geworden als gedacht. Wie die Stadtwerke auf Nachfrage bekannt gaben, hat der Bau der Linie 6 nach Friedberg 60,9 Millionen Euro gekostet. Im ersten Förderantrag war man von rund 54 Millionen Euro ausgegangen. Allerdings gibt es angesichts der gestiegenen Kosten auch höhere Förderung. Gründe für die Kostenmehrung waren neben den Verzögerungen vor allem der problematische Untergrund in der Friedberger Straße.

Aktuelle Zahlen zu den Fahrgastzahlen der in Hochzoll umstrittenen Straßenbahnlinie gibt es nicht. Die Stadtwerke kündigen für kommendes Jahr eine neue Zählung im gesamten Liniennetz an. Zum Start der Linie hatte es 21.000 Fahrgäste täglich gegeben, was der Zahl der Busfahrgäste vor dem Straßenbahn-Start entspricht. Die versprochenen Steigerungen um bis zu 20 Prozent konnten aber wohl noch nicht erreicht werden, was laut Stadtwerken daran liegt, dass die 6er ohne die Fortführung zum Klinikum als Linie 5 noch eine „halbe“ Linie ist. Gemessen an der Haltestellenzahl sei man aber durchaus zufrieden, hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza zuletzt gesagt.

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