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Augsburg

02.10.2019

Baupfusch: Handwerker bremsen Forscher aus

So sieht das MRM-Institutsgebäude im Innovationspark von außen aus. Die Fertigstellung verzögert sich um 15 Monate. An der Außenfassade traten Probleme auf, die nunmehr behoben sind.
Bild: Bernd Hohlen

Plus Die Fertigstellung eines Institutsgebäudes am Innovationspark verzögert sich um mehr als ein Jahr. Warum das Bauwerk für die Universität von besonderer Bedeutung ist. Auch die Hochschule wird Räume nutzen

Wenn alles planmäßig läuft, ist das Institutsgebäude im Frühjahr 2020 fertig. Endlich, könnte man sagen. Es liegt etwas versteckt im Innovationspark, der nahe der Universität angesiedelt ist. Eigentlich hätten Wissenschaftler der Universität und der Hochschule Augsburg ihre Räume schon Ende 2018 nutzen wollen. So war es geplant, als im März 2016 die Arbeiten für das Institutsgebäude am Innovationspark begannen. Nun werden es allerdings vier Jahre Bauzeit – voraussichtlich. Erst dann kann das 43 Millionen-Euro-Projekt von Forschern bezogen werden.

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Wegen der terminlichen Verschiebung müssen sich Forscher mit Zwischenlösungen an anderen Standorten behelfen. Für die Bauzeitverlängerung von 15 Monaten ist der Schuldige gefunden. Es sind Handwerker, die dem Vernehmen nach gepfuscht haben. Die Probleme traten bei der Außenfassade auf. Es musste nachgebessert werden. Zuständig für die Bauabwicklung ist das Staatliche Bauamt Augsburg.

Baupfusch: Das sagt das Staatliche Bauamt

Behördenleiter Ulrich Blickle hatte die Probleme gegenüber unserer Redaktion bereits vor Monaten bestätigt: „Beim Neubau gibt es insbesondere massive Probleme mit der Fassadenfirma, die wegen deutlich verzögerter und unzureichender Arbeitsleistung dazu geführt haben, dass das Gebäude später als geplant eine dichte Außenhaut hatte.“ Damit nicht genug: Ein Wasserschaden im Untergeschoss des Gebäudes verhinderte zudem in Teilbereichen eine Weiterführung der Arbeiten. Nun geht es voran.

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Das Bauwerk selbst trägt einen sperrigen Namen: Es handelt sich um das Institutsgebäude für Materials Resource Management, kurz MRM. Es soll am sparsamen Einsatz von Ressourcen sowie an regenerativen Materialien und Prozessen forschen. Die zeitliche Verzögerung wird die Baukosten in die Höhe treiben. In welcher Größenordnung dies geschieht, bleibt weiterhin offen. Der Plan sieht vor, dass 43 Millionen Euro ins Gebäude investiert werden. Bauherr ist das bayerische Wirtschaftsministerium. Die Mehrkosten würden den Verursachern in Rechnung gestellt.

Am Mittwoch gab es einen Ortstermin

Am Mittwoch gab es im noch nicht fertiggestellten Institutsgebäude einen Ortstermin, den die CSU-Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger, Georg Winter und Andreas Jäckel organisiert hatten. Vertreter des Bauamts, der Universität und der Hochschule informierten darüber, was künftig im Gebäude passieren werde. Dass die Beteiligten sehnlich auf die Fertigstellung warten, war nicht zu überhören.

Prof. Wolfgang Reif, Vizepräsident für Technologie und Innovation an der Universität Augsburg, machte andererseits klar, mit welche Erwartungen die Uni mit dem Projekt verknüpft: „Hier wird die erste Maschinenhalle der Universität stehen.“ Im Themenfeld Robotik werde aus geforscht. Es gehe darum, Arbeitsabläufe von Mensch und Roboter zu optimieren. Bislang sei es Praxis, dass ein Roboter stoppt, wenn ihm ein Mensch zu nahe kommt. Ziel werde es sein, dass Mensch und Roboter fließend zusammenarbeiten. Eine Maschine würde nur stoppen, wenn der Mensch unplanmäßig agiert.

Das ist die Halle im MRM-Instititutsgebäude, die von der Universität künftig als Produktionshalle genutzt wird.
Bild: Brend Hohlen

Die große Halle könne darüber hinaus als „Flugarena“ genutzt werden. Es seien Forschungsprojekte möglich, die sich mit dem Fliegen befassen. Die Uni agiere hier nicht allein, sondern kooperiere mit den Partnern DLR (Deutsches Institut für Luft- und Raumfahrt) und Fraunhofer-Institut. Beide Einrichtungen sitzen seit zehn Jahren mit ihren Einrichtungen am Innovationspark.

Neue Wege gehen im MRM-Gebäude zudem Universität und Hochschule Augsburg. Geplant ist ein enger Austausch der beiden Einrichtungen. Von seiten der Universität werden wohl zur Startphase 150 Wissenschaftler im Institutsgebäude tätig sind. Die Hochschule belegt ein Viertel des Platzes. Mit 30 bis 50 Personen aus der Hochschule rechnet Prof. Elisabeth Krön, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer, zur Anfangsphase.

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